17.08.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Babyfotografie, die erste!

Ich gelte als so manches im Bereich der Fotografie, wenn man den Aussagen anderer glauben schenken darf. Nur der Titel „Babyfotograf“ haftet mir noch nicht an. Zu romantisch, zu gestellt und zu verträumt erschienen mir diese engelhaften Fotos von Babys in den unmöglichsten und bis zum Schielen weichgezeichneten Haltungen der Kleinen immer. Glücklicherweise hat sich diese Ansicht auch mit der Geburt meiner Tochter nicht geändert.* Meine Bilder sollen mein Kind in natürlichen Positionen zeigen. Sie sollen das Aufwachsen und Lernen dokumentieren. Sie sollen Erinnerungen an eine Zeit festhalten, die oft schon vor dem nächsten Wachstumsschub Vergangenheit ist. Ob mir das immer gelingt, sei dahin gestellt.** Aber ich versuche es.

Was mir dabei aufgefallen ist: Auch ein Kind, das neben der Muttermilch mit dem alltäglich und -nächtlichen Klicken der Kamera aufwächst, kann dieses kleine schwarze Etwas minutenlang anstarren, ohne sich zu bewegen. Da hilft es, die Kamera aus der Hand zu legen, das Fotografieren zu vergessen und sich ganz dem Spiel hinzugeben. Ist ein interessantes Spielzeug zur Hand, dann ist die Kamera schnell vergessen. Da ich die 35mm-Brille aufhabe, bin ich immer nah am Geschehen dran. Die gängigen Tipps lauten hier sicherlich, erst mal mit einem leichten Tele zu beginnen und sich dann an die Beute heranzupirschen. Na ja, mit gängigen Tipps habe ich es nicht so, auch wenn ich sie selbst gerne gebe.***

Stichwort: Natürliches Licht. Vormittags ist es am besten, vielleicht auch, weil Babys**** da gerade richtig gute Laune haben oder in den ersten Wochen gerne noch mal entschlummern. Nah am Fenster***** kommt der Charakter des Babys am besten rüber. Innerhalb von Minuten geben sie einem die gesamte Spannbreite an Emotionen: Lachen, weinen, fragend sowie ungläubig schauend und natürlich schlafen. Das wiederholt sich zwar von Tag zu Tag, ist aber jedes Mal anders, weil das Baby schon am nächsten Tag anders lacht, weint, fragend sowie ungläubig schaut und irgendwie auch schläft. Trotzdem: Alles, was das Baby macht, ist echt. Deswegen macht es auch so viel Spaß, immer wieder scheinbar gleiche Fotos zu machen. Jetzt verstehe ich das und hoffe, in nächster Zeit noch mehr zu verstehen.









* Ihr romantischen Babyfotografen, fühlt euch nicht auf den Schlips getreten. Ich schätze eure Arbeit.
** Ich weiß, viele Bilder wirken auch einfach romantisch. Daran ist aber das Babyface schuld.
*** Ein paar Plätze beim Workshop in Kassel sind noch frei.
**** Unseres jedenfalls.
***** Nichts schlägt Fensterlicht.

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Kategorie: Fotografie
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