11.11.2009 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Blogparade: Was macht für dich ein gutes Foto aus?

Wie schon erwähnt, möchten Besim und ich uns an der schon vor einer Weile auf fotolism.us gestarteten Blogparade beteiligen. Ein spannendes Thema, über das man eine ganze Weile philosophieren kann.

Besim:
spaghettiFür mich ist eines ganz klar: Ein gutes Foto muss kein bisschen technisch perfekt sein. Um ehrlich zu sein, langweilen mich technisch perfekte Fotos eher. Was mich reizt und ein Foto letztlich gut macht, ist Spontanität. Diese findet man oft – wenn nicht immer – in der Straßenfotografie. Szenen, aber vor allem auch Blicke, mit denen man so nicht gerechnet hat, zeigen sich ganz plötzlich. Diese Erfahrung habe ich vor kurzem in einer ganz anderen Situation gemacht. Als ich ein Darts-Meisterschaftsspiel fotografierte – ich hatte mit längeren Belichtungszeiten und Blitzen auf den zweiten Vorhang gearbeitet, um die Bewegung und die Flugbahn des Pfeils einzufangen – warf der eine Spieler seinen Pfeil, während der andere sich hinter ihm umdrehte, um zu sehen, wo dieser auf die Zielscheibe trifft. Die Bewegung in dem Foto und der Blick des Gegners, der neugierig den Wurf beobachtet – all das habe ich beim Fotografieren nur am Rande mitbekommen. Umso mehr hat es mich zu Hause fasziniert. Diese Faszination ist es – neben unendlich vielen anderen Faktoren, die bei jedem Foto eine Rolle spielen –, die ein Foto für mich gut macht.

Steffen:
Mich faszinieren Fotos, die außergewöhnliche Momente festhalten. Augenblicke, die man nicht jeden Tag erlebt. Da ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, schlägt mein Herz auch für Bilder aus der Natur. Besonders beeindruckt haben mich zuletzt die Fotos von Franz Schuhmacher. Er hat sich auf Gewitter spezialisiert und macht bei einem Shooting auch mal über 1000 Aufnahmen, um einen Blitz zu erwischen. Anfangs konnte ich nicht glauben, dass seine Fotos authentisch sind. Hier ein Beispiel.

Ich möchte aber auch eine eigene Aufnahme zeigen. Im Frühsommer ergab sich Abends auf dem Feld vor unserem Haus eine besondere Situation. Ein schmales Wolkenband bewegte sich von Westen auf uns zu dahinter ging die Sonne unter. Als ich den Himmel sah, war ich sprachlos. Ich schnappte mir schnell meine Kamera und lief aufs Feld, um die Situation festzuhalten. Ich fühlte mich wie auf einem anderen Planeten. Plötzlich kam Wind auf und der Horizont wurde trübe. Meine Kamera wanderte unter das T-Shirt und ich nahm die Füße in die Hand. Als ich zu Hause ankam, war ich nass aber froh, diesen Moment erlebt und auch festgehalten zu haben, auch wenn es nicht perfekt geworden ist.
Feuerwalze

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