18.01.2010 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Bokeh-Wunderland Einkaufshaus

Butlers und Ikea sind nur einige der Geschäfte, die uns ihren „Lifestyle“ verkaufen wollen. Gerade zur grauen Jahreszeit bieten diese und andere Läden einen schön bunten Kontrast, der sich vor allem auf Fotos gut macht. Während die anderen also zum Einkaufen gehen, packe ich oft die Kamera ein und schlängle mich durch die Gänge.



Die Mitarbeiter der einschlägigen Läden verbringen oft Stunden ihrer Arbeitszeit damit, verschiedene Tische, Regale oder Ecken zu dekorieren. Gut für mich, weil ich kaum noch etwas machen muss, damit das Foto „passt“. Ab und zu drehe ich dann aber doch mal an einer Gabel oder einer Lampe, damit die Komposition stimmt.



Besonderen Spaß macht mir die Arbeit mit der Schärfentiefe. Eigentlich nehme ich nichts anderes als mein 50 Millimeter mit. Bei Offenblende (f/1.4) suche ich mir dann den passenden Ausschnitt, feile an der Perspektive und „baue“ Hintergrundlichter mit ein, von denen es in solchen Läden genug gibt. Die machen sich immer gut als Bokeh.

Wenn ihr also mal nicht wisst, welche Motive ihr bei dem grauen Wetter fotografieren sollt, dann schnappt euch eure Festbrennweite, geht mal in einen der kunterbunten Läden und spielt mit dem Bokeh. Das Gute daran: Ihr könnt die Geldbörse getrost zu Hause lassen 🙂

Sicherlich kommt auch die Frage auf, was zu tun ist, wenn man vom Personal angesprochen wird. Ein freundliches Lächeln und ein netter Spruch haben mir bisher jegliche Probleme erspart. Zudem fotografiere ich nichts, was für die Sicherheit relevant wäre. Stellt sich dann doch mal jemand quer, dann muss man das eben hinnehmen, denke ich.

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Julia sagt:

Wunderschöne Bilder und eine tolle Anregung. Ich habe mich bislang noch nie getraut, in Geschäften zu fotografieren. Einige haben ja (leider) doch ein Problem damit.

Marcel sagt:

Guter Artikel und guter Ratschlag. Da ich demnächst öfter bei IKEA & Co. unterwegs sein werde, schaue ich mal, ob ich auch einfach mal ein paar Fotos machen kann. Wie reagieren die anderen Kunden? Bekommst du blöde Blicke oder Fragen ab?

Besim sagt:

Danke, Marcel.
Mit Blicken muss man immer rechnen, vor allem, wenn es voll ist und man seinen Platz zum Fotografieren beansprucht 🙂 Die einen gucken neugierig, andere scheinen verwirrt zu sein. Manche fragen auch mal, was ich denn da fotografiere. Weil mir eine Erklärung viel zu lange dauert, sage ich oft, dass ich noch ein Bild für zu Hause brauche, um mir diese Lampe oder jenes Accessoire noch mal genauer anzusehen 🙂 Negative Erfahrungen habe ich persönlich noch nicht gemacht, und blöde Blicke oder Fragen sind mir letztlich auch egal, wenn ich dafür mein Foto bekomme 🙂

Jenni sagt:

Wunderschöne Fotos und vor allem überraschend, dass sie im Laden entstanden sind, sie sehen nach sehr viel Arbeit beim Aufstellen der Gegenstände aus (gerade das Bokeh).
Auf die Idee im Laden zu fotografieren bin ich bisher nur im hiesigen Blumenladen gekommen (hab es aber trotzdem noch nie gemacht).

augschburger sagt:

als ich mal die genial dekorative Fischtheke im Metro Großhandelsmarkt fotografiert habe ( mit ner unauffälligen Kompakten ) ist gleich der Geschäftsführer erschienen und ich musste mich rechtfertigen. Zum Glück vorher noch einen Freund abgelichtet – das konnte dem Chef zeigen. Da war er etwas besänftigt. Wurde mir aber im weiteren Verlauf untersagt.
Mit ner SLR würde ich mich glaub ich nicht mehr trauen. Ne Kompakte geht glaub ich eher – da kann ich natürlich nicht so mit der Schärfentiefe spielen.

Steffen sagt:

@all: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr in dem Kaufhaus fotografieren dürft, nehmt doch einfach mal Kontakt mit der Leitung auf. Habe mich schon des Öfteren Akkreditieren lassen. Wenn man einen vernünftigen Grund nennen kann (z.B. für einen Artikel im Blog etc.) ist das in den meisten Fällen kein Problem.

Teatime sagt:

Ich würde definitv unbedingt *vorher* fragen und mir eine kleine schriftliche Bestätigung mitgeben lassen.

BeateBeate sagt:

Tolle Bilder und super Idee als Anregung.
Benutzt Du das 50mm-Objektiv an einer Vollformatkamera?

Besim sagt:

@Beate: Ja, das 50 Millimeter hängt an einer Vollformatkamera (Nikon D700).

@Kalliey: Keine Ahnung, wie kulant die so sind. Ich habe bisher kaum negative Erfahrungen gemacht. Vielleicht bin ich deswegen noch so unbefangen, wenn ich in Läden fotografiere.

Tolle Bilder und super Idee. 🙂 Aber ob da alle Ladenbetreiber so kulant sind? 😉

Heike sagt:

Hallo

erstmal… Tolle Bilder, Klasse Idee mal in Geschäften zu fotografieren. Die Dekorationen sind ja in vielen Läden phantastisch.

Nur, ich kann auch von der „anderen Seite“ berichten. Ich bin Filialleiterin in einem Bekleidungsgeschäft und seid 17 Jahren im Einzelhandel tätig.

Bei uns in der Firma ist absolutes Fotografierverbot (auch mit Handy). Das hat nichts mit „Ideenklau“ der Konkurenz zu tun oder mit Fotografen ärgern ;-), sondern rein mit dem Diebstahl. Wir haben das Problem im Handel mit der Bandenkriminalität und die nimmt stetig zu.

1-2 Leute kommen zum ausspähen, WAS kann man klauen, WO sind die dunklen Ecken, WELCHE Ware ist wie gesichert, WANN ist wieviel Personal im Laden usw. Irgendwann kommen dann wieder andere Leute und holen sich die Schätze. Das ist für uns an der Front sehr schwierig. Die vorspäher und die Diebe zu erkennen ist nicht einfach.
Wenn dann noch „einer“ mit einer Kamera im Laden rumläuft und fröhlich vor sich hin knipst, dann klingeln die Alarmglocken und der Fotograf wird höflich aber bestimmt auf das Fotografierverbot aufmerksam gemacht. Da kann der/die erzählen was er will.
Klar ist auch, wenn jemand offensichtlich mit einer Kamera rumläuft, ist die Gefahr nicht so groß, dass er uns den Laden ausräumen will, aber…. WO will man die Grenzen setzen??

Was auch noch ein Kriterium ist, was ich in meiner Zeit in einem großen Kaufhaus erlebt habe, sind Bombenanschläge. Das war zu der Zeit als „Dagobert“ unterwegs war, ihr erinnert euch?? Da regiert man auch sensibel auf „Späher?“ die mit Kamera unterwegs sind.

Ich denke, wenn man in einem Laden vorher nett fragt ob man Fotografieren darf und das OK bekommt, ist das eine Tolle Idee da an schöne Bilder zu kommen, aber man sollte auch ein „nein“ akzeptieren.
Wenn ich z.B. jemanden nicht vom Fotografieren abhalte und der Fotograf im Auftrag meiner Firma kommt, hagelt es eine Abmahnung… deswegen sollte man ein Verbot bitte akzeptieren.

So, jetzt wurde es doch viel Text, aber ein Statement aus der anderen Sicht ist vielleicht auch interessant.

LG Heike

Besim sagt:

Ich finde das sehr interessant, Heike.
Ein klares Nein sollte auf jeden Fall akzeptiert werden. Das sehe ich auch so. Der Tatsache, dass Späher und Diebe so wie von Dir beschrieben vorgehen, ist man sich als gewöhnlicher Fotograf erst mal gar nicht bewusst. Jedenfalls geht es mir so. Man will euch ja auch keine Probleme machen.

Danke für Deinen wertvollen Beitrag.

Saschagrafie sagt:

Wirklich eine tolle Anregung, wie ich finde. Ich hätte aber nicht unbedingt den Mut dazu. Vielleicht würde ich das so machen, dass ich im Vorfeld einen Angestellten frage, ob ich die Dekoration fotografieren darf. Wenn es ein „okay“ gibt, lege ich dann los.
Die Bilder sind ein Traum! Jetzt brauche ich nur noch ein 50mm 🙂

Michael sagt:

Wirklich sehr geile Bilder dabei und vor allem mal was anderes. Bei der IKEA zu fotografieren, auf die Idee bin ich auch noch nicht gekommen 😉

Aber mit einem 50 Millimeter (f/1.4) biste ja nun wirklich bestens ausgestattet für sowas.

Micha

Besim sagt:

Ja, Michael, je größer die Blende, desto mehr Möglichkeiten hat man. So ein 50 Millimeter mit dieser Blendenöffnung macht schon Spaß. Das 1,8er steht dem aber in nichts nach, würde ich sagen.
Danke!

Marcel sagt:

Ttolle Bilder! Denkst du, das ist auch mit einer Canon 40D möglich ohne Vollformat? Lust hätte ich schon (wobei auch ein flaues Gefühl). Habe ein 50mm 1,8.

Besim sagt:

@Marcel: Das geht natürlich auch mit der Canon 40D und dem 50/1.8er! Bei Deiner Kombination ist es nur so, dass Du den Crop-Faktor mit einbeziehen musst. D.h., dass es in kleinen Läden wahrscheinlich auch mal enger werden könnte. Aber was soll’s! Trau Dich einfach mal (oder frag vorher nach Erlaubnis). Und immer drauf achten, dass Du Dir einen spannenden Teil aussuchst, ein paar Lichter im Hintergrund flackern und dass Du die Blende voll aufmachst (1.8) 😉

Die Nuss sagt:

Oh, ich könnte ohne Erlaubnis wohl kaum einfach mal loslegen, käme mir wahrscheinlich ein bisschen kriminell vor, besonders jetzt nach Heikes Bericht (keine Sorge, du hast mich da nicht traumatisiert ;)).

Die Fotos sind schick und zweifelsohne gut in Szene gesetzt, auch wenn der bekannte magische Funke bei mir nicht überspringt, was aber wohl auch daran liegt, dass ich mit dem Gebrauch des Bokeh wohl nicht so viel anfangen kann.

Die Nuss

Die Nuss sagt:

Entschuldigung für meinen Doppelpost, aber da muss ich doch noch einmal ein klein wenig fies präzisieren, denn nicht in allen Fällen ist der Bokeh nichts für mich, hier etwa bei den Fotografien von Nick Brandt fühle ich mich sehr angesprochen. (Ich bin einmal so frech und verlinke auf ein Review des Künstlers auf KWERFELDEIN: http://kwerfeldein.de/index.php/2010/02/01/nick-brandt/)

Ist hier vielleicht nur zu viel Glamour für meine subtil glubschenden zwei Sinnesorgane. 😛

Die Nuss

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