Bokeh-Wunderland Einkaufshaus
Butlers und Ikea sind nur einige der Geschäfte, die uns ihren “Lifestyle” verkaufen wollen. Gerade zur grauen Jahreszeit bieten diese und andere Läden einen schön bunten Kontrast, der sich vor allem auf Fotos gut macht. Während die anderen also zum Einkaufen gehen, packe ich oft die Kamera ein und schlängle mich durch die Gänge.
Die Mitarbeiter der einschlägigen Läden verbringen oft Stunden ihrer Arbeitszeit damit, verschiedene Tische, Regale oder Ecken zu dekorieren. Gut für mich, weil ich kaum noch etwas machen muss, damit das Foto “passt”. Ab und zu drehe ich dann aber doch mal an einer Gabel oder einer Lampe, damit die Komposition stimmt.
Besonderen Spaß macht mir die Arbeit mit der Schärfentiefe. Eigentlich nehme ich nichts anderes als mein 50 Millimeter mit. Bei Offenblende (f/1.4) suche ich mir dann den passenden Ausschnitt, feile an der Perspektive und “baue” Hintergrundlichter mit ein, von denen es in solchen Läden genug gibt. Die machen sich immer gut als Bokeh.
Wenn ihr also mal nicht wisst, welche Motive ihr bei dem grauen Wetter fotografieren sollt, dann schnappt euch eure Festbrennweite, geht mal in einen der kunterbunten Läden und spielt mit dem Bokeh. Das Gute daran: Ihr könnt die Geldbörse getrost zu Hause lassen
Sicherlich kommt auch die Frage auf, was zu tun ist, wenn man vom Personal angesprochen wird. Ein freundliches Lächeln und ein netter Spruch haben mir bisher jegliche Probleme erspart. Zudem fotografiere ich nichts, was für die Sicherheit relevant wäre. Stellt sich dann doch mal jemand quer, dann muss man das eben hinnehmen, denke ich.
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Kommentare
Wunderschöne Bilder und eine tolle Anregung. Ich habe mich bislang noch nie getraut, in Geschäften zu fotografieren. Einige haben ja (leider) doch ein Problem damit.
Guter Artikel und guter Ratschlag. Da ich demnächst öfter bei IKEA & Co. unterwegs sein werde, schaue ich mal, ob ich auch einfach mal ein paar Fotos machen kann. Wie reagieren die anderen Kunden? Bekommst du blöde Blicke oder Fragen ab?
Wunderschöne Fotos und vor allem überraschend, dass sie im Laden entstanden sind, sie sehen nach sehr viel Arbeit beim Aufstellen der Gegenstände aus (gerade das Bokeh).
Auf die Idee im Laden zu fotografieren bin ich bisher nur im hiesigen Blumenladen gekommen (hab es aber trotzdem noch nie gemacht).
als ich mal die genial dekorative Fischtheke im Metro Großhandelsmarkt fotografiert habe ( mit ner unauffälligen Kompakten ) ist gleich der Geschäftsführer erschienen und ich musste mich rechtfertigen. Zum Glück vorher noch einen Freund abgelichtet – das konnte dem Chef zeigen. Da war er etwas besänftigt. Wurde mir aber im weiteren Verlauf untersagt.
Mit ner SLR würde ich mich glaub ich nicht mehr trauen. Ne Kompakte geht glaub ich eher – da kann ich natürlich nicht so mit der Schärfentiefe spielen.
Ich würde definitv unbedingt *vorher* fragen und mir eine kleine schriftliche Bestätigung mitgeben lassen.
Tolle Bilder und super Idee als Anregung.
Benutzt Du das 50mm-Objektiv an einer Vollformatkamera?
Tolle Bilder und super Idee.
Aber ob da alle Ladenbetreiber so kulant sind?
Hallo
erstmal… Tolle Bilder, Klasse Idee mal in Geschäften zu fotografieren. Die Dekorationen sind ja in vielen Läden phantastisch.
Nur, ich kann auch von der “anderen Seite” berichten. Ich bin Filialleiterin in einem Bekleidungsgeschäft und seid 17 Jahren im Einzelhandel tätig.
Bei uns in der Firma ist absolutes Fotografierverbot (auch mit Handy). Das hat nichts mit “Ideenklau” der Konkurenz zu tun oder mit Fotografen ärgern
, sondern rein mit dem Diebstahl. Wir haben das Problem im Handel mit der Bandenkriminalität und die nimmt stetig zu.
1-2 Leute kommen zum ausspähen, WAS kann man klauen, WO sind die dunklen Ecken, WELCHE Ware ist wie gesichert, WANN ist wieviel Personal im Laden usw. Irgendwann kommen dann wieder andere Leute und holen sich die Schätze. Das ist für uns an der Front sehr schwierig. Die vorspäher und die Diebe zu erkennen ist nicht einfach.
Wenn dann noch “einer” mit einer Kamera im Laden rumläuft und fröhlich vor sich hin knipst, dann klingeln die Alarmglocken und der Fotograf wird höflich aber bestimmt auf das Fotografierverbot aufmerksam gemacht. Da kann der/die erzählen was er will.
Klar ist auch, wenn jemand offensichtlich mit einer Kamera rumläuft, ist die Gefahr nicht so groß, dass er uns den Laden ausräumen will, aber…. WO will man die Grenzen setzen??
Was auch noch ein Kriterium ist, was ich in meiner Zeit in einem großen Kaufhaus erlebt habe, sind Bombenanschläge. Das war zu der Zeit als “Dagobert” unterwegs war, ihr erinnert euch?? Da regiert man auch sensibel auf “Späher?” die mit Kamera unterwegs sind.
Ich denke, wenn man in einem Laden vorher nett fragt ob man Fotografieren darf und das OK bekommt, ist das eine Tolle Idee da an schöne Bilder zu kommen, aber man sollte auch ein “nein” akzeptieren.
Wenn ich z.B. jemanden nicht vom Fotografieren abhalte und der Fotograf im Auftrag meiner Firma kommt, hagelt es eine Abmahnung… deswegen sollte man ein Verbot bitte akzeptieren.
So, jetzt wurde es doch viel Text, aber ein Statement aus der anderen Sicht ist vielleicht auch interessant.
LG Heike
Wirklich eine tolle Anregung, wie ich finde. Ich hätte aber nicht unbedingt den Mut dazu. Vielleicht würde ich das so machen, dass ich im Vorfeld einen Angestellten frage, ob ich die Dekoration fotografieren darf. Wenn es ein “okay” gibt, lege ich dann los.
Die Bilder sind ein Traum! Jetzt brauche ich nur noch ein 50mm
Wirklich sehr geile Bilder dabei und vor allem mal was anderes. Bei der IKEA zu fotografieren, auf die Idee bin ich auch noch nicht gekommen
Aber mit einem 50 Millimeter (f/1.4) biste ja nun wirklich bestens ausgestattet für sowas.
Micha
Ttolle Bilder! Denkst du, das ist auch mit einer Canon 40D möglich ohne Vollformat? Lust hätte ich schon (wobei auch ein flaues Gefühl). Habe ein 50mm 1,8.
Oh, ich könnte ohne Erlaubnis wohl kaum einfach mal loslegen, käme mir wahrscheinlich ein bisschen kriminell vor, besonders jetzt nach Heikes Bericht (keine Sorge, du hast mich da nicht traumatisiert
).
Die Fotos sind schick und zweifelsohne gut in Szene gesetzt, auch wenn der bekannte magische Funke bei mir nicht überspringt, was aber wohl auch daran liegt, dass ich mit dem Gebrauch des Bokeh wohl nicht so viel anfangen kann.
Die Nuss
Entschuldigung für meinen Doppelpost, aber da muss ich doch noch einmal ein klein wenig fies präzisieren, denn nicht in allen Fällen ist der Bokeh nichts für mich, hier etwa bei den Fotografien von Nick Brandt fühle ich mich sehr angesprochen. (Ich bin einmal so frech und verlinke auf ein Review des Künstlers auf KWERFELDEIN: http://kwerfeldein.de/index.php/2010/02/01/nick-brandt/)
Ist hier vielleicht nur zu viel Glamour für meine subtil glubschenden zwei Sinnesorgane.
Die Nuss














