16.05.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Brecht mit mir das Lightroom-Brot

Was muss ich da bloß immer wieder lesen: “Ich nutze Lightroom-Presets nur selten oder gar nicht.” Das muss ich nicht verstehen, aber drüber schreiben kann ich ja mal.



Presets machen Lightroom erst komplett. Was nutzt es denn, mal ein bisschen an Belichtung und Kontrast herum zu spielen und dann zum nächsten Foto zu wechseln? Richtig, gar nichts. Wer keine Presets nutzt, hat Lightroom entweder nicht verstanden oder geht gerne den schwierigen Weg. Soll’s geben, aber das ist nichts für mich, vor allem nicht bei der täglichen Arbeit an Klientenfotos.

Werft doch mal einen Blick in euer Rezeptbuch. Darin steht doch auch nicht nur, wie Spaghetti gemacht werden. Es sind die vielen Rezepte und vielen Geschmäcker, die das Kochen erst richtig interessant machen. Die Zugabe von Salz und Pfeffer ist eine schöne Basis, aber erst die Mischung mit anderen Zutaten macht das Geschmackserlebnis. Genauso ist es mit Presets. Ob ihr sie nun selbst erstellt und als Grundlage für die weitere Bearbeitung nutzt, oder sie servieren lasst – ein erster Schritt zu einem guten Foto ist damit allemal schneller getan, als nur ein bisschen diesen oder jenen Regler hin und her zu bewegen. Und weil ich möchte, dass eure Fotos neben Salz und Pfeffer auch noch andere Zutaten sehen, habe ich eine kleine Sammlung aus den unzähligen Presets zusammengestellt, die sich auf meiner Festplatte befinden – einfach so, quasi als Appetitanreger. Wer danach nicht auf den Geschmack kommt, tja, der steht eben auf Wasser und Brot.

Download: Das Appetizer-Paket

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Kommentare

pixelboogie sagt:

hmm. Da muss ich jetzt ja mal widersprechen. Ich finde jeder sollte, gerade auch bei der Nachbearbeitung, seinen eigenen Stil entwickeln. Und da sind Presets eher hinderlich. Besodnders, wenn es heruntergeladenen sind. Das ist dann, um bei deiner Metapher zu bleiben, einfach nur Fast-Food. Auch wenn’s vielleicht schmeckt.

Außerdem passt bei weitem nicht jedes Preset auf jedes Foto. Erst recht nicht, wenn man mit der Nachbearbeitung eine bestimmte Bildstimmung verstärken möchte.

Aber ich stimme Dir zu, das Preset praktisch sind, wenn man Fotos für einen Kunden aus einem einzelnen Shootig bearbeitet, und somit die Fotos hinterher alle einheitlich aussehen. Das ist für mich der einzige Sinn von Presets.

Alles gut und Grüße
Holger

Besim sagt:

Dass nicht jedes Preset zu jedem Foto passt, stimmt vollkommen. Aber interessant finde ich, dass ich die Benutzung von Presets genau anders interpretiere. Sie zu benutzen, bedeutet, zu lernen, sich Einstellungen anzugucken, ihre Funktion nachzuvollziehen usw., um dann daraus eigene Vorstellungen in neuen und eigenen Presets besser umsetzen zu können.
Mich stört nur, obwohl es mir egal sein könnte, das viele so zaghaft mit der App umgehen, obwohl sie so viel Potenzial hätten, mehr aus ihren Fotos heraus zu holen. Aber was weiß ich: Vielleicht wollen sie das auch gar nicht.

Maren sagt:

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Genau diesen (meinen) eigenen Stil hab ich in Presets angelegt. Erspart mir einfach ne Menge Arbeit :-) Bisschen Finetuning ist natürlich immer notwendig.

Sören sagt:

Schön geschrieben, kann ich total unterschreiben! Ich nutze auch gern mal Presets um darauf aufzubauen und mit dem Bild zu spielen!

Yannick sagt:

Nachdem ich bisher eher zur Brot&Wasser-Fraktion gehört habe werde ich die Presets mal ausprobieren. Danke! ;)

Flo sagt:

Presets nutze ich auch sehr selten. Wie pixelboogie, finde ich auch, dass es für die eigene Stilbildung eher hinderlich ist.

Vielleicht lege ich sie auch nicht intelligent genug an. Meistens passt ein, für eine Serie neu erstelltes Preset ganz gut um auch die restlichen Fotos abzugleichen, für die nächste Serie passt es dann schon überhaupt nicht mehr und ich bin schneller, wenn ich mit den Grundeinstellungen starte.
Ist im Grunde auch nichts anderes als eine Frage des Geschmacks und des eigenen Workflows.

Preset-Sharing an sich ist aber insofern gut, weil es mir erlaubt, mich an gewisse Stile heranzutasten und zu gucken, wie das Foto entstanden ist. Am besten lernt man immer noch durch imitieren.
Deswegen werde ich mir dieses Paket auf jeden Fall genauer ansehen, denn deine Bearbeitungen gefallen mir im Allgemeinen sehr gut.
Und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja doch noch Appetit.

Vielen dank fürs Teilen und Einblick geben.

mbecher sagt:

Ein Preset ist ein Fehler, den man jederzeit wiederholen kann ;)
Ich nutze Lightroom jetzt auch schon seit es existiert, Besim, aber die Presets mal so gar nicht. Um es mal in die Bildhauerspache zu übertragen: So ein digitales Negativ ist ein Steinklotz und das Bild will erst herausgehauen werden. Da fange ich lieber wieder jedes Mal von vorn an statt über die Presets zu scrollen und zu schauen, was mir grad am besten gefällt.
Um Klientenfotos vom Style her anzupassen verwende ich dann einfach die Sychronisieren-Funktion. Tada!

Besim sagt:

Wer die Synchronisierungsfunktion nutzt, ist von der Erkenntnis der Vorteile, die Presets bieten, nicht weit, würde ich sagen. Tada!

mbecher sagt:

Die Synchronisieren-Funktion ist halt näher am aktuellen Bearbeitungsgeschehen…
Als Vorteil von Presets würde ich anerkennen, daß sie schon beim Import anwendbar sind. Das kann nützlich sein, wenn man zum Beispiel Negative scannt. Da will man ja die Tonkurve angepasst haben, bevor das Bild angezeigt wird…

also ich nutze die Presets gerne und oft und finde es auch nicht weniger kreativ. Wenn ich nicht selber rumschraube nutze ich auch gerne Presets von Presetpond

http://presetpond.com/

Ich nutze auch ab und an Presets, allerdings habe ich dann vorher schon die Idee für das jeweilige Foto grob im Kopf. Ich Scroll dann einfach nur fix durch ob was dabei ist was in die Richtung geht was ich mir so vorstelle. Wenn dem so ist, baue ich auf das Preset auf, wenn nicht dann fange ich eben bei 0 an und sehe wie ich zu meinem Ziel komme. Arbeitserleichterung ist das, aber da ich auch kein Freund von “nach Rezept kochen” bin gibt es bei mir auch kein “Preset drüber und fertig”

Metty sagt:

Danke für den Apetitthappen!
Aber kann mir evt. mal jemand verraten warum bei im im LR die Standard-Presents alle doppelt angezeigt werden?
Auf Dateisystemebene sind sie jeweils nur einmal vorhanden

Besim sagt:

Scheint ein Fehler zu sein. Ich würde sie manuell löschen und dann Lightroom neu starten.

Metty sagt:

Manuell löschen? Also auf Dateiebene? Und beim Start kippt LR die dann wieder rein???

Besim sagt:

Nein, innerhalb von LR löschen und dann neu starten. Damit sollte das Problem behoben sein.

Metty sagt:

Oh ok.
Da ich in der Bibliothek nichts löschen konnte, bin ich ins Entwickeln gewechselt, und dort sind die Vorgaben lustigerweise nur einmal vorhanden….strange

Fabian sagt:

Ich finde Presets auch Klasse und habe mittlerweile eingie Hundert. Ich nutze sie auch gerne. Allerdings finde ich die Verwaltungsfunktion der Presets seitens LR etwas dürftig. Hier würde ich mir eine echte Ordnerstrucktur wünschen. Auch finde ich es hinderlich, das man Preset nicht so leicht wiederfinden kann. Wenn man ein Preset verwendet hat, aber später nicht mehr weiß, wo es liegt, zeigt LR zwar den Presetname aber nicht den Speicherort. Ich hoffe, da ändert sich was in einer kommenden LR-Version.

Matthias sagt:

Hm, bin auch ein bissel zwiegespalten was Presets angeht. Habe mir zwar auch schon mal einige heruntergeladen und probiere diese manchmal an meinen Bildern aus.
Oftmals findet man schon interessante Looks, auf man sonst selbst vielleicht auch gar nicht gekommen wäre. Allerdings fehlt mir dabei der Lerneffekt, so dass ich mich dann doch lieber selbst durchwurstele …
Selbst angelegt habe ich auch noch keine Presets.

Übrigens würde ich mir wünschen, dass die Preset-Vorschau auf dem großen Bild passiert, statt auf dem Mini-Navigator-Bilder. Oder lässt sich das irgendwo einstellen?

Ich nutze Presets nicht weil ich noch nichts richtiges für mich gefunden habe. Abseits des Cross Prozessing, oder der SW Umwandlung finde ich kaum Presets mit denen ich was anfangen kann. Ich arbeite im Bereich Werbung und wünsche mir Presets die meine Bilder knackiger und frischer machen ohne die Farbe zu verfälschen.

Ivan sagt:

Ich nutze ebenfalls extrem Presets. Ich fange damit an und schau dann, wie ich das jeweilige Foto weiter bearbeite und zwar so lange, bis es mir gefällt. Was spricht dagegen? Presets bieten mir die Möglichkeit auf neuen Ideen kreativ zu werden. Dadurch habe ich für mich schon für bestimmte Motive und Lichtsituationen eigene Presets entwickeln können. Absolut genial.

Grüße
Ivan

stefan sagt:

Presets nutze ich nur sporadisch, Synchronisation dagegen oft. Ich stimme Besim jedoch völlig in dem Punkt zu, dass sich Presets gut dazu eignen zu forschen, was der Presetersteller im Sinn gehabt hat, und welcher Regler-Kombination zu welchem Effekt führen kann.

Besim sagt:

Ich bin in den vergangenen Tagen zu nichts gekommen, freue mich aber, dass hier verschiedenen Meinungen auftauchen und diskutiert wird. Sehr schön.

Christian sagt:

Vielen Dank für das Appetizer-Paket. Das Preset “Schwarzer Kaffee” ist absolut genial und neben dem “Schmodder” Preset aus dem Lightroom Buch von Patrick Ludolph (Neunzehn72.de) mein derzeitiges Liebglingspreset.

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