15.11.2010 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Dieser eine Punkt am Abend

Es gibt diesen einen Punkt am Abend, an dem mich die Müdigkeit überkommt. Meine Augen fallen fast zu und irgendwie sind die Glieder zu schwer, um sich überhaupt noch von der Couch ins Bett schleppen zu können. Es mag sich komisch anhören, aber das ist auch der Punkt, an dem meine Kreativität erwacht.
Dann geht es mit einer Tasse Tee an den Schreibtisch. Zum grellen Bildschirmlicht gesellt sich eine Art Neugier. Ich blättere mit langsamen Bewegungen durch’s Archiv, obwohl ich weiß, welche Fotos mich dort erwarten. Doch plötzlich zeigt sich dieses eine Foto in einem neuen Licht. Es kann noch so gewöhnlich sein. Aber scheinbar musste es erst ein paar Tage liegen, um vor dem Vergessen gerettet zu werden.
Jetzt wird entwickelt. Behutsamkeit ist hier fehl am Platz. Ich komme mir vor wie ein Maler, der seine Pinsel von einer Ecke zur anderen schwingen lässt. Ich erschaffe sicherlich kein großes Werk, aber wo ihm ein Stricht fehlt, wird bei mir ein Regler hochgezogen. Unbändig hangle ich mich von Einstellung zu Einstellung, bin in die Arbeit vertieft, verliere mich in mir selbst und verändere, pfusche, erschaffe… ein wie dieses für jedermann gewöhnliches Foto, das mir gefällt.



…es gibt diesen einen Punkt am Abend, an dem mich die Müdigkeit überkommt. Er zaubert mir jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht.

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Kategorie: Fotogeschichten

Kommentare

Julian sagt:

Das einzige was mir zu dem Beitrag ist: Genial, Stimmungsvoll, authentisch und insprierend.

Ich muss gestehen irgendwie geht mir der Bericht nahe, also ich weiß genau wie die Situation ist. Und dazu noch so schön cinematisch / mystisch beschrieben.

Zudem danke für die Inspiration 😉

Anton-S sagt:

Sehr guter Beitrag, mir geht es an manchen Tagen genauso.

Mal ein Tag aus meine Leben.

„Ganzen Tag geackert, dann gegen späten Nachmittag nach Haus eigentlich schon voll k.o., aber nochmal an den Computer paar sachen schauen. So vergeht die zeit eigentlich schlaf ich ab und an schon auf der Tastatur ein.

Doch dann wie mit einen mal wieder hell wach, als ich ein Bild in meinen Lightroom Katalog seh. Dann kommen mir mehrere Ideen und ich schau weiter und entdeckt meine Bilder wieder und bearbeite eins nach den anderen.

Die Zeit verfliegt in Rassen und mir gehen die Ideen immer noch nicht aus aber ich schau auf die Uhr und die zeigt halb drei Uhr Nachts und ich muss früh um halb 6 wieder aufstehen eigentlich. Also schluss machen sonst wirds morgen sehr schwierig.“

So geht mir das öfters und muss mir schon ab und zu zwingen ins Bett zu gehen um überhaupt noch ein bisschen schlaf bekomme.

Schau jetzt immer öfters mir auch meine alten Bilder im Katalog an um genau das zu vermeinden aber immer bekomm ich es immer noch hin.

Fazit.
Kreative leute sollten nachts arbeiten sollen/müssen/können da meiner Meinung nach das die Kreativstenstunden sind. Zumindest mit aus meiner Erfahrung.

Besim sagt:

@Julian: Danke für Deinen Kommentar. Es freut mich sehr, wenn die Artikel „berühren“.

@Anton-S: Da stimme ich Dir zu. Schöner Einblick in Deinen Tag. Danke.

sprotte69 sagt:

Geht es nicht allen irgendwie so….
Abends, man kommt heim, läßt beim ersten rumkruscheln den Tag hinter sich, kommt runter und entspannt sich…
Nach Abendessen und 18 Uhr-Krimi erwacht dann (mitunter durch Hilfe eines kleines Espressos) die Lust auf Kreatives, auf Ausprobieren, was Neues zu entdecken, zu lernen, zu expermentieren… etwas zu Erschaffen

und dann – ist es schon wieder fast Mitternacht oder gar drüber, die Rufe des Partners aus dem Wohnzimmer sind schon seit Stunden den Geräuschen gleichmäßigen Atmens gewichen… Schwer sich dann von seiner Arbeit loszureißen und den Weg in die Koje anzutreten (weil ja doch gegen 05:00 Uhr wieder der Wecker rasselt…)

ja, dieses Feeling kennen wir wohl irgendwie alle und es ist immer wieder schön und aufregend und – bei mir – meist der Vorläufer einer entspannten Nachtruhe 🙂

Ronny D. sagt:

Sehr schön!!! Auch mal zu hören das es nicht nur mir so geht.

Besim sagt:

@sprotte69 und Ronny D.: Wie ich sehe, könnte der abendliche Kreativitätsschub eine Menge Geschichten hergeben. Vielleicht sollte man daraus mal etwas machen. Es ist echt interessant, andere Abendgeschichten zu lesen.

Jeannine sagt:

In der Regel bin ich die Person, deren Rufe aus dem Wohnzimmer ins Leere gehen 🙂
Hast du sehr schön und stimmungsvoll beschrieben.

hk_pix sagt:

Meine Güte…Dein flickr-account hat es ja mal in sich.
Was geniale Fotos darin sind *staun*
Echt absoluter Hammer!!! Kompliment.
Und die Geschihte finde ich auch interessant…irgendiwe sind halt alle (fast) gleich 🙂

Besim sagt:

@Harry: Cool, vielen Dank für den lieben Kommentar.

Ich kann dieses Feeling wunderbar nachvollziehen. Momentan ist es kurz nach 1 und ich merke schon, wie langsam das große Kribbeln erwacht. Texte wollen geschrieben, Fotos bearbeitet werden. Doch muss hier m.M.n. eindeutig differenziert werden: Ist wissenschaftliche Perfektion gefragt oder kreativer Ausbruch. Denn diese Augenblicke sprühender Inspiration können bei erstgenanntem gehörig nach hinten losgehen. Denn das Kompetenzfeld rund um eine fundierte, objektive Analyse sind nun stark eingeschränkt, viel mehr wartet ein brodelnder Vulkan nur darauf seine Inspiration in alle Gehirnecken zu schießen – also genau das richtige für uns (Hobby)fotografen!

Besim sagt:

Oh ja, bei wissenschaftlichen Arbeiten kann dieser Kreativitätsschub auch nach hinten losgehen. Da muss man aufpassen.

Marko sagt:

Wahnsinn, wievielen von Euch es so geht. Und ich kann mich anschließen. Da habe ich den ganzen Tag mal wieder hinter dem Computer verbracht und gearbeitet. Die Augenlider werden schwer und ich will mich schon vor den anderen Bildschirm hinpflanzen, da fällt mir dann um 8.00 abends oder später noch was ein, was ich mit einer meiner Naturaufnahmen mal versuchen wollte. Auf einmal ist da ein Energieüberschuß da, der nicht aufzuhalten ist. Es ist eine magische Anziehungskraft dieses Computers. Komischerweise passiert mir das nie morgens. Bin wohl eher ein Nachtvogel. Besonders jetzt zur Weihnachtszeit benutze ich meine Bilder oft für Geschenke und da ist es gut, wenn es mich überkommt.

Und eins stimmt auch, wenn man da noch was kreatives zum Ende des Tages vollbracht hat, schläft man besser.

In diesem Sinne.

Tschüss, bis nächstes Mal.

Steffen sagt:

@Marko: Uuuuiiiihh. Bist ja noch ganz schön spät unterwegs. Also wenn ich erst gegen drei ins Bett gehe, schlafe ich eh immer gut 😉

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