08.08.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Ein 35er auf Höhenflug

Was es nicht alles für Brennweiten gibt. Für die einen kann es nicht lang genug sein, die anderen brauchen den 180-Grad-Blickwinkel. Seitdem ich das erste Mal durch den Sucher einer Kamera geschaut habe, komme ich nicht mehr von „meinen“ 35 Millimetern los. Diese Brennweite hat es mir angetan. Vielleicht liegt es daran, dass sie die klassische Reportage-Brennweite ist, auch wenn ihr Blickwinkel heute bei vielen Kollegen als langweilig eingestuft wird. Wenn so ein Objektiv dann aber auch noch eine schöne Offenblende mitbringt, dann schwebe ich auf Wolke Sieben. Als ich davon gelesen habe, dass Walimex ein entsprechendes Objektiv auf den Markt bringt, musste ich es sofort haben.



Ohne lange Vorrede: Das Objektiv ist erste Sahne. Ich hatte ja schon mal das 85/1.4 von Walimex an meiner Kamera getestet und war schon recht begeistert, auch wenn ich mich dann für die Nikon-Ausführung entscheiden habe, weil da einfach mehr Schärfe rüberkommt. Das Walimex-35er spielt aber in einer anderen Liga. Im fotografierenden Umfeld wird Walimex oft nur Mittelmäßigkeit attestiert. Mit dem 35er spielen sie jetzt aber auf Augenhöhe mit den Profis.



Vielleicht kommt daher auch die Größe des Objektivs. Man hat schon eine richtige Wuchtbrumme in der Hand. Zwölf Linsen, die für eine Menge Auflösung sorgen, wollen aber auch gut Platz haben. Trotzdem hat das Objektiv keinen Autofokus und muss manuell bedient werden. Dafür stimmt der Preis. Zeit-, Blenden- und Programmautomatik funktionieren einwandfrei. Auch die jeweilige Blende kann bequem über das dazugehörige Rädchen an der Kamera eingestellt werden.

Die Schärfe bei Offenblende begeistert mich bei meiner Ausführung besonders. Ich sehe keinerlei Unterschied zum 35/1.4er von Nikon. Die Farbwiedergabe überzeugt, auch wenn ich eine etwas wärmere Darstellung gewohnt bin. Der Fokusring läuft butterweich, so wie man es von den alten Nikon-Objektiven aus den 70ern kennt. Einziges Manko: Der Objektivdeckel. Hier sparen viele Hersteller an der falschen Stelle. Diese Frickelei mit dem Aufsetzen und Abnehmen – vielleicht liegt es auch an meiner Ungeschicklichkeit – geht mir tierisch auf die Nerven. Ich möchte etwas mit den Fingern packen, abnehmen und nachher wieder ohne Probleme aufsetzen können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Andere Objektivhersteller machen es auch nicht besser, leider.
Trotzdem: Walimex ist mit dem 35/1.4er ein großer Sprung gelungen. Normalerweise bin ich nicht so schnell von einem Objektiv begeistert. Dieses haut mich jedoch um.






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Kommentare

aussagekräftiger Bericht, und die Bilder sprechen für sich! Mit APS-C wird das 35 eh zu ungefähr der Wirkung eines 50er, also ist es gar nicht mehr das klassische 35er, oder hast du Vollformat?
Mir gefallen der Schmetterling mit der extrem schmalen Schärfezone (super genau fokussiert, Schmetterinlge sind ja nicht immer so lange so ruhig) und das Weintraubenbild am besten!
ciao Markus

Besim sagt:

Ich habe es sowohl am Vollformat als auch an Crop benutzt, da aber eigentlich nur, um Videos zu drehen. Auch hier ist es echt stark.

Saxi sagt:

Wow – bin schwer begeistert. Das sieht wirklich großartig aus. Die Kriegskasse ist zwar leider mehr als nur leer, aber ein wenig träumen darf drin sein. Danke für den Artikel!

Besim sagt:

Danke schön. Ich drücke die Daumen, dass es das Christkind zu Weihnachten gut mit Deiner Kriegskasse meint 😉

Thorben sagt:

Vielen Dank für Deinen Bericht, die Fotos finde begeistern mich sehr! Das oben schon angesprochene Bild mit dem Schmetterling ist klasse.

Wie schaut es denn aus beim fokussieren bei einer Blende von 1,4? Ist es da nicht viel schwieriger zu fokussieren? (Ich frage auch weil ich leider kein Objektiv unter f1,8 habe und ich mir das schwierig vorstelle.)

Mich reizt die 35mm-Perspektive auch sehr, selber besitze ich das Canon 35mm f2, aber wenn ich mir Deine Bilder anschaue müsste ich eigentlich mal upgraden. Das Canon 35mm f1,4 ist ja leider unbezahlbar.

Besim sagt:

Das Fokussieren ist natürlich nicht leicht, gerade bei Offenblende bedarf es Übung. Die paar Millimeter, die man im Fokus haben möchte, zu treffen, geht je nach Lichtverhältnissen mal besser und mal schlechter. Da darf man sich bei der ersten Benutzung nicht entmutigen lassen.

Martin Wolf sagt:

Die Bilder sprechen für sich, sehr geil, Besim!
Nutzt du eine extra Mattscheibe/Schnittbildindikator oder schafft man das manuelle Fokussieren mit f/1,4 auch mit dem normalen Sucher vernünftig?

Besim sagt:

Ein Schnittbildindikator würde den Ausschuss natürlich enorm minimieren. Ich überlege seit einiger Zeit, mir so eine Mattscheibe einzubauen, habe bisher aber noch nicht die Zeit gefunden. Vernünftig wäre es eigentlich. Am Vollformat lässt es sich auch gut bei Offenblende fokussieren, auch wenn der Fokus immer mal wieder daneben geht. An einer Crop-Kamera ist es dagegen umso schwieriger.

Eric sagt:

Mal wieder sehr schöne Bilder von Dir. Ich mag die 35mm Brennweite auch sehr gern, da man gegenüber dem 50er einfach mehr „im“ Geschehen ist. An der D700 nutze ich das alte Nikkor 35mm f/2 und schätze besonders die geringe Naheinstellgrenze, das Bokeh ist allerdings um einiges unruhiger als beim Wallimex. Ich freue mich auf weitere Bilder.

Doro sagt:

Super schöne Bilder! Mir gefallen die Farben total sehr! Ich hab schon lange über ein 35mm Objektiv überlegt, ich glaube das wird meine erste Linse auf meine nächste Spiegelreflexkamera sein.

Felix sagt:

Schön zu hören! und tolle Bilder!

Kannst du evt. was zu diesem Objektiv sagen:
http://www.walimex.com/nc/foto/produkt/16962
walimex pro AE 14/2,8 für die Nikon D200 bzw. für die D7000

Oder jemand anderes?

Danke für deinen Bericht!

35mm am Vollformat ist einfach eine geniale Brennweite. Ich merke das für mich gerade, da ich an der 5D mein C/Y-Zeiss 35mm nicht verwenden kann und mich zwinge mit 50mm rumzulaufen. Der Lerneffekt ist toll aber einmal die alte Contax raus und mit 35mm durch die Gegend ist eben einfach nur <3.
Das Wallimex kommt definitiv auf die Liste, das 35mm/1.4L ist preislich nicht erreichbar gerade.

Teezeit sagt:

Ich mache schon seit vielen Jahren Reportagen. Aber ich habe bisher noch nie ein 35 mm – Objektiv dafür benutzt. Warum alle Welt immer noch glaubt, ein 35er sei eine „klassische Reportagebrennweite“ kann ich bis heute nicht verstehen.

Mir geht es genauso! Habe sowohl 35mm, 50mm und 85mm Blende 1.4 und viele Situationen (bis auf wenige Ausnahmen) fotografiere ich vorwiegend in 35mm. Sogar deutlich öfter als 50mm.

Sebastian sagt:

Wow, ein geiles Teil. Ich glaube, das werde ich mal antesten, brauch eh mal was für den Brennweitenbereich.

Christopher sagt:

Toller Bericht und die Fotos überzeugen einfach!

Markus sagt:

Wow, die Bilder sprechen für sich! #
Tolles Auge für Motive!

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