13.07.2010 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Fotografieren ist irgendwie wie angeln

In meiner Jugend habe ich sehr viel geangelt. Diese Wesen aus der Unterwasserwelt, die man sonst nie richtig zu sehen bekam, haben mich schon immer fasziniert. Wenn man sich auf den Weg machte, wusste man nie, was der Tag für einen bereit hielt. Mal hatte ich große Erwartungen & Ausrüstung dabei und wurde enttäuscht, ein anderes Mal zog ich nur mit der Angelrute los und hatte prompt nen dicken Fisch am Haken. Manchmal wartete ich seeeehr lange und nix passierte. Ein anderes Mal fing ich die Fische im Fünfmintentakt.



Genauso ist es beim Fotografieren. Nach der Hitze des heutigen Tages war ich in freudiger Erwartung eines Gewitters. Als die ersten Wolken aufzogen lief ich zum Feld, um ein paar Fotos vom herannahenden Naturschauspiel zu machen. Immer mehr Blitze zuckten zur Erde und ich verfluchte mich schon, dass ich das Stativ nicht bei hatte. Also gings zurück nach Hause, die komplette Ausrüstung schnappen, denn ich erhoffte mir ein paar schöne Gewitterfotos zur Dämmerung. Diesmal nahm ich auch das Auto, um bis zum einsetzenden Regen fotografieren zu können. Außerdem konnte ich mir so auch einen besseren Standort suchen.

An einem passenden Platz angekommen baute ich das Stativ auf und musste schnell feststellen, wofür ein Funkfernauslöser gut sein kann. Wenn man an einem schwülen Abend schwitzend auf dem Feld steht wird man von Mücken geradezu überfallen. So saß ich lieber noch mehr schwitzend aber vor Mücken geschützt im Auto und machte Langzeitaufnahmen mit dem Funkauslöser vom Feld in der Dämmerung. Leider nahm die Frequenz und Intensität der Blitze immer mehr ab anstatt, wie von mir erhofft, zu 🙁



So blieb am Ende des Shootings nur eine brauchbare Aufnahme übrig und der Blitz dort ist um ein vielfaches kleiner als die, die ich vorher beobachten konnte. Sehr schade! Naja dann eben nächstes Mal …

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Heino sagt:

Fotografieren ist doch immer weder ein Abenteuer!

Jörg sagt:

Manchmal steckt man einfach nicht drin. Das was man beim Fotografieren genauso haben sollte wie beim Angeln, ist jede menge Geduld. Hey mach dir nix draus. Das passiert, so denke ich, jedem von uns, dass da mal einfach nichts oder nur kaum was brauchbares rauskommt.

Also Kopf hoch und einfach geduldig weiter angeln… ähhhmm… fotografieren.

Steffen sagt:

@Jörg: Danke für deine tröstenden Worte 🙂

Rüdi N. sagt:

Aber dieses Bild finde ich trotzdem recht beeindruckend. Ich hatte gestern abend auch auf Gewitter gehofft, aber es zog an Garmisch vorbei.

Ronny D. sagt:

Genau das ist es!! Das ist es was es so spannend macht und mich vom Tagesgeschäft ablenkt. Sehr schöner Artikel!

Steffen sagt:

@Ronny: Dein nettes Feedback freut mich!

appel sagt:

dein vergleich mit dem angeln ist nicht schlecht.
manchmal sind aber die spontanen aktionen die besten, da zieht man auch die dicksten fische ans land.

lg appel

Olaf Bathke sagt:

Als alter Angler kann ich nur sagen: Du hast bis auf einen Punkt: Fotos kann man nicht so gut in der Pfanne braten. Toller Artikel…

Steffen sagt:

@Olaf: Ich glaube, wir müssen mal zusammen angeln gehen 🙂

Olaf sagt:

gerne aber nur Meerforelle oder Brandung

Steffen sagt:

@Olaf: Gerne, hab bisher nur Süßwassererfahrungen 🙂

Olaf sagt:

das Leben an der Kueste ist hart

Dario sagt:

Ich kann dir gut nachfühlen. Ich stand am Samstag 1 Stunde im freieh, habe etwa 20 Blitze gesehen und nur einen halben fotografiert. Alle anderen gingen am falschen Ort ab oder in genau dem Moment wo ich nicht auf den Langzeitauslöser gedrückt halte.
Witzig war, dass beim Ausrüstung zusammenpacken nochmals so ein richtiges Blitzlichtgewitter losging.
Nunja, die Natur habe ich trotzdem genossen, auch wenn ich ohne Fisch und ohne Wurm wieder nach Hause ging 😉

Steffen sagt:

@Dario: Das finde ich auch am Wichtigsten, dass man den Augenblick trotzdem genießt und sich nicht von dem Fehlschlag verrückt machen lässt.

Marcel sagt:

Hehe das kenne ich. Ich habe schon ca. 5x versucht Blitze zu fotografieren. Einmal war ich in der sächsischen Schweiz unterwegs und am Horizont zog ein wirklich geniales Gewitter auf. Die Location passte, das Gewitter war traumhaft, der Standpunkt perfekt. Nur meine Kamera hatte ich nicht dabei sondern nur eine kleine Kompaktkamera welche max. 15s Belichtung zuließ. Also habe ich auf gut Glück versucht ein paar Blitze zu fotografieren. Ich wählte den Bildausschnitt und ein schöner Blitz schoß außerhalb des Ausschnittes rechts auf den Boden. Mist, dachte ich mir, also dort hin gezielt, der nächste Blitz war dann genau dort wo ich vorher hingezielt hatte, also wieder nix. Und so ging das einige Minuten bis ich keinen Bock mehr hatte. 😀

Ein andermal stand ich in Dresden unter einer Brücke um Blitze über der Skyline zu fotografieren. Dort war der Regen so stark das der Wind ihn unter die Brücke blies. Die Kamera war also immer nass und somit konnte ich keine guten Fotos schießen.

Naja, wie Du sagst, Fotografie ist wie Angeln und das merke ich allzu oft, habe mich da vor einigen Wochen auch im Blog drüber ausgelassen. Da ging es aber hauptsächlich um das fotografieren in Dresden. 🙂

Steffen sagt:

@Marcel: Ja man hats nicht leicht bei so einem Gewitter 🙂 Da hilft nur dran bleiben und immer wieder probieren …

Marcel sagt:

Nochmal ein kleiner Nachtrag. Auch mir ist es sehr wichtig dass das fotografieren in erster Linie Spaß macht. An den vergangenen Wochenenden machten wir ein paar Fotos von den Sternen bzw. deren Sternspuren. Leider zog das eine mal der Mond auf sodass der Himmel sehr hell wurde und keine Sternenspuren mehr zu sehen waren, einander mal war das Bild was das Rauschen angeht nicht so „berauschen“.

Doch am Ende ist das alles egal denn die Abende werden trotzdem unvergessen bleiben. Wir schauten in eine Kristallklare Nacht und konnten eine Menge Sternschnuppen genießen. Auch wenn die Fotos nichts geworden sind, allein für das Stundenlange Sternengucken mitten auf einem Felsen hat es sich gelohnt.

Und genau deswegen liebe ich die Fotografie so. Man macht Dinge bzw. genießt sie, wo andere dran vorbeilaufen bzw. es nicht beachten. Denn diese Dinge sind oftmals Wunderschön.

Steffen sagt:

@Marcel: Wahre Worte. Bei mir hat es sogar eine Weile gedauert, bis ich drauf gekommen bin, solch besonderen Momente überhaupt festzuhalten 🙂 Bin schon immer gern zu besonderen Situationen, wie z.B. ein Gewitter, draußen gewesen und hab das genossen.

Matthias sagt:

Ich kann das einfach nur dick unterstreichen, was in den letzten Kommentaren gesagt wurde. Das ist einfach das Schöne an der Fotografie, dass man Dinge sieht, die von den anderen kaum beachtet wird. Es ist einfach schön, die Natur als Erlebnis geniessen zu können, auch wenn die Ausbeute manchmal enttäuschend ist.

Steffen sagt:

@Matthias: Schön, dass du mal wieder vorbeischaust!

Maximilian sagt:

@Matthias: Ich sehe das genauso wie du. „Das ist einfach das Schöne an der Fotografie, dass man Dinge sieht, die von den anderen kaum beachtet wird.“ Das trifft es mal genau 🙂 Max

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