15.09.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Gastartikel Sam Jost: Schwarz statt Weiß

Dies ist ein Gastartikel von Sam Jost. Vor ein paar Jahren hat er angefangen, sich in Aufsteckblitze zu verlieben. Mittlerweile kennt er sich so gut mit ihnen aus, dass er Workshops zum entfesselten Blitzen gibt und gerade ein eBook über Lichtsetzung schreibt.



Als ich Steffens Blogroll reloaded las, mit dem White Seamless Foto von Robert dabei, musste ich einfach mitmachen: ich liebe es, Portraits interessant auszuleuchten, probiere ständig Lichtsetups an mir selber aus und musste sofort an ein Bild denken, dass ich kürzlich mit Hilfe von Nils und Christian gemacht hatte. Zu dritt haben wir ziemlich systematisch ein paar (Hundert) Portraitfotos mit verschiedenem Licht durchprobiert, und für verschiedene Positionen des Lichts sinnvolle Anwendungen gesucht.

Die Sache hatte nur einen Haken: Steffen wollte die Fotos gerne auf weißem Hintergrund, sämtliche Fotos, die mir einfielen, hatten aber einen schwarzen Hintergrund.



Zuerst dachte ich mir interessante Ausreden aus, dass Schwarz doch das neue Weiß ist, der Hintergrund bestimmt weiß gewesen wäre, wenn er Licht abbekommen hätte, bis ich mir dachte: Zeig ihm doch mal das Bild und frag einfach höflich, ob schwarz nicht auch gehen würde. Und biete ihm ein Making-Of des Fotos an.

Ihr ahnt es schon: Steffen hat ja gesagt, ich hab noch eingeräumt, sollte ich wirklich der einzige sein, der aus dem Rahmen fällt, dann liefere ich noch ein Bild auf weiß nach.

Ausgangspunkt für mein Blogroll-Bild ist mein Kopf vor einem 50cm Beauty Dish. Direktes Gegenlicht, harte Kontraste, kaum Farben. Völlig klar, zu so einer Beleuchtung fiel uns eindeutig nur eine sinnvolle Portrait-Anwendung ein: die eines Frankenstein-Monsters, das den Betrachter verfolgt und dabei den Mond ausfüllt.

Erste Versuche mit einem Messer durch den Hals (hinterm Hals gehalten natürlich, ich bin ja nicht Lebensmüde), einer Schere im Kopf und mit einem Strick um den Hals wirkten nicht auf den Fotos, wir entschieden uns stattdessen ganz klassisch für Schrauben, die aus meinem Hals ragen sollten. Natürlich keine echten Schrauben. Stattdessen hat Nils sehr schöne Scherenschnitte aus ein paar Post-It-Zetteln gebaut, die zu unser aller erstaunen sehr gut an meinem Hals hielten:

Ich hatte nur weiße Post-It’s, die sich als leicht durchscheinend erwiesen, was mit dem Korrekturpinsel von Lightroom mit zwei Klicks behebbar war. Alternativ hätten wir auch die „Schrauben“ schwarz anmalen können, aber der Aufwand in der Nachbearbeitung war gering genug, um das zu ignorieren.
Auch stellten wir fest, dass es vom Bild her besser aussieht, wenn ich die Arme nicht nach dem Betrachter ausstrecke, sondern stattdessen nahe an meinem Kopf behalte:

Nachdem diese Grundlagen klar waren, wurde es zur Fleißarbeit: wir haben viel mit meiner Handhaltung herumprobiert, damit die Hände im Gegenlicht erkennbar waren, aber nicht mit dem Kopf verschmolzen, bis wir irgendwann zu diesem Bild kamen, dass ich jetzt auch für Steffens Blogrolle eingereicht habe:

Ich hoffe meine Beschreibung bringt andere ebenfalls auf kreative Ideen für ihr Bild, damit es nachher eine spannende Übersicht ergibt.

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Nils Luther sagt:

Ich weiß schon warum ich unsere Spielesonntage so mag 😀

Sam sagt:

Ja, da kommen echt immer wieder schicke Sachen bei raus!

Viktor sagt:

Du hättest noch Deine Augen gezielt etwas aufleuchten lassen sollen. Das käme bestimmt noch besser als das vorhandene – und Du hättest ein Gesicht in der Blogroll 🙂
Bei dem „Mond“ hätte ich noch ein Tuch mit aufgemalten Strukturen (des Mondes) genommen, oder per PS noch nachträglich rein gemacht. Würde die Stimmung des Bildes noch einmal aufpolieren und um einiges düsterer machen….

Sam sagt:

Ja, perfektioniert ist das Foto noch nicht. Aber für den Aufwand schon ein ziemlich guter Effekt, finde ich.

Viktor sagt:

ja, auf jeden Fall!

Interessanter Artikel, gefällt mir.

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