30.03.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Gastbeitrag: Geotagging im Projekt 4

Matthias Schwindt ist lens-flare.de Leser, begeisterter Fotograf und Teilnehmer am Projekt Vier Jahreszeiten. Außerdem kennt er sich gut auf dem Fachgebiet Geotagging aus. Im folgenden Gastbeitrag beschreibt er, wie ihr die GPS-Koordinaten im allgemeinen (für eure Aufnahmen) und im speziellen für das vor kurzem neugestartete Projekt 4 nutzen könnt.



Was ist Geotagging?



Fotos mit den Informationen über den Ort der Aufnahme zu versehen bezeichnte man als Geotagging. Dazu wird in die Exif-Daten eine Koordinate eingefügt. Damit ist der Aufnahmeort genauso festgehalten wie Blende und Belichtungszeit.

Wie kommt die Koordinate ins Foto?

Der einfachste Weg Fotos mit Ortsinformationen zu versehen ist eine Kamera mit eingebautem GPS Empfänger zu verwenden. Immer mehr aktuelle Kompaktkameras werden mit eingebautem GPS Modul ausgestattet. Bei Spiegelreflexkameras sieht es da schon schlechter aus. Der Nachrüstmarkt bietet hier speziell für Nikon Modelle einige gute Lösungen. Empfehlenswert sind die kabelgebundenen Modelle von Solmeta oder die Bluetooth Variante von foolography. Mein Frühlingsbild vom letzten Jahr habe ich mit dem foolography Unleashed Bluetooth Empfänger an der Kamera geschossen.
Für ein einzelnes Foto wie beim Projekt 4 bietet sich auch die Kartenbasierte Methode an. Mit passender Software wird der Aufnahmeort beispielsweise auf einer Google Karte ausgewählt und die Koordinate in die Exif-Daten übertragen. Komfortabel geht kartenbasiertes Geotagging mit der kostenlosen Software GeoSetter.
Am meisten Möglichkeiten bietet die Trackbasierte Lösung. Hierzu ist ein separater GPS Empfänger nötig. Dieser läuft während dem Fotografieren immer mit und zeichnet kontinuierlich Positionsdaten auf. Zuhause am PC werden dann die aufgezeichneten Daten mit den Fotos über die Uhrzeit abgeglichen und die Aufnahmeorte zugewiesen.

Nutzen von Geotagging beim Projekt 4

Welche Vorteile hat Geotagging für Dich als Teilnehmer vom Projekt 4? Zum einen können die anderen Teilnehmer den Ort von dem Du das Bild gemacht hast anschauen. Flickr bietet die Möglichkeit die Ortsinformation aus den Exif-Daten auszulesen und auf einer Yahoo-Karte anzuzeigen. Zum anderen dient die Geoinformation als Gedankenstütze. Jetzt ist es ganz einfach den Ort der Aufnahme für die weiteren Aufnahmen wieder exakt zu finden.

Wiederfinden des Aufnahmeortes

Die einfachste Möglichkeit den Aufnahmeort anhand des ersten Bildes wieder zu finden ist, sich den Ort auf der Karte anzusehen und hinzugehen.
Alternativ kann die Koordinate in ein Outdoor Navigationsgerät etwa von Garmin übertragen werden. Damit lassen sich auch Punkte mitten in der Natur ansteuern. Wenn der Aufnahmeort in der nähe einer Straße liegt, besteht in den meisten mobilen Navigationssystemen (PND) die Möglichkeit das Ziel auch mittels Koordinate einzugeben. Besonders komfortable Geräte erlauben auch die direkte Foto-Navigation. Dabei dient das Foto direkt der Zieleingabe.

Ich wünsche allen Teilnehmern gutes Licht und vor allem Durchhaltevermögen beim Projekt 4 von lens-flare.de.

Wer mehr Informationen zum Thema Geotagging sucht findet diese im Buch Geotagging für Fotos – So vergessen Sie nie wieder, wo Sie ein Foto gemacht haben. Und auf www.mawosch.de.

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Kommentare

Matthias sagt:

Geotaggen tue ich schon eine Weile, allerdings im Canonlager mit einem externen Logger und da ich Lightroom nutze, spiele ich die Daten dort mit Jeff Friedls Plugin ein. Ist mir eigentlich noch unbegreiflich, dass Adobe das noch nicht geschafft hat standardmäßig zu integrieren.
Soweit klappt das an sich ja aber auch ganz gut, allerdings speichert das Plugin die Daten nicht direkt in die Exif-Daten sondern man hat dann unten einen zusätzlichen Reiter „Geoencoding“.
Mein Problem ist nun, dass bei einem direktem Flickr-Export aus Lightroom irgendwie leider nicht diese Daten übertragen werden. Hat da einer nen Hinweis dazu?

Eine Software-Empfehlung ist übrigens noch der RouteConverter, mit dem man so ziemlichen zwischen allen verschiedenen Dateiformaten konvertieren kann und eine aufgezeichnetet Route auch noch im Nachhinein betrachten und korrigieren kann.

Heino sagt:

Taugt teure Zusatzhardware wirlich etwas? Ich habe gelesen, dass es zu erheblichen Abweichungen kommen kann (mehrere zig-Meter)
Ich persönlich tagge nur wenige, ausgewählte Fotos manuel mit Hilfe einer Map-Software (von Sony). Fast immer kann ich den Ort sehr exakt bestimmen und Ungenauigkeiten ausschließen.

Matthias sagt:

Also für die Fotos kann ich mit den Ungenauigkeiten leben. Die entstehen ja schon dadurch, dass man die Uhrzeit der Kamera vielleicht nicht immer kontrolliert, wie synchron die zum GPS-Logger läuft und durch den jeweils eingestellten Intervall für den Track.
Wo die Genauigkeit wichtig ist könnte man Ausreißer z.B. mit dem RouteConverter rausnehmen oder korrigieren.
Habe ich nur ein einzelnes Objekt, greife ich aber auch oft zu den Koordinaten aus GoogleMaps und haue die manuell rein. Aber für Walks ist es mit dem Logger halt natürlich einfach komfortabler.

Seb sagt:

Ob teure Zusatzhardware was taugt? Kommt darauf an was Du vor hast!

Du hast gehört, das es zu mehreren zig Metern Abweichung kommen kann? Ja! Das liegt in der Natur dessen wie GPS funktioniert. Genauigkeit wird bei GPS immer ein statistischer Wert bleiben. (siehe http://www.gps-camera.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=229%3Awie-genau-ist-gps-oder-warum-das-keiner-so-genau-sagen-kann)

Allerdings kannst Du mich gerne kontaktieren. Ich baue wenn nötig den Kontakt zu diversen Archäologen auf, die damit Solmeta und Dawntech Geotagger für Nikon zufriedenen auf Grabungsfeldern unterwegs sind. Objekte Einmessen tun die dort aber auch trigonometrisch oder per dGPS. Das ist einfach eine Andere Liga.
Hobby bis Berufsfotografen gibt es auch einige zufriedene: Z.B. http://www.gps-camera.eu/referenzen.html

Und wenn du einmal angefangen hast kartenbasierte Bildersuche* als Filterkriterium zu verwenden, dann hast Du bald keine Lust mehr Bilder einzeln von Hand zu geotaggen.

* Z.B Rechteck über Kuba aufziehen und schon werden alle Deine Bilder von Kuba in Deiner Bildersammlung gesucht. Rechteck über dem Brandenburger Tor, ….

Christiane sagt:

Interessante Sache nettes Beispielfoto. Muss ich mal von meinem Kirschbaum machen – das Geotagging.

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