14.05.2009 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Gewinner in der Kategorie Architektur

Einziger deutscher Gewinner in einer Kategorie bei Sony World Photography Award war Michael van den Boogard. Er überzeugt die Jury mit Nachtaufnahmen aus Shanghai. Michael war so nett mir Rede und Antwort in einem kleinen Interview zu stehen.



Michael van den Boogard

Hallo Michael. Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum ersten Platz hier beim SWPA! Kannst du dich für die lens-flare.de Leser bitte kurz vorstellen?



Hallo Steffen. Dankeschön! Ich heiße Michael van den Boogard, ich bin 35 Jahre alt und wohne in Köln. Ich habe Bildjournalismus in Wuppertal studiert. Danach hatte ich ein Aufbaustudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln, welches ich vor einem Jahr abgeschlossen habe.

Du trägst ja einen etwas außergewöhnlichen Namen. Wo kommt der denn her?

Das ist ein holländischer Name. Mein Ur-Ur-Ur-Großvater war Holländer und ist nach Deutschland umgesiedelt. In Holland ist der Name überhaupt nicht ungewöhnlich. Hier in Deutschland hilft mir das auch ein wenig weiter. Schon allein, wenn jemand über Google sucht werde ich viel besser als z.B. ein Herr Müller gefunden.

Du bist ja mit deinen Aufnahmen aus Shanghai sehr erfolgreich. Kannst du bereits mit der Fotografie deinen Lebensunterhalt erstreiten?

Ich hatte das Glück gehabt ein paar Bilder zu verkaufen so dass ich die Möglichkeit habe mich auf mein nächstes Projekt zu konzentrieren. Natürlich kommt der Gewinn des Sony World Photography Award sehr zu Gute. Auf lange Zeit gesehen würde ich mir wüschen von der Fotografie leben zu können.

Die Medien haben dich ja bereits entdeckt. Sind denn vielleicht schon Bildagenturen auf dich zu gekommen und haben dir eine Partnerschaft angeboten?

Ehrlich gesagt bin ich Bildagenturen gegenüber eher skeptisch. Viel lieber würde ich unhabhängig auf dem Kunstmark tätig sein, um ohne Vorgaben der Fotografie nachgehen und gezielt meine Arbeiten zu präsentierenzu können. Durch den Award habe ich das Glück, das auch Sony meine Aufnahmen vermarktet.

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen deinen Bilder für den Sony World Photography Award einzureichen?

Eigentlich eher zufällig. Ich habe von dem Award bei fotowettbewerbe.de gelesen und mich spontan entschieden dort mitzumachen. Es ist ganz einfach dort die Bilder einzureichen. Eine Beschreibung ist nicht von Nöten. Das ganze dauert nicht länger als 5 Minuten.

© Michael van den Boogard; mit freundlicher Genehmigung der Sony World Photography Awards 2009
© Michael van den Boogard; mit freundlicher Genehmigung der Sony World Photography Awards 2009

Du fotografierst ja digital und wenn man deine farbenfrohen Aufnahmen aus Shanghai so sieht, fragt man sich unwillkürlich, ob die so aus deiner Kamera kommen, oder ob du dort noch gezielt nachbearbeitet hast.

Eher klassiche Dunkelkammerarbeiten, Abwedeln, Nachbelichten etc. Es wurde keine zusätzliche Farbsättigung o.ä. hinzugefügt. Die Farbigkeit kommt eher von den langen Belichtungszeiten, die Kamera sieht dann doch mehr Farben.

Als du die Fotos gemacht hast war es Nacht und du warst in den Slums von Shanghai. War das nicht gefährlich? Warst du allein?

Ich war nicht in den Slums, ich weiß gar nicht wo die Aussage herkommt, ich glaube vom Spiegel. Es waren ganz normale Wohngebiete in denen ganz normale Leute wohnen. Slums sind in der Regel nicht aus Stein gebaut, sondern bestehen aus Wellblech und anderen improvisierten Materialien.
Ich hatte gar keine Angst, dazu gab es keinen Anlass – ich könnte mich ganz frei bewegen und es hat sich niemand an mir gestört.

Der Spiegel hat Armenviertel geschrieben. Weiß nich wie ich auf Slums komme…

Kann man Fotos von dir bei Online Communities finden?

Ich bin bei seen.by angemeldet und auch bei celeste. Letzteres ist so eine Art Künstlercommunity. Ich bin auch bei der fotocommunity angemeldet, habe aber nie etwas dort veröffentlicht: mich verwirren diese Riesencommunitys.

Welche Sparten interessieren dich neben der Architekturfotografie noch?

Besonders interessieren mich Landschaften & Menschen anderer Nationen. Ich liebe es spontan zu Arbeiten. Demnächst möchte ich mich auf den Weg nach Marokko machen, im Auto schlafen und einfach fotografieren, was mich besonders bewegt oder mir gefällt.

Wenn es jetzt wieder erwarten mit deinen Fotos nicht mehr so gut laufen würde, wie würdest du deinen Lebensunterhalt verdienen?

Ich habe schon während des Studiums immer gerne mit Kindern gearbeitet und könnte mir gut vorstellen als Kunstlehrer oder Dozent tätig zu werden.

Michael, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute und hoffe, das du weiterhin mit dem Fotografieren erfolgreich bist!

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Kommentare

Nylle sagt:

Tolles Interview! Ich finde gut, daß deine Fragen immer auch ein wenig auf die vorhergehenden Antworten eingehen (oder zumindest den Eindruck erwecken), dadurch wirkt das sehr lebendig und natürlich. Ganz besonders gefällt mir, daß dieses Slum-Mißverständnis so drin geblieben ist und nicht herausberichtigt wurde.

Steffen sagt:

Danke 🙂 Dieses Interview war ein Gespräch, dass ich mit dem MP3-Player aufgezeichnet habe.

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