15.03.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Im Test: Die neue Canon EOS 600D



Vier Jahre ist es her, dass ich mir meine erste Spiegelreflexkamera gekauft habe. Es war damals eine Canon 400D, also auch eine Kamera aus der dreistelligen Serie von Canon. Die Canon 600D, welche nun frisch auf den Markt gebracht wurde, ist bereits der vierte Nachfolger. Wenn man sie mit der damaligen 400D vergleicht, entdeckt man viel Neues. Liveview, Videofunktion, schnellerer Prozessor, mehr Bedienelemente, sensiblerer Sensor mit fast doppelt so vielen Pixeln, aber auch das größere und höher auflösende Display, welches nun auch wie bei der 60D, schwenkbar geworden ist.

Diese ganzen Neuerungen in einem Gerät fand ich sehr spannend, weshalb ich mich freue die 600D zu testen und mit der 400D, aber auch mit einer 5D Mark II, vergleichen zu können.



Das Erste was mir nach dem Auspacken auffiel, war das deutlich bulligere Gehäuse. Breite und Höhe scheinen gleich geblieben zu sein, aber die Tiefe hat gegenüber der 400D ordentlich zugenommen. Die Außenhülle ist wie eh und je aus einem Kunststoff, der aber für seine Robustheit berühmt berüchtigt ist. Mit dem LP-E8 kommt der gleiche Akku, wie bei der Vorgängerin (550D) zum Einsatz.

Im Laufe der Jahre sind anscheinend immer mehr Knöpfe und Schalter dazu gekommen, was die Bedienbarkeit gegenüber der 400D aufwertet. Zwar spendiert Canon dieser Serie noch kein zweites Rädchen, aber es gibt nun z.B. einen ISO-Knopf in der Nähe des Auslösers, wie bei den größeren Modellen. Außerdem ist der „SET“-Knopf jetzt mit verschiedenen Funktionen belegbar. Wer mit dem Canon Bedienkonzept vertraut ist, kommt mit dieser Kamera schnell zurecht.

Das Auslösegeräusch hat sich seit der 400D eigentlich gar nicht verändert. Es ist noch immer das gleiche giftige Niesen, dem die Nikon-Jünger (ich nenne keine Namen 😉 ) gerne mal nachsagen, dass es billig klingt. Mit knapp vier Bildern/Sekunde ist die 600D im Vergleich zur 400D (3 Bilder/s) recht flott unterwegs. Hier eine kurze Hörprobe:

Speichermedium ist mittlerweile eine SD-Karte (früher Compact-Flash), was mir eigentlich gefällt, denn für SD-Karten findet man ja nun fast überall einen Steckplatz. Und mit dem neuen SDXC-Standard ist auch für ausreichend Platz gesorgt. Ein weiterer Vorteil ist, dass dort auch die Eye-Fi Karten zum Einsatz kommen können, welche Bild-Dateien via WLAN auf den Rechner übertragen. Neben USB-, Fernauslöser- und HDMI-Buchse besitzt die Kamera auch einen Anschluss für ein externes Mikro.

Beim Display habe ich, wen wundert es, besonders genau hingeschaut. Ich finde es einen mutigen Schritt von Canon auf Schwenkdisplays zu setzen. Diese kleine Revolution kann aber nur gelingen, wenn dieses Bauteil über jeden Zweifel erhaben ist. Natürlich kann ich nicht beurteilen wie sich die beweglichen Teile nach jahrelanger Nutzung verhalten werden, aber auf den ersten Blick wirkt alles stabil und trotzdem flexibel. Mit zirka 1.040.000 Bildpunkten ist es ausreichend hochauflösend macht einen guten Gesamteindruck. Einzig die Helligkeit könnte etwas höher sein, um bei Sonnenschein gut arbeiten zu können.

Aus der Sicht der Fotografierenden bringt das Display gleich mehrere Vorteile mit sich: Beim Transport kann man es nach Innen drehen und braucht so keine Kratzer auf der Oberfläche befürchten. Der größte Vorteil überhaupt, ist dass man sich beim Fotografieren in Bodennähe nicht mehr schmutzig machen braucht oder gar ungewollt für einen Großeinsatz bei Polizei und Feuerwehr sorgt. Ein dritter wichtiger Punkt für mich ist, dass ich auch mal etwas unauffälliger die Kamera auf einen besonderen Moment richten kann. Nicht das ich unbedingt jemanden heimlich fotografieren will, aber sobald während einer Party o.ä. man den schwarzen Kasten vor das Gesicht nimmt, ist jede Situation zerstört. Mit der Kamera auf dem Schoß und Display nach oben gedreht, fotografiert man schon ein wenig unauffälliger. Könnte auch für die Straße interessant sein. Aber auch am Stativ ist so ein flexibler Kamerabildschirm, eine wahre Freude. Wenn man es mal nicht auf 1,80m ausgefahren hat, kann man mit einem Blick von oben immer noch bequem den Bildausschnitt wählen und fokussieren. Ihr seht, mir gefällt diese Neuerung ausgesprochen gut 🙂

Soweit erst einmal zur Hardware der neuen Kamera. In einem zweiten Teil, später in dieser Woche, möchte ich euch mehr die inneren Werte vorstellen und auch mal das eine oder andere Foto/Filmchen zeigen.

Update: Hier ist nun der zweite Teil.

Bei Google empfehlen:

Kategorie: Produkte

Kommentare

der echte Jan sagt:

>> sobald während einer Party o.ä. man den schwarzen Kasten vor das Gesicht nimmt, ist jede Situation zerstört

Na das solltest Du aber besser wissen. Der mensch ist so dermaßen anpassungsfähig, daß er sich schneller an Störfaktoren gewöhnt, als man meist erwarten würde. Wenn Du auf einer Party die ganze Zeit die Kamera herumträgst und dauernd vor dem Gesicht hast, werden sich die Gäste so rasend schnell daran gewöhnen, daß sie binnen kürzester zeit auch mit Kamera ganz normal agieren/reagieren. Dieser Effekt, daß die Menschen sich beobachtet fühlen und anders reagieren, als üblich ist doch nur am Anfang da.

Steffen sagt:

Vielleicht fotografiere ich ja immer zu wenig, wenn ich auf einer Party bin 😉

Matthias sagt:

Da ist ja schon der erste Bericht, naja bin grad bissel hinterher mit dem Feed lesen …
Hm, ok bestätigt mein Bauchgefühl, aber überzeugt mich halt nicht davon einen neuen Body zu brauchen. Aber wer neu kauft, sollte sich das mit dem Klappdisplay sicherlich überlegen.
Ich bin momentan aber eher auf der Suche nach einen Alternative dazu. Überlege mir grad erstmal den Phottix Hector zu holen, um erstmal zu testen, wie sich sowas macht.

Jan Sievers sagt:

Sehr schöner Test. So ein Schwenkdisplay ist anscheinend wirklich ganz brauchbar, in der ein oder anderen Situation. Ich warte sowieso nur auf die richtige Gelegenheit, von der 1000D auf ein besseres Modell umzusteigen. Wenn der ganze Spaß nur nicht immer so teuer wäre. 😀

RSS-Feed zu diesem Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Über neue Kommentare per E-Mail informieren.

© 2007 - 2016 lens-flare.de – Fotografie Blog is proudly powered by WordPress.