17.02.2014 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Im Test: Sony DSC QX100


QX100 Lens-Style Kamera



Im letzten Jahr hat Sony einen mutigen Schritt gewagt und eine neue Idee in ein reales Produkt gegossen. Eine Art Objektiv, dass alle Funktionen einer Kamera gleich mitbringt und als Foto-Upgrade für Smartphones oder Tablets dient. Ich habe das QX100 ne Weile ausprobiert und möchte nun ein paar Dinge niederschreiben, die mir während der Benutzung aufgefallen sind.



Das QX100 ist so konzipiert, dass es auch ganz ohne Smartphone, Fotos aufnehmen kann. Die entsprechenden Bedienelemente (An/Aus-Taster, Auslöser, Zoom-Wippe) sind vorhanden. Die Bilder werden wahlweise auf eine Micro-SD Karte oder M2 Memorystick gespeichert. Außerdem existiert noch ein Ring, mit dem man Zoomen oder Fokussieren kann. Bei manuellem Fokus dient er zum Scharfstellen, bei Autofokus zum Zoomen. Finde ich eine pfiffige Idee.
Ein kleines Display am Objektiv informiert über den SD-Karten- und Akkustatus.

Im Lieferumfang des QX100 befindet sich eine Art Klammer, mit der man das QX100 an einem Smartphone befestigen kann. Dies geht relativ unkompliziert von Statten und dauert auch nur ein paar Sekunden. Für Sony Smartphones gibt es auch Hüllen, die eine Aufnahmen für das Objektiv besitzen. So spart man sich die Klammer und die Verbindung ist etwas sicherer. Für die Befestigung am Tablet gibt es ebenfalls entsprechendes Zubehör. Ist das QX100 am Smartphone befestigt, ist es besser eine Hand am Objektiv zu haben, da die zusätzlichen 180g das Gespann doch recht kopflastig werden lassen. Ein Halten, wie bei der Kompaktkamera am Gehäuse, geht zwar auch, ist aber unsicherer.

Um die Kommunikation zwischen Smartphone/Tablet und Objektiv zu ermöglichen, benötigt man die entsprechende PlayMemories Mobile App (Android, iOS). Beim Einschalten aktiviert das QX100 ein WLAN mit dem sich das Smartphone verbinden muss. Von da ab findet die App das Objektiv von alleine und aktiviert die Bedienoberfläche inklusive digitalem Sucher. Dies dauerte je nach Situation unterschiedlich lange (ca.10-20 s) und könnte schneller von statten gehen.

Da die Bilder, die der Sensor des QX100 „sieht“, erst per Funk an das Smartphone übertragen werden müssen, kommt es schon hin und wieder zu Verzögerungen, also ein Ruckeln oder Einfrieren des Sucherbildes. Das stört in hektischen Situationen und ist ein Nachteil gegenüber herkömmlichen Kameras. Außerdem nervte die ab und zu erscheinende Fehlermeldung meines Smartphones, dass es Probleme mit der Verbindung gäbe. Hier muss meines Erachtens bei Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit noch nachgebessert werden.

Natürlich funktioniert die Übertragung der Daten auch ohne Anbringen des Objektivs am anzeigenden Gerät. So eröffnen sich ein paar neue kreative Möglichkeiten, wie z.B. eine Fernauslösung des Objektivs. Oder einfach ein paar Spielereien wie auf dem Foto unten. Das Stativgewinde erweist sich hierbei als sehr nützlich.

QX100 Fernauslösung

Die vorhandenen Einstellmöglichkeiten der App sind recht spartanisch, aber an die wichtigsten Punkte wurde gedacht. Naja bis auf eine Sache, die mich sehr nervt. Auslöse- oder Aufnahmebestätigungsgeräusche sind mir verhasst. Zwar kann man das Objektiv zur Verschwiegenheit zwingen, aber mein Smartphone piepst bei aktiviertem Ton trotzdem noch relativ laut, nach dem Drücken des Auslösers. Nur wenn ich auch es auf lautlos oder Vibration stelle, gibt es keine Geräusche.

Die Aufnahmen, die der 1″ Exmor Sensor mit Hilfe des Zeiss Objektivs aufnimmt, sind 20 Megapixel groß und können sich sehen lassen. Mit den richtigen Einstellungen ist möglich mittels der Tiefenschärfe Objekte vom Hintergrund freizustellen. Der Brennweitenbereich des Objektivs ist vergleichbar mit 28-100mm am Kleinbildformat und ganz ordentlich, die Möglichkeit am Smartphone zoomen zu können ein Traum! Bei 28mm kann mit Blende f1.8, ISO 12.800 und Bildstabilisator selbst bei schlechtem Licht Aufnahmen machen, die mit der Kamera des Smartphones undenkbar wären. In diesen Punkten besteht für mich die eigentliche Stärke des QX100.

Nach der Aufnahme, wird das Bild auf der Speicherkarte gespeichert (sofern vorhanden) und ans anzeigende Gerät übermittelt. Hierbei kann man wählen, ob eine verkleinerte Version (2 Megapixel) oder die volle Auflösung übertragen werden soll. Letzteres nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch und verschafft dem Fotografen eine mehrsekündige Zwangspause. Die verkleinerte Version landet aber recht flott auf dem Telefon und kann dann natürlich sofort weiterverbreitet werden.

Hier ein paar von mir aufgenommene Beispielbilder:

Spreeblick

Ein Punkt der mich an dem QX100 am meisten stört sind die Abmessungen. Mit seinen 6,25cm x 6,25cm x 5,55cm hat es eine Form, die jede Tasche der Kleidung unvorteilhaft ausbeult. Darüber vermag auch nicht die im Lieferumfang enthaltene Handschlaufe hinwegtrösten. Mit dem Smartphone mache ich Fotos, wenn ich sonst keine Kamera dabei haben kann. Das QX100 ist aus dem Wunsch geboren, die Qualität dieser Aufnahmen zu verbessern. Wenn ich aber dafür wieder eine spezielle Tasche brauche, dann kann ich ja auch gleich eine bessere Kamera mitnehmen. Vermutlich wird es schwierig, die Technologie aus dem QX100 in ein noch kleineres Gehäuse zu stopfen. Aber wirklich Sinn macht so ein Upgrade für mich nur, wenn es genauso portabel ist, wie das Smartphone. Wenn man zum Beispiel die Möglichkeit zu Zoomen weglassen würde und dadurch die Tiefe von 5,55cm auf 1cm schrumpfen würde, so fände ich das Produkt schon deutlich interessanter.

So finde ich den Ansatz toll, das fertige Produkt allerdings, überzeugt mich bisher noch nicht. Ich bin gespannt auf die zweite Generation!

Weitere Meinungen von anderen Bloggern zum QX100 findet ihr hier:
http://www.clickpix.eu/
http://www.spiegelberg.org/
http://neuerdings.com/
http://www.technikblog.ch/

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Kategorie: Fotografie, Produkte

Kommentare

Max sagt:

Ich finde das auch eine interessante Erweiterung und hatte mal das QX-10 im Laden ausprobiert.
Und wenn man NFC-fähige Tablets oder Telefone hat, ist das Koppeln auch kinderleicht.

Mit NFC geht das Koppeln wirklich schnell, allerdings klappte der Start bei mir nicht immer zuverlässig.

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