09.05.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Interview zum Thema Flickr Explore

Wie schon in der Auswertung zu unserem kleinen Experiment angekündigt, habe ich ein Interview mit Daniel Eiba zum Thema Flickr Explore geführt, welches etwas mehr Licht ins Dunkel des Mythos zu bringen versucht.



Hallo Herr Eiba, vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview bereit erklärt haben. Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?
Gerne, mein Name ist Daniel Eiba und ich bin vom Flickr-Headquarter aus für die Monetarisierung der Yahoo! Communites, darunter auch Flickr, sowie Partnerschaften in diesem Bereich verantwortlich.

Letzten Donnerstag haben wir ein kleines Experiment im Zusammenhang mit Flickr gestartet. Wir wollten herausbekommen ob es ausreicht, dass eine Aufnahme viele Kommentare und Favoriten bekommt, um im Explore gezeigt zu werden.
Interessant!



Welchen Kontrollen wird eigentlich ein Foto unterzogen, wenn ich es auf Flickr hochladen?
Flickr selbst führt keine pro-aktiven Kontrollen bei Uploads durch. Unsere Nutzer sind angehalten sich an unsere Community-Richtlinien zu halten und Inhalte gemäß unseren Inhaltsfiltern einzuordnen, einen entsprechenden Lizenztyp und die Privatsphäreneinstellungen auszuwählen. Grundsätzlich gilt das Notice&Takedown-Prinzip. So setzen wir auf die Moderation einer sehr aktiven Community – was auch sehr gut funktioniert – und stellen robuste Systeme zur Verfügung, durch welche unsere Nutzer Verstöße melden können. So melden Flickr-Nutzer sehr schnell, falls einmal Fotos nicht so eingeordnet sind, wie sie es sein sollten – und dann wird Flickr umgehend aktiv. Wie das genau funktioniert, finden Sie in unseren Community Guidelines: http://www.flickr.com/guidelines.gne.

Im Übrigen sind diese feinen Einstellungsmöglichkeiten bezüglich des Rechte- und Lizenz-Managements einzigartig bei Flickr. Das Bild gehört dem Urheber und wir möchten diesem auch alle Möglichkeiten an die Hand geben, seine Urheberrechte und Privatsphäre zu schützen, aber gleichzeitig die Chance bieten, Fotos im Internet zu verbreiten und mit anderen zu teilen. Hierzu haben wir auch kürzlich das neue Feature „Share this“ gestartet – eine Funktion, mit welcher man seine Fotos ganz leicht mit allen relevanten sozialen Netzwerken, Blogs oder auch per Email teilen kann (weitere Infos hierzu: tp://blog.flickr.net/de/2011/03/30/einmal-hochladen-uberall-und-mit-allen-teilen/)

Ich habe für den Versuch eine blaue Fläche eingestellt. Die Leser unseres Blogs waren so nett jede Menge Kommentare und Favoriten für das Bild zu hinterlassen. Trotzdem wurde es nicht im Explore angezeigt. Was ging denn da schief?
Das ist nicht unbedingt überraschend – es gibt keine spezielle To-Do-Liste, die man abarbeiten kann, um auf Explore zu kommen. Explore ist ein Spiegel dessen, was die Flickr-Community begeistert – und ist somit auch sehr facettenreich. Es sind viele Faktoren, die beeinflussen, ob etwas auf Flickr interessant ist oder nicht. Es kommt unter anderem darauf an, woher die Klicks stammen, wer das Bild wann kommentiert, wer es als Favorit kennzeichnet, welche Tags verwendet werden und noch viele weitere Faktoren spielen hier mit ein. Zudem bleiben die Maßstäbe für „Interestingness“ keineswegs gleich, sondern ändern sich im Laufe der Zeit, da immer mehr interessante Fotos und Geschichten auf Flickr hinzugefügt werden. Das lässt sich nicht so einfach reproduzieren, wie Ihr Versuch ja zeigt.

Leser berichteten davon im Explore schon Fotos gefunden zu haben, bei denen sie sich wunderten, dass sie dort gezeigt wurden. Belanglos und ohne erkennbaren fotografischen Anpruch. Wie passiert dann so was?
Das liegt im Auge des Betrachters: Was für den einen nicht sonderlich spannend erscheinen mag, hat für andere einen speziellen Reiz. Gerade das macht ja Explore so spannend – denn man kann sich sicher sein, dass ein Bild, das in Explore auftaucht, ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Engagement von einem beachtlichen Teil der Flickr-Community bekommen hat. Schauen Sie mal genauer hin, wenn Sie ein solches Bild finden: Manchmal ist es nicht nur das Motiv, die Einstellung und Komposition, die ein Bild in Explore aufsteigen lassen. Es ist auch ausschlaggebend, in welchen Gruppen es eingestellt wurde, was die Kommentare und Metadaten verraten, mit welcher Kamera oder Technik es aufgenommen wurde und dann erschließt es sich vielleicht, warum es sich um ein besonders Bild handelt.

Gibt es neben den Automatismen, die die Aufnahmen für den Explore auswählen, auch Redakteure die auf den Prozess Einfluss nehmen?
„Interestingness“ ist ein Algorithmus, auf den kein Mensch Einfluss nimmt.

Fällt es bei den Flickr-Mitarbeitern eigentlich auf, wenn ein Foto deutlich mehr Aufmerksamkeit, also Views, Kommentare etc., bekommt als alle anderen?
Das Flickr-Team surft oft über Explore und kennt auch viele aktive Community-Mitglieder persönlich, aber jeder einzelne hat auch so seine eigenen Lieblingsgruppen und Kontakte, die immer wieder spannende Perspektiven bieten. Ich persönlich schaue fast täglich bei Explore rein und bin so auch vor Jahren zu meiner ersten Lieblingskamera gekommen – einer Ricoh GR Digital. Die Schwarzweiß-Aufnahmen hatte ich zuerst bei Explore durch eine schon fast filmähnliche Körnung entdeckt.

Hat man das Glück, dass die eigene Aufnahme im Explore gezeigt wird, bekommt man keine Benachrichtigung darüber. Auch gibt es keine Kennzeichnung an dem Foto. Warum ist das eigentlich so?
Da gibt es ja einige Tools, mit welchen man selbst nachsehen kann, wie populär ein Foto ist. Ich nutze beispielsweise eines von dopiaza.org, welches meine interessantesten Fotos automatisch in einem Set aktualisiert. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Es gibt keinen bestimmten Grund, Flickr schickt im Allgemeinen nur sehr wenig Benachrichtigungen an die Mitglieder. Auch „Interestingness“ ist ja kein geschlossener Pool, sondern eine fließende Skala – schwer, hier eine Grenze zu ziehen.

Welche Tipps können Sie den lens-flare.de Leser geben, um ihre Aufnahmen erfolgreich bei Flickr zu präsentieren?
Am besten werden Sie einfach ein aktiver Teil der Flickr Community – treten Sie Gruppen bei, knüpfen Sie neue Kontakte zu anderen Mitgliedern, versehen Sie Ihre Bilder mit Titel, Tags und Beschreibungen, erzählen Sie die Geschichte hinter dem Bild, sprechen Sie über Ihre Erfahrungen und Techniken beim Fotografieren.

Schönen Dank für das Interview Herr Eiba.

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Kategorie: Allgemein

Kommentare

Stefan sagt:

Belangloses Marketingblabla…

zoomyboy sagt:

Wie ich schon in meinem Kommentar zu dieser Sache sagte, eine reine Algorithmus Entscheidung steckt dahinter welches Bild es in Explore schafft, und kein einziges Bild wird Moderiert.
Deshalb auch diese teilweise katastrophale Auswahl. Vielleicht erwarten sich auch einige zu viel von Flickr, was es aber eigentlich gar nicht sein will oder kann.

stefan sagt:

ja stimmt, wenig Erhellendes…

Olaf Herrig sagt:

Der Mann war ja richtig kompetent – für was auch immer! Nur als bei seiner Kompetenzschulung Fotografie auf dem Stundenplan stand, da war er wohl gerade Kreide holen! (… um es mal vorsichtig auszudrücken.)

Gruß, Olaf.

Marcus sagt:

@stefan das dacht ich mir auch nach der dritten Frage.
Das da niemand erzählt was zu nem explore führt war ja eigentlich klar, aber das es wirklich komplett unmoderiert ist hätte ich nicht gedacht.

hAnnes sagt:

@Olaf: vorsichtig mit deiner Wortwahl und deinen Unterstellungen. Es muss ja nicht gleich jeder Mitarbeiter auf einer Plattform für Kunst und Fotografie ein Van Gogh oder ein Jim Rakete sein um einen guten Job zu machen.

Außerdem schreibt Herr Eiba das er für die Monetarisierung zuständig ist – soetwas geht sowieso stark am Aufgabenfeld der Fotografie vorbei.

@Marcus: nun stell dir mal vor er würde aus dem Nähkästchen plaudern, dann hätten wir in Explore nur noch total tolle Bilder, und niemand würde sich mehr an den Bonbon-Bildern in einer schlecht sortierten Explore-Galerie freuen. Hat also definitiv seinen Nutzen!

@Thema Explore: Ich habe z.B. mit diesem Bild ein Explore erreicht – es hatte damals lediglich 55 Betrachter, 5 Kommentare und 1 Favorit. Am reinen Algorhythmus kann es also nicht liegen – schätze es sind 2/3 Algorhythmus, und 1/3 Zufallsgeneratorprinzip. 🙂

Olaf Herrig sagt:

@ Hannes: Wer als Vertreter eines Fotoforums auftritt sollte auch gewisse Fotografiekenntnisse haben! Ich selbst betreibe ein Eisenbahn-Forum – ich könnte dies nicht ohne Metierkenntnisse. Und ein Bild zu hypen, nur weil es mit einer 100 Jahre alten digitalen Vollformatkamera aufgenommen ist, ansonsten aber Datenmüll ….. was soll ich davon halten?
In meinem Forum fliegen Beiträge, bei denen die Schöpfungshöhe zu niedrig liegt raus. Zweimal (beim selben User) habe ich das tatsächlich bereits getan!

hAnnes sagt:

Ich will dir nich zu Nahe treten Olaf, aber du bist in der Hinsicher etwas zu intolerant. Es mag auch nicht jeder Eisenbahnen – geschweigedenn diese zu fotografieren. Vermutlich sind in den Augen von anderen Personen dein Forum, sowie die Beiträge darin, auch einfach nur Datenmüll, du verbindest damit aber eine emotionale Bindung und ein Hobby. Genauso sehe ich das auch bei einem Fotoforum in welchem es weniger gute Fotos gibt.

Ich für meinen Teil liebe schön geformte Fahrräder mit sauber gemufften Stahlrahmen, und den Drang zum Minimalismus. Andere Menschen sehen nur ein Fahrrad um von A nach B zu kommen. Verstehst du was ich meine? Daher finde ich es anmaßend den Herr Eiba anzufahren und als unwissend darzustellen. Außerdem wird er nicht für ein Bloginterview die firmeninternen Geheimnisse preisgeben…

Im Kontext war auch zu lesen das er selbst mit einer Ricoh GR fotografiert, dies ist auf jeden Fall keine Billigknipse wie sie jedermann daheim hat… also wird schon ein gewisses Wissen dahinterstehen.

Was mich aber bei Flickr auf die Palme bringt sind diese doofen „Award“-Grafiken, diese sind wirklich Datenmüll und „verstopfen“ die Bandbreite um ein Vielfaches. Sowas sollte man löschen.
Nochmal Thema Explore: wir haben im LuxundLaune-Forum z.B. einen Thread über genau das Thema. Dort sind auch Dinge angegeben wie z.B. Tags (max 15) und Gruppen (max 10-12). Alles Dinge die am Ende in den Algorhythmus einfließen und „Interestingness“ beeinflussen.

Marcus sagt:

@hAnnes stimmt schon. Eigentlich geht der explore hype an mir vorbei. klar ich versteh das man sich darüber tierisch freuen kann, muss man dann aber gleich Gott und der Welt davon erzählen, Alben mit seinen „Explores“ anlegen?
Für mich war einfach von Interesse ob es komplett automatisiert/Zufall ist, oder ob noch jemand menschliches darüber schaut.

Robert sagt:

„„Interestingness“ ist ein Algorithmus, auf den kein Mensch Einfluss nimmt.“ Bin der Meinung, dass Mitarbeiter es überwachen sollten, da es sonst in die falsche Richtung gehen könnte. Sehe dieser Entwicklung eher skeptisch entgegen!

jürgen sagt:

find ich gut

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