24.07.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Johannes Heuckeroth – the light

Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Heuckeroth. Er ist ambitionierter Fotograf und stellt seine Arbeiten unter pfnphoto.com aus. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über Johannes.



Heute beschreibt er, wie die Aufnahme entstanden ist, mit der er den ersten Platz im Fotowettbewerb auf kwerfeldein.de belegen konnte.

Bildentstehung
Anfang des Jahres war ich schon mal an diesem See und konnte bei Sturmwetter einige interessante Aufnahmen machen.



Ein halbes Jahr später bin ich eines Tages zufällig mal wieder an der Stelle vorbeigeradelt.
Dabei fiel mir auf, dass mitten in diesem kleinen See ein Surfboot lag. Ich fragte mich natürlich wie zur Hölle das dahin kam. Jedenfalls nahm ich mir vor, abends mit der Kamera wieder zukommen um dieses interessante Detail zu fotografieren.

Es gelang mir aber an diesem Abend allerdings nicht, das Boot irgendwie sinnvoll in ein Bild zu integrieren und so konzentrierte ich mich auf den See bei Sonnenuntergang. Leider gab es an diesem Abend keine Wolken am Himmel zu sehen und so viel das ganze ziemlich unspektakulär aus.

Nach der Betrachtung der Fotos zu Hause war klar, dass an diesem Abend kein vorzeigbares Ergebnis entstanden war.

Am nächsten Tag warf ich dann abends zufällig einen Blick aus dem Fenster und dachte bei Betrachtung der interessanten Wolkenkonstellation: „Mist so was hätte ich gestern gebraucht!“ Ca. 5 Minuten später dann der Gedanke: „Scheiß drauf, fahr ich halt noch mal hin.“ Kameratasche gepackt, zum Auto gehetzt und losgefahren. Als ich ankam war die Sonne gerade hinter dem nahe gelegenem Wald verschwunden, ich hatte also nicht viel Zeit zu verlieren. Da ich schon zweimal vor Ort war, kannte ich ungefähr die interessantesten Stellen und machte dort meine Fotos. Ca. 15 Minuten nach meiner Ankunft hatte ich dann den Standpunkt gewählt an dem das finale Bild entstand. Der Standort war gleichzeitig auch der letzte des Tages. Hier machte ich über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten Fotos bis die spektakuläre Lichtstimmung verschwunden war. Glücklich darüber, dass es dieses Mal geklappt hatte, fuhr ich nach Hause.

Nachbearbeitung
Die Auswertung und Nachbearbeitung war bei dieser Bilderserie sehr schwierig und langwierig für mich. Erstmal galt es das beste Foto aus den ca. 35 Perspektiven/Standorten herauszusuchen. Ich konnte mich letztendlich aber nicht auf ein einzelnes Motiv festlegen und entschied mich für zwei Hochformate. Ich wollte beide bearbeiten um danach das Beste auszuwählen. Ich will euch noch das zweite Motiv zeigen, dass nach der Bearbeitung so aussah und mich nicht 100% überzeugen konnte.

Ich entschied mich also für das andere Motiv. Ausgangspunkt für die spätere Bearbeitung war eine Belichtungsreihe. Hier die Aufnahmedaten und die Originalbilder:

Canon 400D – EF-S10-22mm f/3.5-4.5 USM
10 mm – ISO 100 – f/8.0
1/5 sec. – 1/20 sec. – 1/80 sec.

Erstes Ziel der Nachbearbeitung war mal wieder ein HDR, da die einzelnen Bilder für sich betrachtet nicht viel hergaben. Die einzelnen Bilder geben auf Grund des beschränkten Dynamikumfangs der Kamera  jeweils nur einen bestimmten Teil des Motivs gut wieder.

Als ersten Schritt habe ich die drei Bilder unbearbeitet als TIFF aus Lightroom ausgegeben.
Mittels Photomatix erfolgten dann die HDR-Erstellung und das Tonmapping. Die genauen Einstellungen kann ich euch auch hier leider nicht mehr zeigen. Nach einer weiteren Bearbeitung in Photoshop (die Schritte erspar ich euch jetzt mal), sah das Ganze so aus:

Das Bild gefiel mir noch nicht so wirklich und ich lies es erstmal ein paar Tage liegen.
Danach entschied ich mich das Bild noch mal komplett neu zu bearbeiten, da mir die Gesamtwirkung doch etwas zu unreal war.

Im Gegensatz zum ersten Versuch sollte es diesmal kein HDR sein, sondern ich wollte die drei unterschiedlich belichteten TIFFs einzeln zusammensetzen. Ich hoffte in diesem Fall mit dieser Methode eine etwas realistischere Stimmung zu erzielen. Somit war erstmal RAW-Bearbeitung in Lightroom angesagt. Ziel war es je ein Bild für den Bereich Himmel, See und Gras optimal aufzubereiten. Als Beispiel die Einstellungen für das dunkelste Bild, in welchem der Himmel optimiert wurde.

Nach der Bearbeitung sahen die drei Bilder im Vergleich zu vorher schließlich so aus:

Nun wurden die drei Fotos in Photoshop übereinander gelegt und mittels Ebenenmasken kombiniert, das Ergebnis sah so aus:

Nach dieser Grundbearbeitung war noch einiges an Detailarbeit nötig.
Mittels Tonwertkorrektur und einer Ebenemaske wurde Teile des Bildes aufgehellt. Danach wurde das Bild per Farbbalance leicht ins Gelbliche gezogen und mit einer erneuten Tonwertkorrektur und Ebenenmaske Teile des Bildes abgedunkelt. Per Sättigungseinstellungsebene wurde dann noch teilweise die Sättigung etwas angehoben. Ergebnis:

So ganz zufrieden war ich aber immer noch nicht. So hab ich mir dann meine erste HDR-Version des Bildes geschnappte und mittels einer Ebenemaske teilweise eingeblendet. Im Sonnenbereich, etwas auf dem Wasser und am Gras. Das war dann endlich das Endergebnis:

Die Ebenenpalette in Photoshop sah am Ende so aus:

Das Bild gehört sicher zu denen wenigen, in die ich wirklich ungewöhnlich viel Aufwand gesteckt habe. Aber hier war ich eben erst zufrieden als es wirklich für mich perfekt war.

Zum Abschluss gibt es noch eine GIF-Animation mit allen Zwischenständen zwischen Original und Ergebnis.


(F5 drücken, um die Animation neu zu starten)

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und mehr Arbeiten von Johannes sehen wollt, werdet ihr hier fündig:

http://www.pfnphoto.com/
http://faszination-fuerth.de/
http://flickr.com/photos/pfn/
http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/457068

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Kategorie: Fotografie, Fotos

Kommentare

Dirk sagt:

Warnehmung und Abbildung, Fotos und Bilder. Diskussionen dieser Art gibt es nicht nur in vielen Foren sondern auch in anderen Kunstbereichen. Was mehr als das Auge beim Betrachter erreicht, ist niemals falsch. Welche Wege dafür gegangen wurden ist doch gleich. Respekt für so viel Ausdauer bei der Bildbearbeitung und den vielen Kommentaren zu Dingen, die man nicht zwingend kommentieren muß.

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