Johannes Heuckeroth – the light
Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Heuckeroth. Er ist ambitionierter Fotograf und stellt seine Arbeiten unter pfnphoto.com aus. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über Johannes.
Heute beschreibt er, wie die Aufnahme entstanden ist, mit der er den ersten Platz im Fotowettbewerb auf kwerfeldein.de belegen konnte.
Bildentstehung
Anfang des Jahres war ich schon mal an diesem See und konnte bei Sturmwetter einige interessante Aufnahmen machen.

Ein halbes Jahr später bin ich eines Tages zufällig mal wieder an der Stelle vorbeigeradelt.
Dabei fiel mir auf, dass mitten in diesem kleinen See ein Surfboot lag. Ich fragte mich natürlich wie zur Hölle das dahin kam. Jedenfalls nahm ich mir vor, abends mit der Kamera wieder zukommen um dieses interessante Detail zu fotografieren.
Es gelang mir aber an diesem Abend allerdings nicht, das Boot irgendwie sinnvoll in ein Bild zu integrieren und so konzentrierte ich mich auf den See bei Sonnenuntergang. Leider gab es an diesem Abend keine Wolken am Himmel zu sehen und so viel das ganze ziemlich unspektakulär aus.

Nach der Betrachtung der Fotos zu Hause war klar, dass an diesem Abend kein vorzeigbares Ergebnis entstanden war.
Am nächsten Tag warf ich dann abends zufällig einen Blick aus dem Fenster und dachte bei Betrachtung der interessanten Wolkenkonstellation: „Mist so was hätte ich gestern gebraucht!“ Ca. 5 Minuten später dann der Gedanke: „Scheiß drauf, fahr ich halt noch mal hin.“ Kameratasche gepackt, zum Auto gehetzt und losgefahren. Als ich ankam war die Sonne gerade hinter dem nahe gelegenem Wald verschwunden, ich hatte also nicht viel Zeit zu verlieren. Da ich schon zweimal vor Ort war, kannte ich ungefähr die interessantesten Stellen und machte dort meine Fotos. Ca. 15 Minuten nach meiner Ankunft hatte ich dann den Standpunkt gewählt an dem das finale Bild entstand. Der Standort war gleichzeitig auch der letzte des Tages. Hier machte ich über einen Zeitraum von ca. 10 Minuten Fotos bis die spektakuläre Lichtstimmung verschwunden war. Glücklich darüber, dass es dieses Mal geklappt hatte, fuhr ich nach Hause.
Nachbearbeitung
Die Auswertung und Nachbearbeitung war bei dieser Bilderserie sehr schwierig und langwierig für mich. Erstmal galt es das beste Foto aus den ca. 35 Perspektiven/Standorten herauszusuchen. Ich konnte mich letztendlich aber nicht auf ein einzelnes Motiv festlegen und entschied mich für zwei Hochformate. Ich wollte beide bearbeiten um danach das Beste auszuwählen. Ich will euch noch das zweite Motiv zeigen, dass nach der Bearbeitung so aussah und mich nicht 100% überzeugen konnte.

Ich entschied mich also für das andere Motiv. Ausgangspunkt für die spätere Bearbeitung war eine Belichtungsreihe. Hier die Aufnahmedaten und die Originalbilder:
Canon 400D – EF-S10-22mm f/3.5-4.5 USM
10 mm – ISO 100 – f/8.0
1/5 sec. – 1/20 sec. – 1/80 sec.



Erstes Ziel der Nachbearbeitung war mal wieder ein HDR, da die einzelnen Bilder für sich betrachtet nicht viel hergaben. Die einzelnen Bilder geben auf Grund des beschränkten Dynamikumfangs der Kamera jeweils nur einen bestimmten Teil des Motivs gut wieder.
Als ersten Schritt habe ich die drei Bilder unbearbeitet als TIFF aus Lightroom ausgegeben.
Mittels Photomatix erfolgten dann die HDR-Erstellung und das Tonmapping. Die genauen Einstellungen kann ich euch auch hier leider nicht mehr zeigen. Nach einer weiteren Bearbeitung in Photoshop (die Schritte erspar ich euch jetzt mal), sah das Ganze so aus:

Das Bild gefiel mir noch nicht so wirklich und ich lies es erstmal ein paar Tage liegen.
Danach entschied ich mich das Bild noch mal komplett neu zu bearbeiten, da mir die Gesamtwirkung doch etwas zu unreal war.
Im Gegensatz zum ersten Versuch sollte es diesmal kein HDR sein, sondern ich wollte die drei unterschiedlich belichteten TIFFs einzeln zusammensetzen. Ich hoffte in diesem Fall mit dieser Methode eine etwas realistischere Stimmung zu erzielen. Somit war erstmal RAW-Bearbeitung in Lightroom angesagt. Ziel war es je ein Bild für den Bereich Himmel, See und Gras optimal aufzubereiten. Als Beispiel die Einstellungen für das dunkelste Bild, in welchem der Himmel optimiert wurde.


Nach der Bearbeitung sahen die drei Bilder im Vergleich zu vorher schließlich so aus:



Nun wurden die drei Fotos in Photoshop übereinander gelegt und mittels Ebenenmasken kombiniert, das Ergebnis sah so aus:


Nach dieser Grundbearbeitung war noch einiges an Detailarbeit nötig.
Mittels Tonwertkorrektur und einer Ebenemaske wurde Teile des Bildes aufgehellt. Danach wurde das Bild per Farbbalance leicht ins Gelbliche gezogen und mit einer erneuten Tonwertkorrektur und Ebenenmaske Teile des Bildes abgedunkelt. Per Sättigungseinstellungsebene wurde dann noch teilweise die Sättigung etwas angehoben. Ergebnis:

So ganz zufrieden war ich aber immer noch nicht. So hab ich mir dann meine erste HDR-Version des Bildes geschnappte und mittels einer Ebenemaske teilweise eingeblendet. Im Sonnenbereich, etwas auf dem Wasser und am Gras. Das war dann endlich das Endergebnis:
Die Ebenenpalette in Photoshop sah am Ende so aus:

Das Bild gehört sicher zu denen wenigen, in die ich wirklich ungewöhnlich viel Aufwand gesteckt habe. Aber hier war ich eben erst zufrieden als es wirklich für mich perfekt war.
Zum Abschluss gibt es noch eine GIF-Animation mit allen Zwischenständen zwischen Original und Ergebnis.

(F5 drücken, um die Animation neu zu starten)
Wenn ihr nun neugierig geworden seid und mehr Arbeiten von Johannes sehen wollt, werdet ihr hier fündig:
http://www.pfnphoto.com/
http://faszination-fuerth.de/
http://flickr.com/photos/pfn/
http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/457068
Bei Google empfehlen:
Kommentare
Letztendlich hat sich der Riesenaufwand gelohnt! Danke für die genaue Beschreiburg! Ich bin mittlerweile auch dazu übergekommen, dass ich bei meinen Bildern nicht einfach aus drei Files ein HDR erstelle, sondern manchmal auch mit mehreren Ebenen arbeite, um manche Bereiche auf dem Bild zu optimieren. Denn die Ergebnisse, die HDR-Software manchmal erzielen, sind nicht immer ideal.
Danke für den im wahrsten Wortsinne anschaulichen Artikel. Er hat mir auch Trost gespendet, denn ich weiß jetzt, warum meine Bilder nicht so toll aussehen. Ich habe keine Photoshop CS und Photomatix erschließt sich mir auch nicht so ganz. Meine EBV endet bei den Optimierungen, die Lightroom ermöglicht und selbst da bin ich kein Experte.
Ein schlechter EBVler zu sein, lässt sich doch irgendwie leichter ertragen, als ein schlechter Fotograf zu sein
Tag gerettet. Wenn Du mal Zeit für eine EBV-Deppen-kompatible Photomatix-Anleitung hast, könntest Du unzählige weitere tage retten.
Da steckt mehr Aufwand in der Nachbearbeitung drin, als in der Komposition des Bildes an sich was man auch deutlich sieht. Geschmäcker sind verschieden und meinen trifft das Bild nicht.
Für mich sinds schöne Farben und ein schönes HDR, mehr leider nicht. Mir fehlt die Spannung, die Geschichte die das Bild erzählt, grundlegende Sachen.
@Steffen : Macht nichts, man sollte sich für Bilder ein wenig mehr Zeit nehmen als 5 Minuten.
@Steffen: Es geht nicht darum ob ich will oder nicht, es geht darum das bei der Anzahl keine “Gesamtgeschichte” erzählt werden kann. Es geht um jedes einzelne Bild, die Situation, die Bedingungen, die Gefühle, die Geschichten. Jeder Moment, jede Sekunde ist da einzigartig.
Ich verbringe lieber Zeit mit dem Fotografieren, anstatt Stunden mit irgendwelchen HDR-Kompositionen zu verbringen.
Bei Interesse kannst du dir die Bildkommentare von mir hier durchlesen: http://detail24.deviantart.com/gallery/
“Mit manuellen Zusammenfügen der einzelnen Aufnahmen, hat er versucht den Moment so wiederzugeben wie er ihn empfunden hat.” – Genau da liegt der Hund begraben! Für mich “tötet” sowas jedes Bild, jedes! Da geht jedes Gefühl für die Situation verloren, wenn man versucht das Bild zu perfektionieren. Es sieht einfach nicht mehr natürlich aus.
Um mal mit dem technischen langweiligen Details anzufangen, mir ist das Bild zu matschig, ein typisches HDR. Ich bin da vorbelastet. Mir gefallen etwa nur 5% der HDR-Bilder.
Bilder direkt zu vergleichen ist immer schwer. Für mich haben meine mehr Natürlichkeit, mehr Atmosphäre, mehr Ausstrahlung. Gepaart mit den meist englischen Texten ergeben diese dann ein ganz “neues Bild”. Wie gesagt, ein Bild sollte man sich nicht nur 5 Minuten anschauen.
P.S.: Im Sommer benutze ich keinen Ofen
Vielen Dank für die viele Arbeit und den detailreichen Einblick in dein Post-Processing. Hat mir sehr gut gefallen!
“Aber schau dir mal die Originalaufnahmen an. Die wirken auf mich auch nicht natürlich.” – Dann hat etwas er was gerade im Bereich der Landschaftsfotografie in meinen Augen falsch gemacht!
Das Bild hat im ersten Moment einen “wow”-Effekt, der dann aber genauso schnell weg ist, wie er gekommen ist.
Für mich zählt wie gesagt der Moment und nicht das ewige Nachbearbeiten. Mir ist das zu perfekt, zu klinisch, zu viel daran bearbeitet. Nachbearbeitung ist heutzutage wichtig, nur sollte diese keinen größeren Stellenwert einnehmen als die Fotografie an sich.
@Steffen: Dann haben wir (zum Glück) ein anderes Verständnis für “Fotografie”, also mit dem Licht malen. Denke ihr HDR-Liebhaber, ohne das jetzt böse zu meinen, seid eher davon überzeugt eure Bilder erst später am Rechner zu Hause entstehen zu lassen, anstatt sich Gedanken beim Auslösen zu machen.
“In diesem speziellen Fall denke ich aber, dass man die Aufnahmen nur besser hätte machen können, wenn man besseres oder mehr Equipment zur Verfügung gehabt hätte.” – Für mich deklassiert das meine eigenen Bilder. Unter/überbelichtet, Kontraste nicht korrekt, Farben komisch – Bild wird gelöscht. Ich will und mag nicht erst hinterher am Rechner “totoptimieren” bis es gut ist. Wie gesagt, wenn ich solche Bilder habe, dann habe ich beim Fotografieren schon etwas falsch gemacht!
Für mich ist der Aufwand für dieses und die meisten anderen HDR-Bilder einfach unverhaeltnismäßig.
Bei Landschaftsaufnahmen oder großartige Nachbearbeitung empfehlen sich optische Filter zum dranschrauben. Zwar gibt man die Realität auch nicht zu 100% wieder, aber das ist ein anderes Thema.
“Siehst du, es geht nur mit Equipment. Oder?” – Verstehe deine Frage jetzt nicht?
Wenn du minimalistisch sein willst, dann empfehle ich eine eigene Lochkamera basteln oder das (Ab)Malen anfangen? Und nein, bitte jetzt nicht böse auffassen!
Der mit Filtern ist für mich “richtiger” jedoch kein Muss. Ich versuche so wenig wie möglich die Dinger einzusetzen.
Aber ich denke wir schweifen ab und unsere etwas verhärteten Fronten führen nur in eine Endlosdiskussion über Grundsätze, Ansichten und Arbeitsweisen.
Öhm ja
Über Kommentare zu diskutieren nervt ein wenig und ja meine Heimatstadt ist nicht gerade bei dir um die Ecke!
detail24, Du sprichst mir hundertprozentig aus der Seele, aber sowas von!
Wir müssen aber akzeptieren, daß die Zeit voranschreitet und die digitalen Möglichkeiten grenzenlos sind. Das führt eben dazu, daß neue Kunstrichtungen entstehen, aber eben auch, daß man diese abgrenzen kann. Neben der Fotografie gibt es inzwischen eben auch die Photoshopie und während ein Fotografierer/Fotograf mit der Kamera künstlerisch schaffend tätig ist, sind es andere Leute mit Photoshop. Ist es auch eine Form der Kunst? Ja. Ist es Fotografie? Marginal.
Ich persönlich halte es lieber mit der klassischen Fotografie.
@detail24
Vorneweg: die Motive Deiner Bilder haben auch für mich etwas mehr Seele und Tiefe. Ich wundere mich allerdings etwas über Deine EBV-Kritik an Johannes. Deine Bilder sehen nicht gerade nach wenig EBV bzw. nach Abwesenheit von Filtern aus.
Wie Steffen schon sagte, zählt vor allem das Ergebnis. Bei der digitalen Fotografie sind die Grenzen so fließend, dass diesbezügliche Kritik meines Erachtens nicht greift.
Interessante Diskussion.
Für mich ist die Komposition und das Drücken des Auslöser nur der erste Teil der Entstehung eines Bildes. Der zweite ist die Nachbearbeitung. Bei solchen Aufnahmen wie oben mache ich immer eine Belichtungsreihe, und mache mir dabei keinerlei Gedanken über Belichtung oder Weißabgleich oder so was. Denn ich weiß, dass kann ich alles später in Ruhe optimal festlegen und herausarbeiten, ich fotografiere also ganz bewusst so. Für mich ist das nicht weniger Fotografie, es ist eben nur ein anderer Weg. Bei diesem Beispiel ist es sicher ein extremer Fall, soviel Aufwand ist auch bei mir die Ausnahme.
@detail24: Ich finde allerdings, dass deine Bilder etwas im Widerspruch zu deinen Aussagen hier stehen. Ich sehe bei deinen Landschaftsaufnahmen auch starke Nachbearbeitung und teilweise Verfremdung.
@Nylle: Danke, wenigstens gibts hier noch einen der nicht ganz dem totalen “Nachbearbeitungswahn” verfallen ist. Klar gebe ich dir auch recht, das am Ende das Result zählt, es künstlerische Freiheiten mit dem Umgang der Kamera und Nachbearbeitung geben muss und sollte. Nur sollten eben jene Bilder nicht als reine Fotografie betitelt werden, sondern eher als “Bildmanipulation”. Ok, so ein Thema kann ganz schnell ausarten und ausschweifen.
Photoshop und seine Möglichkeiten finde ich klasse, nur wie gesagt mit Fotografie haben die Resulte dann im Endeffekt nichts mehr zu tun.
@Steffen: Naja, um ehrlich zu sein, ohne jetzt die einzelnen Teilnehmer schlecht zu machen oder gar als schlechter Verlierer zu gelten. Ich habe mich bei der Gewinnerverkündung sehr gewundert und zwar nicht nur ausschließlich im positiven Sinne. Will jetzt mal ganz in naiv die Fragen in den Raum stellen, ob da einige Tomaten auf den Augen hatten? Da waren Bilder dabei die offensichtlich Bildaufbaufehler hatten, seltsame Themen beinhalteten und von der Spannung ganz zu schweigen.
Das Gewinnerbild finde wie man schon in meinen oberen Kommentaren entnehmen kann nicht als sonderlich “gut”. Mir ists einfach zu fade und nichtsaussagend.
@Guido: Kommt immer darauf an welches der Bilder du betrachtest. Einige Bilder haben wenig bis gar keine Nachbearbeitung und wiederum andere sind etwas “stärker” nachbearbeitet worden. Jedoch nie in diesem Ausmaße wie das bei diesem HDR geschehen ist.
Und klassische optische Filter mit der HDR-Nachbearbeitung zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Gebe dir aber Recht, dass bei der digitalen Fotografie die Definition was Nachbearbeitung ist und was nicht, sehr schwer zu unterscheiden ist.
@pfn.photo: Naja kommt darauf an welches Bild du meinst? Ich habe sicherlich ein paar Bilder dabei, die “nachbearbeitet” wurden. Nur definiere ich solche dann auch nicht als reine Fotografie sondern eher als Gesamtwerk bei dem ich alle mir möglichen künstlerischen Aspekte genutzt habe um wie schon erwähnt auf das Resultat zu kommen das ich als perfekt erachte.
Ich habe nie gesagt das ich die Hilfe von Photoshop und Co. nicht Betracht ziehe, sondern eher bewusst und behutsam damit umgehe um dann beim Resultat dann noch zu sagen, ok das Bild war nicht “perfekt” aber die Nachbearbeitung hat doch geholfen.
Wenn ich mir deine Arbeitsweise so durchlese, dann geht für mich persönlich der ganze Flair des Fotografierens verloren. Für mich steht das reine Fotografieren immer noch im Vordergrund. Das Bild von dir wurde “geschönt” weil das Foto an sich schon nicht im Original gut ausbalanciert war. Wie gesagt, Nachbearbeitung geht für mich in Ordnung, nur mit dem Thema HDR kann und will ich nichts anfangen. Bin da eigen, toleriere aber gut gemachte HDRs.
Und klassische optische Filter die schon beim Fotografieren verwendet wurden mit einer solch extremen Nachbearbeitung zu vergleichen hinkt gewaltig.
@Steffen: Das wäre wie, als würde ich dem Fotografen vorschreiben was er beim Fotografieren zu denken, zu fühlen und zu sehen hat. Das Auge wandert auf dem Bild ohne ein konkretes Ziel zu haben, ohne einen Punkt zu finden an dem es sich festhält.
Es geht über das Gras, zu diesem komischen Objekt am Ufer das nicht zu erkennen ist, aufs Wasser und hinauf zum Himmel, der nur dank des HDRs das einzig interessante an dem Bild ist.
Einen Moment/ein Bild im Nachhinein derart auseinander zu pflücken und ist für den Fotografen nicht fair.
@Steffen: offtopic: Um mal das Ganze nicht in einer Endlosdiskussion enden lassen zu wollen. Für mich war der ganze hier eher so, als ob man ein man klassische Malerei mit abstrakter Malerei vergleicht. Das eine hat nur bedingt etwas mit dem Anderen zu tun.
Wie gesagt, es liegt immer im Auge des Betrachters wie das Bild wirkt, meinen Standpunkt kennst du mittlerweile. Die Reflektionen im Wasser sehen toll aus, nur sind diese nicht echt…
@Steffen: Es geht hier nicht um ein Verschliessen, ablehnen oder das nicht liebgewinnen einer bestimmten Technik. Warum das so ist, habe ich bereits weiter oben gesagt, denn mir persönlich sagt das Bild zu wenig aus.
Wenn es für andere das non-plus-ultra darstellt oder perfekt ist, dann kann ich das nur respektieren und zur Kenntnis nehmen, behalte aber meinen Standpunkt bei.
Ich denke nicht, dass es jemand als perfekt oder nun-plus-ultra darstellen will. Du liegst richtig wenn du sagst, dass es keinen richtigen Inhalt/Aussage hat. Ist halt einfach ein schönes “Bildchen”, mehr will es gar nicht sein.
Danke und genau das sollte die “Essenz” meiner Kommentare sein. Es ist ein hübsch und aufwendig erstelltes HDR, hat aber für meine Auffassung nicht mehr viel mit der reinen Fotografie zu tun.
Foto+EBV von Johannes ergibt Bildmanipulation (negativ belegt). Foto+EBV von Denis ergibt ein Gesamtwerk
Davon abgesehen ist ein technisches Mittel nie pauschal schlecht oder gut. Es kommt drauf an, was man damit macht. (5 EUR für’s Phrasenschwein). Viele HDR-Bilder sehen in der Tat völlig unnatürlich und manipuliert aus. Das Bild hier ist z.B. mit fast 50.000 Views und 300 Favorites ein sehr beliebtes HDR-Bild bei Flickr. Finde ich furchtbar.
http://www.flickr.com/photos/mapgoblin/142350388/
Aber klassisches Gegenbeispiel: Wenn ich in einem dunklem Zimmer stehe und nach draußen gucke, dann kann meine Auge-Hirn-Kombination den großen Dynamikumfang problemlos verarbeiten. Meine Kamera kann das nicht. Entweder ist das draußen vor dem Fenster erkennbar und der Raum säuft ab oder der Raum ist brauchbar abgebildet und die Fensterflächen sind weiß. Hier ist durch den _gekonnten_ Einsatz von HDR überhaupt erst ein der Realität nahe kommendes Bild möglich.
@Guido:
a) Foto+EBV = ich erstelle keine HDRs
b) Foto+EBV = “negativ” war nur auf HDRs bezogen
c) ein weiterer Grund warum HDRs für mich im Moment nicht in Frage kommen. Die Technik ist einfach noch nicht ausgereift!
Also mit Manipulation hat meine EBV nichts zu tun. Optimierung ist der richtig Begriff.
Das von dir verlinkte HDR finde ich auch furchtbar, wie viele HDRs. Ich versuche einen anderen Weg zu gehen, und ich denke obiges Bild ist ein gutes Beispiel dafür.
Optimierung, genau das ist das Stichwort! Denn eine Kamera sieht nicht wie ein menschliches Auge. Wenn das menschliche Auge in Schattenbereichen noch etwas erkennen kann, sind diese Bereiche auf dem Bild, das die Kamera erstellt hat, schwarz oder sehr dunkel. Je nach dem, wie die Lichtverhältnisse sind. Hier kommt für mich das HDR ins Spiel. Denn damit habe ich die Möglichkeit, die allzu dunklen Bereiche aufzuhellen bzw. zu optimieren. Das HDR betrachte ich nur als Werkzeug, um meine Bilder zu optimieren. Jedenfalls versuche ich immer sehr behutsam mit den Reglern der HDR-Software umzugehen. Daher wehre ich mich, dass ich mit solchen Leuten in einen Topf geworfen werde, die solche Bilder hervorbringen, wie Guido es gezeigt hat. Ich empfinde es ebenfals als furchtbar.
“Denke ihr HDR-Liebhaber, ohne das jetzt böse zu meinen, seid eher davon überzeugt eure Bilder erst später am Rechner zu Hause entstehen zu lassen, anstatt sich Gedanken beim Auslösen zu machen.”
Falsch, zumindest trifft es nicht auf alle zu. Ich mache mir beim Fotografieren sehr wohl Gedanken, wie ich das Bild gestalte und wie ich in der Nachbearbeitung vorgehen könnte. Ich würde mich auch nicht als HDR-Liebhaber bezeichnen, obwohl ich HDR benutze, denn viele HDR-Bilder gefallen mir auch nicht. Es kommt immer darauf an, wie man damit umgeht.
Mir ist noch etwas eingefallen:
Auch in der klassischen Fotografie wurde im Labor stundenlang an den Bildern gearbeitet, bis die Bilder so waren, wie es der Fotograf wollte. Das weiß ich von Leuten, die früher im Labor gearbeitet haben. Diese Arbeiten waren viel aufwändiger und zeitintensiver wie es heute ist. Auch ein Ansel Adams hat im Labor solange an den Bildern experimentiert, bis die Kontraste so waren, wie er es haben wollte.
Also ich will mal ganz ehrlich sein: Am besten gefällt mir das Original_1 (http://www.lens-flare.de/blog/wp-content/uploads/2008/07/original_1.jpg). Warum? Es ist ein richtiges Foto. Es ist authentisch. Und es hat Stil, genau so, wie es da ist. Es ist etwas überbelichtet, Ok, aber gerade das wirkt für mich total ästhetisch. Die Farben sind durchaus kräftig, aber das Spektrum ist ziemlich klein, das wirkt für mich jedoch total stimmig. Dieses Foto hat diesen typischen amerikanischen 90er-Jahre-Stil… könnte glatt in Wilmington oder Cape Cod (Ostküste USA) aufgenommen worden sein.
Die finale HDR-Version hingegen finde ich – ehrlich gesagt – fürchterlich! Es ist völlig kaputtoptimiert, trieft vor Kitsch und sieht dermaßen unecht und unwirklich aus, daß es mich als Betrachter richtig ärgert. Ich respektiere und schätze die EBV-Fähigkeiten, die viele Leute haben und was sie damit zaubern können, aber dies ist ein ziemlich gutes Beispiel dafür, wie man einem guten Foto jeglichen Stil nehmen kann und es kaputt-optimiert. Schade.
Hallo! Ich habe diese Diskussion hier mal aus der Sicht eines Anfängers in der Fotografie und der EBV betrachtet und wundere mich schon, dass hier Profis Äpfel mit Birnen vergleichen (und auch ich meine das jetzt nicht böse). Warum Äpfel mit Birnen?
Ich würde sagen, dass das Fotografieren eine Kunst ist, das Bearbeiten in Photoshop ist eine andere Kunst – beides gehört aber zum Thema “Foto”. Genauso ist es doch bei der Musik. Der eine nimmt sich eine Gitarre und spielt, der andere nimmt auch die Gitarre und spielt, speist das Signal aber in einen Computer ein und spielt mit den Klängen. So wird aus dem einem Track Rock, aus dem anderem wird ein Stück aus dem Genre “Electronica”. Will man nun sagen, der eine sei ein besserer Gitarrist?
Auch in der Fotografie gibt es unterschiedliche “Klangarten”. Kunst ist vielseitig. Der eine bildet sie am Computer und findet seine Fans, der andere ist dann eher der Purist und knipst einfach “nur” seiner Kamera herum und findet ebenfalls seine Zuschauer.
Wir vergleichen hier wirklich Rock mit Techno. Und das ist unfähr. Wenn man so einen Contest oder Wettbewerb ausruft, hängt der Sieger immer vom Geschack der Jury ab. Wenn HDR-Fotos gemocht werden, dann wird die Jury auch die viele Arbeit sehen, die solch eine EBV gemacht hat und automatisch in der Wertung steigen. Das andere Lager würde Punkte für solche EBV abziehen. Das ist nun mal so. Wenn man einen wirklich fairen Wettbewerb machen möchte, dann sollte man auch klar sagen, ob bearbeitete Fotos teilnehmen sollen, oder pure Fotos. Erst dann wird man auch diese beiden Genres trennen können.
Hui, 50 Kommentare unter einem HDR-Bildbearbeitungsartikel? Wie merkwürdig










