11.07.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Johannes Heuckeroth – Cold

Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Heuckeroth. Er ist ambitionierter Fotograf und stellt seine Arbeiten unter pfnphoto.com aus. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über Johannes. Da mir seine Fotos sehr gefallen, habe ich ihn gebeten in einer Serie hier auf lens-flare.de, ihre Entstehung zu beschreiben. Anfang machte die Klasse Aufnahme einer Straße zur blauen Stunde. Heute nun folgt das nächste Foto.




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Bildentstehung
Dieses Bild entstand an einem bitterkalten Dezemberabend kurz vor Weihnachten. Da man dem Bild die Kälte nicht wirklich ansieht, gab ich ihm den Titel „cold“ 😉



Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit und hatte zufällig meine Kamera dabei. Kurz nach Sonnenuntergang kam ich an dieser Stelle vorbei und entschied mich spontan die Situation zu nutzen. Ich hatte die Kirche schon als Zielobjekt ausgemacht und suchte einen passenden Standort. Ca. 500m war ich unterwegs und näherte mich der Kirche Schritt für Schritt auf der Suche nach der richtigen Stelle. Ich hatte schon einige Fotos gemacht bevor ich schließlich an dem richtigen Platz ankam. Er erschien mir perfekt und so machte ich schnell eine Belichtungsreihe vom Stativ aus. Normalerweise wäre ich noch länger verweilt und hätte noch mehr Blickwinkel ausprobiert, aber da es wirklich richtig kalt war, verzog ich mich schnell wieder ins Auto.

Das Bild ist eines der wenigen meiner „Nicht-Makrofotos“, das mit meiner 60mm Festbrennweite entstanden ist. Normalerweise benutze ich für Landschaften nur das 10mm, aber hier war das Objektiv wirklich genau das richtige.

Die genauen Aufnahmedaten:

Canon 400D – EF-S60mm f/2.8 Macro USM
ISO 100 – f/8,0
Belichtungsreihe: 0,8 Sek. – 3,2 Sek. – 13,0 Sek.

Nachbearbeitung
Bei der Begutachtung der Fotos wurde mir schnell klar, dass hier ein HDR gefragt war, da auf den einzelnen Aufnahmen jeweils nur der Himmel bzw. der Vordergrund richtig belichtet war. Alternativ hätte man auch zwei Bilder mittels Ebenenmasken kombinieren können.
Die unbearbeiteten Fotos sahen so aus:

Das Ausgangsmaterial für das HDR waren die unbearbeiteten Originalfotos als 16-Bit-TIFF aus Lightroom exportiert. Mittels Photomatix kombinierte ich nun die drei Fotos zu einem HDR und führte anschließend das Tonmapping durch. Die genauen Einstellungen kann ich euch leider nicht zeigen, ist schon zu lange her.
Das fertige HDR sah so aus:

Ziemlich gruselig was? War also noch eine Menge Nacharbeit angesagt.
Der erste Schritt bestand darin, den Strommasten und die Leitungen rauszuretuschieren.
Ich habe lange mit mir gerungen, ob es nicht zuviel des Guten wäre, aber letztendlich hab ich mich doch dafür entschieden. Mit dem Stempel habe ich in mühseliger Arbeit den Mast und die Stromleitungen entfernt. Gerade hinter dem Baum war das eine ziemliche Fummelarbeit. Übrigens hab ich nicht alle Überreste entfernt, wer findet die Fehler? 😉

Interessant sicher auch die Frage, ob das nicht ein zu krasser Eingriff ins Bild ist? Was meint ihr?
Als nächstes dran waren die hellen störenden Bereiche die bei der HDR-Erstellung entstanden sind, vor allem rechts am Rand. Hier hab ich das unterbelichtete Originalfoto aus der Belichtungsreihe genommen und mittels Masken in diesen Bereichen eingeblendet.

Zu guter Letzt wurde die viel zu krasse Sättigung reduziert, der Vordergrund noch etwas aufgehellt und die oberen Ecken abgedunkelt.

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und mehr Arbeiten von Johannes sehen wollt, werdet ihr hier fündig:

http://www.pfnphoto.com/
http://faszination-fuerth.de/
http://flickr.com/photos/pfn/
http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/457068

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Steffen sagt:

Hey, danke für den schönen Gastbeitrag und herzlichen Glückwunsch zu Platz 1 beim Fotowettbewerb auf kwerfeldein.de

Matthias sagt:

Interessanter Beitrag! Das ist immer eine schwierige Frage: Wieviel retuschiert man, ab wann ist es zuviel? Diesem Bild hat es aber gut getan, dass die Strommasten wegretuschiert wurden. Ich kann es nachempfinden, was das für eine Fummelei war. Wenn ich irgendwo ein interessantes Motiv finde, aber irgendwelche störende Objekte wie Strommasten sehe, dann lasse ich es meistens bleiben, weil die Nachbearbeitung einfach zuviel Zeit kostet.
Übrigens gratuliere ich dir ebenfalls zum 1. Platz beim Fotowettbewerb auf kwerfeldein.de.

Steffen sagt:

@Matthias: Na dir auch herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz!

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