Alle Artikel aus der Kategorie ‘Fotogeschichten’
Dein Verein
Viele Sachen wie Lesen oder Fernsehen gucken kann man alleine machen. Aber eine 30 Kilogramm schwere Taucherausrüstung anlegen oder ein Pferd im Zaum halten – dazu braucht man Gleichgesinnte. In Deutschland – so hört man immer wieder – werde die Vereinsmeierei groß geschrieben. In einem Verein zu sein hat seinen eigenen Reiz. Diesen stelle ich momentan für die Zeitung dar und präsentiere heute die ersten zwei Fotos aus dieser Serie.
Ziel ist es, die Vereine auf originelle Art und Weise darzustellen. So habe ich den örtlichen Tauchverein gleich mal ins leere Schwimmbecken des Hallenbads, in dem sie sonst trainieren, gestellt. Auch der Reitverein war sofort von der Idee begeistert, sich auf Schaukelpferden zu präsentieren.
Leider habe ich momentan nur die Möglichkeit, mit dem Licht, das vor Ort ist, zu arbeiten. Deshalb fehlen besondere Akzente, die ich hätte setzen können. Aber vielleicht bekomme ich diese Möglichkeit noch, wenn ich bald den Lesekreis, den Modell-Truck-Verein oder die Feuerwehr fotografiere.
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Der ultimative Härtetest
Canon kann sich freuen, denn momentan geht eine Story um die Welt, die sich positiv auf das Image der Kameramarke auswirken wird. Calin Leucuta, begeisterter Fotograf und Blogger, hat seine alte Canon Spiegelreflexkamera an seinen Freund aus Florida verkauft, der Fotos beim Fallschirmspringen machen wollte. Dafür schnallte er sich die DSLR zusammen mit einer Videokamera auf seinen Helm und die Geschichte nahm ihren Lauf. Beim Öffnen des Fallschirms lösten sich die Kameras vom Helm und fielen umgebremst 1000m in Richtung Erde. Das sah dann so aus:
Tja und was ist passiert? Die Videokamera war quasi zerstört. Die 350D hat einen Sprung im Gehäuse und das Kit-Objektiv rattert ein wenig beim Zoomen. Sonst ist alles ok.

(c) Calin Leucuta
Nun gut ein bissel mitgenommen sieht sie schon aus
Hier findet ihr die komplette Geschichte und noch mehr Fotos.
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Manuell fokussieren? Ich tu’s!
Die digitalen Kameras werden immer besser. Mehr Autofokus-Punkte und schnellere Motoren sollen das Fokussieren von Kameramodell zu Kameramodell noch einfacher machen – tun sie ja auch, aber manuell zu fokussieren hat seinen ganz eigenen Charme. Gestern Abend habe ich mich noch mit Steffen darüber unterhalten. Deswegen gibt’s heute ein kleines “Plädoyer” ans manuelle Fokussieren.
Vollformat-Kameras wie die Nikon D700, die ich nutze, verhelfen MF-Objektiven zu altem Glanz. Täglich benutze ich ein 20mm-Objektiv aus den 1970ern, um Fotos formatfüllend für die Zeitung abzulichten. Eigentlich keine Schwierigkeit, weil die Personen oft sehr still stehen und fürs Foto glänzen wollen. Da fällt das Fokussieren dann noch einfach. Bei Tieren – wie bei dem folgenden Pferde-Foto, das ich mit einem alten 200er fotografiert habe – gestaltet sich das Ganze schon schwieriger. Die halten nicht mal eben still, wenn Du es ihnen sagst. Sie schlagen unvorhergesehen Haken, stoppen und rennen wieder wild los. So war’s es jedenfalls an dem Nachmittag, als ich an einer Pferdekoppel entlang kam. Um von der Naheinstellgrenze bis Unendlich zu fokussieren, muss ich bei diesem Objektiv zwar schieben, schieben, schieben, aber dafür produziert es knackscharfe Fotos schon bei Offenblende.
Anders sieht es wieder bei Makros aus. Mithilfe eines M42-Adapters habe ich ein 50er verkehrt herum an meine Kamera gesetzt. So kann ich es als Makro-Objektiv nutzen. Die Schwierigkeit beim Fokussieren besteht darin, freihand den Schärfepunkt zu halten.
Interessanter wird es mit einem Lensbaby Composer. Die Schärfe kann man selbst von links nach rechts oder von oben nach unten verschieben. Gleichzeitig muss noch aufs Objekt fokussiert werden. Während des Serengeti-Festivals – einer Musikveranstaltung – stand ich ganz nah an der Bühne und versuchte, die Musiker einzufangen.
Das manuelle Fokussieren hat etwas an sich, was sich schwer erklären lässt. Ich selbst bin so verwöhnt vom Autofokus, dass ich mir manchmal gar nicht genug Zeit für das Objekt, das ich fotografiere, nehme. Wenn ich dann aber Hand anlegen muss, dann ist es so, als würde mein Auge selbst fokussieren. Es steuert meine Hand – was vorab einige Übung erforderte – und verhilft mir so auch zu einer besseren Beurteilung des Fotos. Bei bewegten Objekten verhilft es einem zu einer gewissen Antizipation. Man muss Bewegungen erahnen und sich beim Fokussieren darauf einstellen. Wenn der Schärfepunkt dann nicht sitzt, weiß ich jedenfalls, über wen ich mich ärgern muss
Aber wie hältst Du das?
Fokussierst Du überhaupt noch manuell bzw. hast Du es jemals gemacht?
Ist das nicht etwas, das jeder Fotograf zu jeder Zeit beherrschen sollte – quasi ein Muss?
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Blogparade: Was macht für dich ein gutes Foto aus?
Wie schon erwähnt, möchten Besim und ich uns an der schon vor einer Weile auf fotolism.us gestarteten Blogparade beteiligen. Ein spannendes Thema, über das man eine ganze Weile philosophieren kann.
Besim:
Für mich ist eines ganz klar: Ein gutes Foto muss kein bisschen technisch perfekt sein. Um ehrlich zu sein, langweilen mich technisch perfekte Fotos eher. Was mich reizt und ein Foto letztlich gut macht, ist Spontanität. Diese findet man oft – wenn nicht immer – in der Straßenfotografie. Szenen, aber vor allem auch Blicke, mit denen man so nicht gerechnet hat, zeigen sich ganz plötzlich. Diese Erfahrung habe ich vor kurzem in einer ganz anderen Situation gemacht. Als ich ein Darts-Meisterschaftsspiel fotografierte – ich hatte mit längeren Belichtungszeiten und Blitzen auf den zweiten Vorhang gearbeitet, um die Bewegung und die Flugbahn des Pfeils einzufangen – warf der eine Spieler seinen Pfeil, während der andere sich hinter ihm umdrehte, um zu sehen, wo dieser auf die Zielscheibe trifft. Die Bewegung in dem Foto und der Blick des Gegners, der neugierig den Wurf beobachtet – all das habe ich beim Fotografieren nur am Rande mitbekommen. Umso mehr hat es mich zu Hause fasziniert. Diese Faszination ist es – neben unendlich vielen anderen Faktoren, die bei jedem Foto eine Rolle spielen –, die ein Foto für mich gut macht.
Steffen:
Mich faszinieren Fotos, die außergewöhnliche Momente festhalten. Augenblicke, die man nicht jeden Tag erlebt. Da ich ein sehr naturverbundener Mensch bin, schlägt mein Herz auch für Bilder aus der Natur. Besonders beeindruckt haben mich zuletzt die Fotos von Franz Schuhmacher. Er hat sich auf Gewitter spezialisiert und macht bei einem Shooting auch mal über 1000 Aufnahmen, um einen Blitz zu erwischen. Anfangs konnte ich nicht glauben, dass seine Fotos authentisch sind. Hier ein Beispiel.
Ich möchte aber auch eine eigene Aufnahme zeigen. Im Frühsommer ergab sich Abends auf dem Feld vor unserem Haus eine besondere Situation. Ein schmales Wolkenband bewegte sich von Westen auf uns zu dahinter ging die Sonne unter. Als ich den Himmel sah, war ich sprachlos. Ich schnappte mir schnell meine Kamera und lief aufs Feld, um die Situation festzuhalten. Ich fühlte mich wie auf einem anderen Planeten. Plötzlich kam Wind auf und der Horizont wurde trübe. Meine Kamera wanderte unter das T-Shirt und ich nahm die Füße in die Hand. Als ich zu Hause ankam, war ich nass aber froh, diesen Moment erlebt und auch festgehalten zu haben, auch wenn es nicht perfekt geworden ist.

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Porträts mit dem Lensbaby-Composer
Ab und zu ist man gezwungen, Porträts nicht mit den klassischen Brennweiten wie 85mm oder 135mm – es gibt Fotografen, die noch höhere Brennweiten bevorzugen – zu fotografieren. Erst letztens ist mir das passiert, als ich ein 20mm auf meiner Kamera hatte und dann plötzlich noch den einen oder anderen Kopf fotografieren sollte – kein Problem, wenn man nah genug an das Gesicht geht und nichts gegen langgezogene Köpfe hat
Als ich vor ein paar Monaten auf dem Serengeti Music Festival für die hiesige Zeitung und ein Online-Portal fotografierte, hatte ich auch die Aufgabe, ein paar Porträts der Festival-Besucher zu machen. Während des Festivals hatte ich die ganze Zeit nur den Lensbaby-Composer mit den Blendenringen 2,8, 4 und 5,6 auf der Kamera und kein anderes Objektiv dabei.
Der Composer kann in alle Richtungen gestellt werden. Dabei verschiebt sich auch der Schärfepunkt. Umso reizvoller war die Aufgabe, wenigstens die Augen der Personen richtig scharf zu stellen und alles andere in Unschärfe verlaufen zu lassen.
Im Fotograben vor der Bühne gestaltete sich die Aufgabe, Porträts zu machen um einiges schwieriger. Sich schnell bewegende Bandmitglieder oder Festival-Besucher, die nicht mal eben ruhig hielten und die vor der Absperrung die Wiese rockten, waren gerade gegen Mitternacht in der Dunkelheit schwierig einzufangen. Fast blind habe ich dieses Porträt gemacht:
Der Gesichtsausdruck des Jungen hat mich beeindruckt. Um dem Foto noch mehr Stärke zu verleihen, habe ich später noch die eine oder andere Textur mit eingearbeitet.
Leider weiß ich nicht mehr, wie der Typ an der Gitarre heißt oder zu welcher Band er gehört (ich glaube, es sind die Donots), aber es war eine super Erfahrung, ihm und anderen mit dem Composer hinterher zu haschen und im richtigen Moment scharf zu stellen und den Auslöser zu drücken. Auch neben all den anderen Fotografen zu stehen, die mich am ersten Abend des Festivals noch wegen des Composers belächelten und am zweiten Abend neugierig darüber ausfragten, war super.
Composer-Porträts gehören sicherlich nicht zum Regelwerk guter Porträtfotografie, aber ich finde, dass der Effekt den Gesichtern und dem Umfeld ein ganz besonderes Gefühl verleiht, als man es sonst von Porträts gewohnt ist. Das beste Objektiv ist eben das, das Du bei Dir hast. Gib noch eine Prise Kreativität oben drauf und Du machst Porträts, die mal ganz anders sind – das ist meine Erfahrung.
Gibt es außergewöhnliche Objektive, mit denen Du Dich mal an Porträts versucht hast?
Du kannst gerne von Deinen Erfahrungen erzählen und auf Deine Porträts verlinken.
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Unschärfe ist das neue Schwarz
Was die Farbe Brombeere zu dieser Jahreszeit für den Mode-Herbst ist, ist für mich die Unschärfe – nämlich ein Trend. Die Idee, etwas zu defokussieren und dadurch noch eindringlicher darzustellen, ist in der Geschichte der Fotografie sicherlich kein neuer Ansatz – ich habe es aber neu für mich entdeckt.
Seit knappen zwei Jahren fotografiere ich jetzt mit Leidenschaft und bin dabei durch allerlei Hochs und Tiefs gegangen. Vor ein paar Monaten habe ich eine Szene das erste Mal bewusst unscharf dargestellt und Gefallen daran gefunden.
Es ist ja nicht so, dass sich dieses Mittel für jede Szene eignet, aber als ich vor ein paar Tagen über die Kirmes gegangen bin und die Sonne gerade unterging, dachte ich mir: In den Lichtern ist doch viel mehr drin, wenn ich sie unscharf stelle.
Und das ist gar nicht so leicht. Ich habe den Fokusring des 50mm etliche Male um wenige Millimeter gedreht, bis ich die richtige Kombination aus Detailreichtum und Unschärfe heraus hatte.
Zuhause kam mir dann die Idee, Zitate in die Fotos zu packen, die das, was die Fotos ausstrahlen, noch mal unterstreichen – eine Technik, an der mir seit diesen Fotos sehr viel liegt.
Aber wie siehst Du das?
Ist Unschärfe ein Stilmittel?
Wird Schärfe überbewertet?
Oder ist Unschärfe einfach nur ein Zeugnis von Unvermögen?
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See-Impressionen zum Sommerende
In meinem ersten Beitrag will ich dem Sommer seine letzte Ehre gewähren. Die Temperaturen sinken mittlerweile unter Null, aber im Hinblick auf den “fotografischen Herbst” macht mir das persönlich nicht so viel aus.
Wie dem auch sei, im Juli und im September habe ich für einen fotografischen Auftrag ein paar Tage auf der Insel Wangerooge an der Nordsee verbracht – eine Zeit, während der ich auch versucht habe, die See mal ohne Wasser zu porträtieren.
Ein für die See typisches Bild ist der Leuchtturm. Wangerooge hat gleich zwei davon – einen alten und einen neuen Turm. Als ich eines Tages an dem neuen Leuchtturm vorbeikam, faszinierten mich die Wolkenformationen am Himmel. Die richtige Perspektive war schnell gefunden, aber zu Hause habe ich das Foto erstmal in die Kategorie “Langweilig” gepackt. Da fehlte mir etwas. Ein bisschen Photoshop-Arbeit und es landete gleich in die Kategorie “Interessant”
Interessanter fand ich da schon den Sonnenuntergang mit dem gleichen Leuchtturm im Hintergrund. Eigentlich wollte ich abends nach einem sehr langen Tag schon ins Bett, dann hat mich der aufkommende Nebel aber doch auf die Kuhwiese getrieben. Ich konnte einfach nicht widerstehen, diesen Sonnenuntergang trotz Müdigkeit zu fotografieren.
Interessant fand ich, dass sich zur gleichen Zeit an einem anderen Abend viele Menschen ans Wasser setzten, um sich den Sonnenuntergang gemeinsam anzusehen. Genauso schnell wie sie gekommen waren, sind sie nach dem Sonnenuntergang auch wieder verschwunden.
Wie vom Erdboden verschluckt waren auch die Menschen, die bei Ebbe ihre Boote zurückließen und auf’s Festland gingen. Ich machte mich also barfuß auf den Weg durch den “Matsch” und fand dieses Boot, auf dem die Handtücher zum trocknen in der Sonne hingen – eine wundervolle und ruhige Szene so weit draußen, wo sonst eigentlich nur Wasser ist.
Als letztes Foto gibt es dann doch einen kleinen Eindruck vom Wasser. Ich sah die Surf-Anfänger bei ihren ersten “Steh-Übungen”. Scharf abgebildet fand ich das Motiv sehr langweilig, also defokussierte ich. Es ist nicht viel zu sehen, aber gerade das gefällt mir hierbei.
Viel zu sehen wird es sicherlich im Herbst geben. Mit diesen Fotos sage ich dem Sommer erstmal Adieu und freue mich auf die ganzen Herbstfarben.
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Das “Kleine Schwarze” für meine Fotos
Vor kurzem haben wir gefragt, ob ihr analog fotografiert. Die Auswertung hat gezeigt, dass die meisten Leser, ausschließlich digital fotografieren. Immerhin fotografieren knapp ein Drittel von euch auch analog. Ich selbst gehöre auch (wieder) dazu. Ich habe mir vor circa zwei Wochen eine SX-70 Land Camera gekauft. Hinzu kamen gleich ein paar Fade-To-Black-Filme – ein fast philosophischer Film, den die Polaroid-Firma kurz vor Einstellung der Produktion in Enschede produzierte.
Sobald der Film aus der Polaroid-Kamera schießt, wird er von Stunde zu Stunde dunkler. Gerade in den ersten Stunden sieht man die Veränderungen sehr schön. Der Kontrast nimmt zu, alles hüllt sich in einen blau-grünen Schleier, während sich nach und nach rot-braune Schlieren in das Foto ziehen.
Was den einen oder die andere zuerst abschrecken könnte, macht den individuellen Charakter der Polaroid-Filme aus: Unvorhersagbare Ergebnisse, jedes Foto hat ein einzigartiges Aussehen und natürlich die nostalgische Komponente, die einen unvergleichlichen Charme hat.
Um diesen Prozess zu stoppen, bevor sich aus dem aufgenommen Foto ein schwarzes Nichts entwickelt, gibt es zwei Möglichkeiten: Das Foto öffnen und an der Luft trocknen lassen oder es öffnen und mit Wasser behandeln.
Ist das Foto dann aber doch ganz schwarz geworden, ist das Motiv noch lange nicht verloren. Das Foto kann in die Sonne gelegt werden, hellt dann auf und bekommt ein ganz anderes Aussehen.
Kamera und Film geben nach einigen Fotos, die ich jetzt damit gemacht habe, ein wirklich gutes Team ab. Auf der einen Seite habe ich etwas in der Hand, das mehr Jahre als ich auf dem Buckel hat
und trotzdem besser funktioniert als ich, zum anderen macht einem der Film die Vergänglichkeit der Situation wieder deutlicher – das ist ein schöner Ausgleich zur digitalen Fotografie.Dieses Video zeigt zum Abschluss schön, wie sich der Film innerhalb der ersten 24 Stunden verhält.
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