19.03.2010 | Artikel von Besim 

“Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht”

Was treibt junge Fotografen an? Wonach suchen sie? Vor zwei Wochen haben wir mit unserer neuen Serie Junge Fotografen im Fokus begonnen. Heute möchten wir euch ein bekanntes Gesicht Martin Wolf vorstellen.

Crying

Hallo Martin, erzähl bitte kurz etwas über Dich und sag uns, wie alt Du bist.
Hallo! Ich bin Martin Wolf, 22 Jahre jung und lebe derzeit in Hamburg. Ich nutze eigentlich fast jede freie Minute für Fotografie, das Internet und alles was damit zusammen hängt, so wie z.B. mein Blog visuelleGedanken.de. Nur am Wochenende, wenn meine Freundin mich in Hamburg besucht, versuche ich das alles etwas ruhen zu lassen. Das hat sich auch als angenehmer Ausgleich herausgestellt.

Along the fence into the day

Damit deckst Du ja viele Sparten der Fotografie ab, mit denen man sich beschäftigen kann. Kommst Du da denn noch zum Fotografieren?
Ich muss ehrlich gestehen, dass das eigentliche fotografieren durch viele andere Dinge wie den Blog, Fotos anschauen auf Flickr oder lesen über Fotografie, in den Hintergrund gerückt ist. Ich habe das Problem aber erkannt und mir für dieses Jahr vorgenommen wieder viel mehr einfach zu fotografieren. Bisher klappt es schon nicht schlecht, ist aber immer noch zu wenig. Ich schiebe es gerne auf die mangelnde Zeit, aber das ist ja doch nur eine Ausrede um bei Minusgraden nicht vor die Tür zu gehen.

Verschneites Hamburg

Das gehört eben auch zu den “visuellen Gedanken”, die Dein Interesse für die Fotografie ausmachen. Gibt es eigentlich eine Geschichte zu diesem Namen? Immerhin hast Du so Deinen Blog u.a. genannt.
Als ich den Blog 2006 gestartet habe, suchte ich nach einem guten Namen, wie man das eben so macht – damals noch nicht unbedingt auf die Fotografie bezogen.
Mich faszinierte der Name augensound.de sehr. Ich mochte diese Verbindung der beiden Worte und verschiedenen Sinne. Irgendwie kam ich dann nach ein paar Tagen auf den Namen visuelleGedanken. Er gefiel mir auf Anhieb sehr gut und erst dann habe ich mich selbst auch im Internet so genannt. Leider habe ich es in der kompletten Zeit noch nicht geschafft ein Logo zu kreieren, mit dem ich mich wirklich identifizieren kann.

falling

Interessant. Kommen wir aber mal zu Deinen Fotos. In Deinem Flickr-Stream findet sich aus vielen Sparten der Fotografie etwas wieder. Würdest Du Dich eher als Porträt-, Landschafts- oder als Allround-Fotograf bezeichnen, der macht, worauf er gerade Lust hat und sich an allem ausprobiert?
Ich befinde mich noch immer in der Findungsphase. Ich weiß noch nicht genau was mir am Meisten liegt und die größte Freude bringt. Deshalb teste ich noch viele verschiedene Genres.
Müsste ich mich aber jetzt festlegen, würde ich mich derzeit als Landschafts- und Naturfotograf bezeichnen.

Golden Sunrise

Gibt es da Motive, die Dich besonders reizen?
Besondere Motive habe ich jetzt weniger im Kopf. Aber ich würde unglaublich gerne mal nach Neuseeland und mich dort einfach ein paar Wochen nur der Fotografie und den Landschaften widmen. Zum Sonnenaufgang schon draußen sein und Fotos schiessen in dieser unglaublichen Landschaft, es muss ein Traum sein.

Neuseeland ist sicher ein Traum zum Fotografieren. Gibt es noch andere Länder, die gern mal mit der Kamera bereisen möchtest?
Ich würde gerne mal nach Schottland oder Irland, die Highlands mit den alten Burgen oder dem, was davon noch übrig ist, wären sicher großartige Motive. Aber auch Schweden würde mich reizen. Ich war bisher eher selten im Ausland, und eigentlich noch nie um dort wirklich Fotos zu machen. Ich würde das aber gerne ändern. Mal schauen was die Zukunft bringt.

Glory Lough

Zukunft ist ein gutes Stichwort. Wenn Du mal 2, 5 oder gar 10 Jahre weiter denkst, wo siehst Du Dich dann? Natürlich fotografisch gesehen…
Für mich gibt es zwei Zukunften, zwischen denen ich wählen muss, denke ich. Die eine wäre alles in die Fotografie zu investieren, jede Minute dafür zu nutzen um dann vielleicht den Sprung in den professionellen Bereich zu schaffen und in einigen Jahren davon leben zu können.
Die Andere wäre die Fotografie weiter als Hobby zu betreiben, vielleicht mal einen kleinen Job übernehmen, und nur zu fotografieren, wenn mir gerade danach ist.
Welche auch immer meine sein wird, kann ich noch nicht sagen. Das habe ich für mich selbst noch nicht entschieden und auch weiß ich noch nicht ob ich den professionellen Weg schaffen könnte, wenn ich mich denn dafür entscheiden würde.
Wie man schon merkt ist der Konjunktiv da reichlich vertreten, daher werde ich mich in nächster Zeit einfach etwas treiben lassen um zu schauen wo die Reise hingehen soll – die Findungsphase, von der ja schon die Rede war.
In jedem Fall möchte ich, wenn ich mal bei deinen Zahlen bleibe, in 2 Jahren meine ein oder zwei Fotogenre gefunden haben und mich dann dort spezialisieren und immer weiter verbessern, aber auch immer offen für Neues bleiben. Einfach bessere Fotos machen, die etwas bedeuten und Andere zum genauer hinschauen und staunen bewegen.
Ich möchte irgendwann das Gefühl haben, etwas erreicht zu haben.
Weiter als 2 Jahre kann ich noch nicht schauen. Ich bin selbst gespannt wo die Reise hin geht.

Another world

Eine letzte Frage, Martin. Wie würdest Du diesen Satz fortführen? Fotografie ist für mich…
…eine Art meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und meine Sicht der Welt zu zeigen.

03.03.2010 | Artikel von Besim 

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