08.07.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Langzeitbelichtung bringt Dynamik ins Bild

Ihr kennt das sicher. Wenn man sich ein neues Gadget kauft, probiert man zum Anfang ne ganze Menge damit rum. So geht es mir mit meinem aktuellen Spielzeug. Ich habe mir für meine Spiegelreflexkamera einen recht starken Graufilter (ND2000) gekauft, der selbst bei Sonnenschein Belichtungszeiten von einer halben Minute ermöglicht. Klassisches Einsatzgebiet sind Gewässer, deren Oberfläche man durch die lange Belichtungszeit glätten kann oder Wolken die dadurch dynamischer wirken.



Im Netz habe ich schon hier und da Langzeitbelichtungen von Straßen oder Bahnen bei gesehen, die mir sehr gefallen haben. Dies wollte ich nun auch mal bei Tag ausprobieren. Erster Versuch startete am Alexanderplatz. Einen besseren Ort kann es dafür nicht geben, da dort die Straßenbahnen im Minutentakt „durchrauschen“.

Zuerst belichtete ich mit 30 Sekunden und mehr, wobei sich noch nicht der von mir gewünschte Effekt einstellte. Die Konturen waren viel zu verwaschen. Also setzte ich die Zeit herunter und versuchte die Bahn möglichst lange währende der Belichtung im Bild zu haben. Tja und das wars dann:



Dabei kam mir entgegen, dass auf dem Alexanderplatz wegen der vielen Passanten eh nicht schnell gefahren werden kann. Und auch gleißender Sonnenschein stellt kein Problem dar, so lange die Sonnen nicht im Bild auftaucht.

Um nun das Foto noch ein Tick perfekter zu bekommen, wollte ich neben der Straßenbahn auch eine S-Bahn hinten auf der Brücke haben. Und auch wenn die Bahn dort in kurzen Abständen verkehrt, klappte es nicht beide zusammen aufs Bild zu bannen. War aber auch nicht weiter schlimm. Da man eh mit dem Stativ arbeiten muss, kann man auch zwei Aufnahmen erstellen und die beiden Bahnen nachträglich mittels EBV zusammenführen.

So hatte ich Blut geleckt und probierte weiter. Auch die Oberbaumbrücke in Berlin eignet sich prächtig, da dort pro Stunde 24 Bahnen, in fürs Bild sehr zuträglicher Geschwindigkeit, rüber fahren. Denn je langsamer die Bahn, desto dynamischer die Aufnahme.

Und so laufe ich momentan durch die Gegend und suche nach neuen potentiellen Motiven, die bei Langzeitbelichtung und Bewegung zu einer tollen Aufnahmen verschmelzen.

Hinweis: Wenn ihr mehr über das Fotografieren mit dem Graufilter lernen wollt, schaut euch doch einfach mal diese Folge Fotoschnack an.

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Kategorie: Fotografie, Fotos

Kommentare

Sebastian sagt:

Ich glaube ich brauche unbedingt nen Graufilter! 😉
Nette Sache. 🙂

Matze sagt:

Ich auch…
Tolle Spiegelung der Weltzeituhr im ersten Bild!

der echte Jan sagt:

Äh, das ist keine Spiegelung. Die Uhr steht HINTER der Bahn! Sieht man gut am Hintergrund: Rotes Rathaus und dieses unsägliche Multiplexkino. In dieser Perspektive fährt die Bahn vor der Uhr vorbei und ist einfach so verwischt, daß sie transparent wirkt.

Matze sagt:

Äh.. stimmt. Asche über mein Haupt. Sieht trotzdem cool aus mit der Uhr 😉

Kenny sagt:

TOP Bilder, gerade das letzte sieht echt genial aus. Ich selber habe mir vor einer Woche ebenfalls einen ND 2000 gekauft aber bisher bin ich leider nciht dazu gekommen Bilder zu machen

Viele Grüße
Kenny

Paxx sagt:

Wie es der Zufall so will, habe ich mir neulich auch einen Graufilter gekauft. Einfach klasse, was man damit anstellen kann.

Hab ihn bis jetzt nur 1x bei Dämmerung ausprobiert.
Hier die Ergebnisse:
http://www.flickr.com/photos/paxx/5905133718/in/photostream
http://www.flickr.com/photos/paxx/5901524938/in/photostream

Heute werde ich ihn mal tagsüber ausprobieren.

der echte Jan sagt:

Sehr cool! Für meinen Geschmack aber fast ein bischen zu lang belichtet. Ich persönlich finde es noch schöner, wenn nur ein kleiner Teil verwaschen ist, sagen wir ein oder zwei Meter Distanz (im Maßstab) – das wirkt irgendwie noch dynamischer und man hat im Körper keine Transparenz, sondern nur im Ansatz. Bei Deiner Straßenbahn sieht man ja die Weltzeituhr und die Passanten hinter der Bahn, das finde ich etwas störend. Für nicht ganz so lange Belichtungszeiten, wie in Deinen Beispielen, nehm ich einfach einen Film mit geringer ISO.

Steffen sagt:

Mit ISO 100 schaffe ich bei Sonnenschein, keine 11 Sekunden. Auch nicht mit Blende 32.

Florian sagt:

Einen Graufilter wollte ich mir schon immer anschaffen, wusste aber bisher nie so genau wie „stark“ der sein muss. Mit den ND2000 schafft man also bis 30s bei Sonne? Ich denke der für mich interessante Bereich liegt bei 10s, sollte mit dem 2000er auch machbar sein, oder schluckt der dann schon zu viel?

Steffen sagt:

Hängt natürlich auch von der Blende und ISO ab. Bei ISO 100 und Blende 2.8 hat man bei Sonnenschein ca. 3-5 Sekunden Belichtungszeit. Sollte also eigentlich kein Problem sein.

Stan sagt:

Ich bin grad über den Graufilter-Erfahrungsbericht von Florian gestolpert:
„Projekt Graufilter gescheitert“, http://blog.f7even.de/item/1284
Magst Du diese Erfahrung mal kommentieren? Gibt es Ideen, die genannten Probleme zu vermeiden?
Diese Erfahrungen schrecken mich ein wenig ab, wollte ich doch eigentlich schon bestellen…

Steffen sagt:

Diese Erfahrungen kann ich nicht teilen. Ich fotografiere meist ISO 100 im Freien, da ich ja lange Belichtungszeiten will, und da habe ich kein Problem mit Rauschen. Allerdings gehen auch höhere ISOs ohne Problem beim Vollformat. Die Sache mit dem nebligen Streifen kann ich mir gar nicht erklären.

Florian sagt:

Nochmal zur Ergänzung für alle Interessierten: Ich habe den Filter nochmal auf einer vergleichbaren Nikon D50 getestet und das Ergebnis war deutlich besser. Meine Pentax K100D schafft mit Rauschunterdrückung zwar auch bessere Bilder, aber es bleibt der gelegentlich vorhandene weiße Streifen, dessen Herkunft mir bis heute ein Rätsel ist, und der nur im Zusammenhang mit diesem Filter auftritt.

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