25.06.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Johannes Heukeroth – Lights

Dies ist ein Gastbeitrag von Johannes Heuckeroth. Er ist ambitionierter Fotograf und stellt seine Arbeiten unter pfnphoto.com aus. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über Johannes. Da mir seine Fotos sehr gefallen, habe ich ihn gebeten in einer Serie hier auf lens-flare.de, ihre Entstehung zu beschreiben. Anfang macht die Klasse Aufnahme einer Straße zur blauen Stunde.



Dieses Foto war eines der ersten, das mit meinem Weitwinkelobjektiv entstand. Ich hatte bis dahin schon öfters Versuche mit Lichtspuren von Autos gemacht, war aber bis zu diesem Foto noch nie wirklich zufrieden mit den Ergebnissen.



Entstehung:

Das Foto entstand an einem trüben Novembermorgen an einer stark befahrenen Straße.

Ich stand mit dem Stativ ziemlich nah vor der Ampel am Straßenrand, dadurch entstand auch die dramatische Perspektive.

Da es schon relativ hell war, musste ich die kleinstmögliche Blende (in diesem Fall Blende 22) verwenden, damit die Belichtungszeit lang genug war um die Lichtspuren der Autos festzuhalten (6 Sekunden). Den Preis den ich dafür zahlen musste, waren die zahlreichen Sensorflecken die bei solch kleinen Blenden sehr deutlich zum Vorschein treten. Falls vorhanden, hätte man alternativ einen Neutralgraufilter verwenden können um den Lichteinfall zu reduzieren und so längere Belichtungszeiten zu ermöglichen.

Ich machte diverse Versuche bis ich wusste wie ich alle drei Lichter der Ampel gleichzeitig festhalten konnte. Die Belichtung startete ich, als die Ampel von Rot auf Orange sprang (beide Farben leuchten kurze Zeit gleichzeitig) und schließlich auf Grün sprang und die Autos vorbeifuhren.

Nachdem ich das gewünschte Bild im Kasten hatte, machte ich noch einige zusätzliche Belichtungen vom gleichen Standpunkt um noch mehr Lichtspuren festzuhalten um diese dann später mit dem Hauptfoto zu kombinieren.

Nachbearbeitung:

Neben dem Hauptfoto wählte ich zwei weitere Fotos aus, um deren Lichtspuren mit dem Hauptbild zu kombinieren.

Das sind die drei unbearbeiteten Originalbilder.

Als erstes habe ich die drei Fotos im Originalzustand in Photoshop übereinander gelegt um zu überprüfen ob ich damit die gewünschte Wirkung erreichen konnte. Da dies der Fall war folgte nun der nächste Schritt, die RAW-Bearbeitung in Lightroom:

Der Weißabgleich wurde stark in Richtung Blau geändert. Die Aufnahme hatte eine Farbtemperatur von 6800 Kelvin, ich habe sie auf 4800 gesenkt.

Dadurch erhält das Bild seine charakteristische blaue Grundstimmung. Der Vordergrund wurde etwas mittels der Lichterkorrektur aufgehellt und der Kontrast wurde etwas gesteigert. Über die Einstellung „Lebendigkeit“ wurde die Sättigung etwas erhöht.

Mittels der Gradationskurve wurden Lichter, Vierteltöne und Mitteltöne aufgehellt. Dadurch wurde in der Mittel des Himmels das Leuchten erzeugt. Dort herrschte vorher nur graue Eintönigkeit.

Nachdem die Einstellungen auf die anderen Bilder kopiert wurden, habe ich alle drei als 16-bit TIFFs exportiert und in Photoshop geöffnet.

Als erstes habe ich hier die zahllosen Sensorflecken aus dem Hauptbild entfernt.

Dann habe ich die drei Fotos hab ich mittels des Ebenenmodus „Aufhellen“ übereinander gelegt. Das ist eine sehr einfache Vorgehensweise um bei dunklen Bildern helle Teile aus anderen Bildern zu übernehmen. Gerade bei Nachtaufnahmen und Lichtspuren eignet sie sich hervorragend für diesen Zweck. Den Himmel habe ich mittels Ebenenmasken aus den zwei Bildern ausgeblendet, sonst wäre auch er heller geworden.

Als nächstes wurde noch leichte Korrekturen mittels Tonwertkorrektur und selektiver Farbkorrektur vorgenommen um das Blau etwas zu entsättigen, die Sättigung der drei Ampelfarben zu erhöhen und den Kontrast etwas zu verstärken.

Als letzter Schritt habe ich die ursprüngliche RAW-Datei nochmals neu entwickelt, diesmal sehr dunkel, um auch im grünen Licht Zeichnung zu erhalten. Die Datei wurde ebenfalls in die Photoshopdatei eingebunden und mittels Ebenenmasken auf den Bereich des grünen Lichts beschränkt.

Und hier noch mal des Resultat:

Wenn ihr nun neugierig geworden seid und mehr Arbeiten von Johannes sehen wollt, werdet ihr hier fündig:

http://www.pfnphoto.com/
http://faszination-fuerth.de/
http://flickr.com/photos/pfn/
http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/457068

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Steffen sagt:

Vielen Dank für deinen interessanten Gastbeitrag!

rajue sagt:

Ganz schön viel Arbeit für ein Foto. wie lange hast du dran gesessen?

Besim sagt:

Sehr ausfürhlicher und guter Gastbeitrag.
Bin gespant auf mehr. Es macht immer wieder Spaß, zu sehen, wie andere mit Photoshop und Co. arbeiten!

pfn.photo sagt:

@rajue: Ist bei mir normaler Aufwand für ein Foto. Ist schon lange her, dass ich es bearbeitet habe, aber denke mal es war ca. ne Stunde.

Marco sagt:

Thema nächste Woche dann:

Wie reinige ich meinen Sensor

;))

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