03.06.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Monitortest: IPS-Panel, das mehr kann

Das beste aus zwei Welten in einem Produkt zu vereinen, ist nicht unbedingt die schlechteste Methode, interessante Waren auf den Markt zu bringen. LG versucht das gerade mit einem 23-Zoll-Monitor, der mit einem Blickwinkel stabilen, farbtreuen IPS-Panel und zusätzlich mit einer LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet ist – eine Kombination, die bisher dem teuren Pro-Markt vorbehalten war. Seit circa vier Wochen arbeite ich mit dem Monitor, der den unscheinbaren Namen Flatron IPS236V trägt, und schildere euch heute meine ersten Eindrücke zur Bildqualität, dem wohl wichtigsten Kriterium in unserem Genre.




Bildqualität



Farbenprächtig – dieses Wort fiel mir als erstes nach dem Einschalten des Monitors aus der Kinnlade. Die Helligkeit ist ab Werk etwas zu hoch eingestellt, auch ist ein Blaustich zu vernehmen. Aber: Der weise Fotograf kalibriert seinen Monitor natürlich sofort. So geschehen, verschwindet der Bonbon-Effekt sehr schnell und auch das vorab zu kräftige Blau wirkt deutlich besser. Der Kontrast liegt im Auslieferungszustand lediglich bei 660:1. Über die gesamte Helligkeitskurve bleibt er aber relativ konstant auf diesem Niveau.

Helligkeit

Ab Werk ist die maximal mögliche Helligkeit, also 100 Prozent eingestellt. Mein Spyder3Pro gibt mir hierbei 225 cd/m² aus, was unter dem angegebenen Herstellerwert von 250 cd/m² liegt. Das wäre aber sowieso zu hell für den praktischen Einsatz. Im kalibrierten Zustand und je nach Tageszeit schwanken die Vorschläge des Kalibriergeräts zwischen 39 und 86 Prozent (ungefähr zwischen 120 cd/m² und 180 cd/m²).

Helligkeitsverteilung

Die LED-Hintergrundbeleuchtung des Flatron IPS236V sorgt für eine weitestgehend homogene Ausleuchtung des gesamten Bildschirmbereichs. Mit einem komplett weißen Testbild und minimaler Helligkeitseinstellung zeigen sich aber die Schwächen. Hier macht sich eine Helligkeits-Abweichung an den Kanten bemerkbar, dennoch ist das Bild recht ordentlich.

Gamma

Bei 2,2, dem ab Werk eingestellten Wert, dominiert auch hier noch der Blaustich des Bildes. Für die Kalibrierung habe ich dann 2,0 gewählt. Dadurch verschwindet die blaue Tönung noch einmal und das Bild wirkt wesentlich naturgetreuer.

Blickwinkel

Hier spielt das IPS-Panel seine Stärken aus. Die Blickwinkel sind speziell von den Seiten sehr gut. Von steil oben auf den Bildschirm geschaut, wird das Bild spürbar dunkler. Aber wer bearbeitet in dieser Situation schon Fotos.

Vorläufiges Fazit

Ich bin kein Experte in puncto Monitorbewertung und habe daher keine farbmetrischen Tests etc. durchgeführt, aber den Blickwinkel des Flatron IPS236V finde ich recht ordentlich, wenn auch sicherlich nicht überragend für ein IPS-Panel. Das, was ich mir von der LED-Hintergrundbeleuchtung versprochen habe, nämlich die volle Ausleuchtung, reizt LG leider nicht ganz aus. Dennoch ist sie besser als bei meinem alten Monitor mit TN-Panel. Auch sind der Schwarzwert und der Kontrast trotz IPS-Technik nicht auf dem Niveau, auf dem sie liegen könnten, wenn auch der Vergleich zu anderen Monitoren immer wieder durch die knackige Darstellung der Fotos besticht. Den Preis von circa 200 Euro (Amazon) und die gebotene Leistung finde ich vollkommen in Ordnung. Allerdings empfehle ich Kaufinteressenten wegen des Blaustichs, das Gerät stets zu kalibrieren, um eine farbverbindliche Bildbearbeitung zu garantieren.

Bisher sind meine Gefühle noch gemischt. Müsste ich eine Note vergeben, würde ich dem LG erst mal ein Gut(-) verpassen. Es muss sich noch zeigen, wie sich die digitalen Bilder auf dem Medium Papier machen. Das wird dann Bestandteil meiner nächsten kleinen Zusammenfassung, die demnächst folgt.

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Kategorie: Produkte

Kommentare

Thilo sagt:

+1 man, +1!
Erstmal freu ich mich ja wahnsinnnig den ersten „+1 Button“ von Google entdeckt zu haben. Super. Revolution! Wie auch immer.

Danke für den Artikel, kommt genau passend, da mein alter Monitor hier echt tolle Farben macht. Aber ich hab keine Ahnung was für welche. Und da die IPS-Dinger billiger werden ist das echt mal ne Überlegung wert, da kommt dieser Artikel genau richtig.

Kann man son Teil auch ohne Spyder gut kalibrieren oder kommt da doch nur Murks raus? Wäre nicht so gut wenn die Bilder aufm Bildschirm top aussehen und der Leinwandprint dann türkis ist…

Besim sagt:

Sicherlich sieht das Bild auch ohne Kalibrierung gut aus, aber was am Ende beim Drucken rauskommen kann, ist natürlich vollkommen unterschiedlich. Ich würde es bei wichtigen Fotos nicht darauf ankommen lassen.

Steffen sagt:

Prima, dass du gleich mal das frisch eingebaute Knöpfchen ausprobiert hast 🙂

Ich bin mal auf Dein Testergebnis gespannt. Deinen ersten Eindruck kann ich ich auf jeden Fall unterschreiben. In Sachen Ausleuchtung habe ich wohl ein besseres Testmodel bekommen. Die Helligkeits-Abweichung an den Kanten ist auch bei mir sichtbar, allerdings nicht so groß wie auf deinem Testbild.

Andy sagt:

mich würde auch Dein Testvergleich in Kombination Monitor mit Ausdruck interessieren, da ich mir auch einen neuen Monitor kaufen möchte für farbverbindliche Darstellung und guten Fotoausdrucken. Besten Gruss Andy

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