07.10.2009 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Nicht kleckern sondern tropfen!

Dies ist ein Gastartikel von Stefan Kohrs. Er ist 28 Jahre alt, begeisterter Fotograf und ein Blogkollege. Auf Shockmotion.de schreibt er über alle Aspekte, welche die digitale Fotografie zu bieten hat.



Der Aufbau

Es regnete mal wieder und da ich zu 90% ein Schönwetter-Fotograf bin, hatte ich es mir drinnen gemütlich gemacht. Die Regentropfen prasselten an das Fenster und ich war dabei mir Fachwissen über die Fotografie anzueignen.



Im Internet stieß ich dann auf das Thema Tropfen-Fotografie. Motiviert von den vielen tollen Fotos, habe ich als erstes die Apotheke meines Vertrauens aufgesucht.

Infusionsgerät

Der Apotheker schaute etwas verdutzt, als ich ihm mitteilte, dass ich gerne ein Infusionsgerät haben möchte. Mit dem Regler lassen sich die Tropfen wunderbar dosieren. Dann habe ich dem netten Mann die 1,50 EUR auf den Tisch gelegt und bin wieder nach Hause, Fotos schießen.

Der AufbauWorüber ich mir allerdings überhaupt keine Gedanken gemacht hatte, war der eigentliche Versuchsaufbau. Ein Infusionsgerät muss ja irgendwo aufgehängt werden und außerdem benötigt es ein Wasserbehälter, der ebenfalls in der Luft hängt. Schön, dass mein Stativ so vielseitig ist. 😉 Dieses habe ich auf einen Tisch gestellt und an den Haken habe ich eine Wasserflasche mit einer Schnur befestigt. Danach habe ich ein kleines Loch in die Verschlusskappe gebohrt und das Infusionsgerät angeschlossen. Eine kleine Glasschale diente als Auffangbecken für die Tropfen.

Kleiner Tipp am Rande – holt euch vor der ganzen Aktion ein paar Handtücher. Bei mir gab´s zum Anfang eine große Überflutung. Mein Equipment konnte ich Gott sei dank vorher in Sicherheit bringen.

Einstellungen an der Kamera

Die Belichtungszeit sollte extrem kurz Zeit sein, um den Moment des Aufschlags der Tropfen auf der Wasseroberfläche aufnehmen zu können. Ich habe daher eine Belichtung von 1/1600Sek eingestellt. Bei ISO 100 und einer Blendenöffnung von 5,6 habe ich dann die Fotos geschossen.

Tropfen grün

Für das Shooting solltet ihr unbedingt ein Stativ benutzen. Bei mir kam das Gorillapod von Jobo zum Einsatz. Um weitere Verwacklungen durch das Bedienen der Kamera zu vermeiden solltet ihr einen Fernauslöser verwenden. Wenn so etwas nicht zur Verfügung steht, könnt ihr auch den Selbstauslöser an eurer Kamera auf 2 Sekunden einstellen.

Tropfen grau

Den Blitz habe ich bei allen Fotos frontal, nach oben eingesetzt. Für den Hintergrund gibt es viele Möglichkeiten. Ich habe z.B. ein grünes Handtuch benutzt um das Wasser in einer natürlichen Umgebung darzustellen. Damit kein Rand vom Becken entsteht, sollte man den Hintergrund in das Wasser stellen. Was ich persönlich auch sehr schön finde, sind Spiegelungen im Wasser. Lasst eure Kreativität einfach ein bisschen spielen!

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Seid ihr auch schon im Studio abgesoffen? 😉 Schreibt´s in die Kommentare bei Steffen.

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Steffen sagt:

Vielen Dank für den tollen Gastartikel!

nucleusdentatus sagt:

Gute Idee mit dem Infusionssystem… Das werde ich auch mal ausprobieren.

Julia Stern sagt:

Ich habe mir dafür auch noch eine kleine Infusionsflasche aus der Apotheke gekauft. Problem ist aber, dass man die ziemlich weit hochhängen muss, damit es tropft.

Marc sagt:

Das hatte ich sowieso schon länger mal vor, aber auf die Idee mit dem Infusionsgetär wäre ich nicht gekommen. Danke für die Anregung 😀

Werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren!

Marc sagt:

Ohje ganz vergessen: Wie hast Du das mit der 1/1600 Verschlusszeit und dem Blitz gemacht? Maximale Blitzsynchronzeit ist doch 1/250? Würde mich mal interessieren. Ich habe mir überlegt, evtl. mit LED Lampen zu beleuchten…

fotogurafa sagt:

Moin, Moin,

ich habe das auch schonmal gemacht, aber abgewandelter Aufbau.

Infusionssystem im Badezimmer aufgehängt (Stange vom Duschvorhang 😉 )
Kamera aufs Stativ
Beleuchtung der Kamera auf Bulb
Raum abgedunkelt
Und dann einfach „nur“ den Blitz ausgelöst. 🙂

Das Problem dabei ist, das man in totaler dunkelheit, natürlich den Tropfen nicht fallen sieht. Trick ist eine Kerze, Da muss nur den Blitz stark genug sein, dann kann man mit der Blende ein gewisses Restlicht im Raum haben, um den Tropfen zu sehen.

Was mir noch fehlt ist ein schicker Aufbau, damit die Tropfen auch wirken.
Hab da schon echt witzige Sachen gelesen, CD-Rohling in die Wanne legen, oder so
Aber da Experimentiere ich nächstes mal weiter 😀

Stefan sagt:

Erstmal vielen Dank für Eure Kommentare und ein großes Dankeschön an Steffen, dass ich hier schreiben durfte. Könnte man öfters machen! 😉

@Marc
Zu den Fragen mit dem Blitz: Steffen hat mich gestern auch schon darauf angesprochen und irgendwie sind wir nicht darauf gekommen. Der eingebaute Blitz meiner Kamera löst sogar nur bis max. 1/200Sek. aus. Da hatte ich mir aber keine Gedanken darüber gemacht, weil ich ein Speedlite 420EX auf der Kamera hatte. Damit kann man wunderbar bei meiner Kamera (Canon 1000D) bis 1/4000Sek. synchron blitzen. Da hätte ich vielleicht etwas genauer werden sollen. 😉

@Fotogurafa
Das mit der CD als Hintergrund ist eine super Idee. Bei dem Tropfenbild mit grünen Hintergrund sieht man ja den Beckenrand.:( Mit einer CD könnte man das verhindern.

Allerdings versteh ich das mit dem Bulb nicht. Wenn Du zu lange den Auslöser drückst hast Du doch mehr als einen Tropfen auf dem Foto? Oder bin ich gerade auf dem Holzweg?

Steffen sagt:

@Stafan: Klar, gerne können wir das öfter machen 🙂

Das mit dem Bulb-Modus hab ich so verstanden. Dadurch, dass es die ganze Zeit dunkel ist und nur sehr kurz durch den Blitz hell, gibt es ein scharfes Bild. Allerdings würde mich ein Ergebnis auch mal interessieren!

Marc sagt:

@Stefan
Danke für die Info, aber selbst beim Aufsteckblitz ist die maximale Synchronzeit bei 1/250s, es sei denn man nutzt die Kurzzeitsynchronisation, ich weiß aber nicht genau, welche Verschlusszeiten man damit erreichen kann.

Funktionieren tut es wohl trotzdem, man sieht den Blitz halt einfach weniger auf dem Bild, als man das bei der „empfohlenen“ Zeit von 1/250 oder drunter sehen würde.
Auf den Bildern wirkt es jedenfalls super!
Ich werde es mal selbst in der Praxis testen und die Ergebnisse natürlich bloggen 😉

Aleks sagt:

Ich hab das vor einiger Zeit auch probiert, dabei aber auf Kurzzeitblitzsynchronisation verzichtet, 1/250 reicht locker aus.

Aufbau auch mit Infusionsbesteck – für die Farben hab ich Farbfilterfolien für den Blitz benutzt, bzw. die Reflektorpappe einfach mit buntem Papier ersetzt.
Siehe http://oerks.de/blog/2009/09/07/#wassertropfen

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