21.04.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Nochmal Liveview, diesmal meine Meinung

Bei Umfragen versuche ich immer einen möglichst neutralen Standpunkt zu bewahren, um das Ergebnis nicht zu beeinflussen. Das fällt mir verdammt schwer, da ich ja auch einen eigene Meinung zum Thema habe. Zur letzten Umfrage gab es viele befürwortende Kommentare, denen ich nur zustimmen kann. Einige Punkte wurden aber noch gar nicht erwähnt, deswegen möchte ich nochmal auf das Thema eingehen.



Als vor zwei oder drei Jahren die ersten Pressemitteilungen verlauten ließen, dass neue DSLRs mit Liveview ausgestattet werden sollen, war ich erst einmal skeptisch. Unwillkürlich denkt man an Fotografen die ihre DSLR mit dickem Objektiv am langen Arm ausgestreckt und wackelnd vor sich halten, um wie bei einer Kompaktknipse zu fotografieren. Oder? Kann man machen, muss man aber nicht!

Man sollte sich vor Augen führen, dass das Liveview nur eine Option ist. Ob man es verwendet, ist jedem selbst überlassen. Ich meine es sind dafür auch keine extra Bauteile von Nöten. Sprich die Mehrkosten, um dieses Feature zu integrieren, sind verschwindend gering. Und wenn dann noch ca. die Hälfte aller Benutzer meinen sie möchten nicht darauf verzichten, wie sich in der Umfrage abzeichnet, dann hat das Ganze sowieso eine Daseinsberechtigung.



Wie schon im vorigen Artikel angeschnitten, taugt der Autofokus im Liveview nicht so richtig. Das ist aber auch halbwegs egal, da in diesem Modus das manuelle Scharfstellen eh mehr Sinn und auch mehr Spaß macht. Durch die Möglichkeit in das Motiv hineinzuzoomen, kann man dabei ganz exakt arbeiten. Auch mag der Akku mehr beansprucht werden, doch heutzutage sind die Displays nicht mehr solche argen Stromfresser, als dass sich die Laufzeit dadurch extrem verkürzt.

Wie schon von vielen Kommentatoren angesprochen, ist der Liveview-Modus für Makroaufnahmen sehr hilfreich, aber auch bei Situationen, in denen die Nutzung des Suchers schwer fällt.

Aber auch beim Fotografieren von Stillleben oder Produkten, z.B. im Studio, ist er Gold wert. Man muss sich nicht ständig zur Kamera auf dem Stativ bücken, kann nebenbei Sachen arrangieren ohne den Ausschnitt aus den Augen zu verlieren und das Scharfstellen geht exakt und schnell. Nebenbei kann der Kollege mit aufs Bild schauen und sieht schon vor der Aufnahmen, ob alles passt.

Bei meiner Kamera lassen sich zusätzlich zum aktuellen Bild auch Hilfslinien beim Liveview einblenden. Das hilft mir unheimlich bei Landschaftsaufnahmen vom Stativ aus, einen geraden Horizont zu bekommen.

Und noch ein nicht ganz so nahe liegender Vorteil bewirkt, dass ich dieses Feature an meiner Kamera nicht missen möchte. Beim Aufnehmen mit langen Belichtungszeiten und Brennweiten empfiehlt sich die Verwendung der Spiegelvorauslösung. Dabei wird der Spiegel einen Moment vor der Aufnahme weggeklappt, um das daraus resultierende Wackeln abklingen zu lassen und erst danach die Belichtung zu beginnen. Um den Modus zu aktivieren sind einige Sprünge im Menü nötig. Und noch viel schlimmer. Meist vergesse ich die Spiegelvorauslösung wieder zu deaktivieren und wundere mich am nächsten Tag über den schwarzen Sucher nach dem Druck auf den Auslöser.

Beim Liveview ist der Spiegel eh bereits weggeklappt und führt somit auch nicht zu Vibrationen beim Auslösen. Ich brauche also die Spiegelvorauslösung weder aktiveren, noch danach deaktivieren und habe das Foto außerdem schneller im Kasten, weil das doppelte Auslösen bzw. Warten entfällt.

Achja. Außerdem ist die Geräuschentwicklung beim Liveview wegen des fehlenden Spiegelklappens geringer. Das Foto gelingt so auch mal unbemerkt, egal ob man ein scheues Tier oder einen scheuen Menschen fotografieren möchte. 😉

Ich hoffe, dass ich mit diesen Argumenten die Leute, die dem Liveview-Modus eher skeptisch gegenüber stehen (sind ja immerhin die Hälfte), überzeugen konnte, ihn wenigstens mal auszuprobieren. Ich verwende ihn ja auch nicht für jedes Foto, finde ihn aber trotzdem sehr sinnvoll und toll!

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Sam sagt:

Du hast eine Canon, oder? Jedenfalls scheint es keine Nikon zu sein, denn bei Nikon wird der Spiegel gerade bei LiveView fröhlich runter und hochgeklappt, wofür auch immer.
Wenn das nicht wär, wär der sicher irgendwofür brauchbar.

Uli sagt:

Er hat definitiv schon mal keine Sony 😉 Sorry Steffen, dass ich den Beitrag nun etwas fleddern muss.

Denn bei Sony wird der Spiegel für Live-View trotzdem geklappt, da die Sony zwei Bildsensoren haben. Einen für Live-View und einen normalen. Daher ist auch Autofokus übrigens kein Problem 🙂 Gleichzeitig würde ich aber vermuten, dass bei den Sonys der zweite Sensor und co durchaus spürbare Zusatzkosten bei der Produktion bedeuten.

Bei Sony ist ein weiterer Vorteil, dass sich das Zielen dank klappbarem Display auch in Bodennähe oder Überkopf bewerkstelligen lässt.

Akkutechnisch spürt man den LiveView. Während ohne rund 1000 Aufnahmen im Kasten landen sind mit LiveView nur noch 500 drin. Letztendlich ist beides aber einiges an Holz und LiveView nimmt man sowieso nicht so oft her 😉

Abschließend: Kommt immer auf den Hersteller an und das persönliche Verhalten. Ich möchte ihn nicht mehr missen, ist doch oft praktisch gewesen 🙂

Steffen sagt:

Ah ok. Aber du hast Recht. Mit Sony hatte ich bisher recht wenig zu tun 🙂 Interessant!

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