07.01.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

pfnphoto.com – Lightshow


Vor kurzem stieß ich beim Surfen auf dieses Bild. Sofort war ich fasziniert und fing zu überlegen an, wie es entstanden sein könnte. Es wurde von pnfphoto.com gemacht, die neben dieser auch andere wirklich sehr schöne Aufnahmen auf ihrer Webseite präsentiert. Sie waren so nett den Entstehungsbericht als Gastbeitrag zur Verfügung zu stellen.

Die grundsätzliche Idee für eine Aufnahme im Auto schwebte mir schon länger im Kopf herum auch die Wahl der Perspektive hatte sich schon verfestigt. Inspiriert wurde ich durch einige andere geniale Aufnahmen dieser Art. Als dann mein neues Weitwinkelobjektiv eintraf, ergriff ich gleich die Gelegenheit um das Objektiv zu testen und endlich meine Idee umzusetzen.

Ich hatte Anfangs noch meine Bedenken wie ich denn die Kamera bzw. das Stativ wackelfest anbringen sollte, aber das ganze war leichter als gedacht. Das Stativ wurde hinter mir zwischen Fahrer- und Beifahrersitz positioniert. Dabei hatte ich ein Bein des Stativs im Sitzpolster der Rückbank eingeklemmt, und die beiden anderen am Übergang zwischen Boden und Seitentür verkeilt. Wichtig war dabei nur, dass man die Beinlänge des Stativs beliebig festlegen kann. So stand das Stativ absolut wackel- und rüttelfest 😉


Alternativ empfiehlt sich die zusätzliche Verwendung von Klebeband oder Seilen.

Bild1

Bild 2

Dann bin ich auf der Rückbank herumgeklettert, habe die Kamera montiert und den Bildausschnitt festgelegt, sah für die vorbeilaufenden Passanten sicherlich sehr amüsant aus. An der Kamera habe ich Blendenvorwahl eingestellt und Blende 8 gewählt. Die Kamera hat dann beim Auslösen jeweils nach den aktuellen Lichtbedingungen die Belichtungszeit dazu ermittelt. Herauskamen dabei Belichtungszeiten zwischen 2 und 30 Sekunden. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, den Bulb Modus zu wählen um die Belichtungszeit passend zum aktuellen Fahrtabschnitt zu wählen, da bin ich dann leider erst beim zweiten Versuch draufgekommen.

Nun gut, die Kamera ist montiert, kann also losgehen! An die Kamera habe ich einen Kabelfernauslöser angeschlossen, der leider etwas kurz war. Mit einem Griff nach hinten bzw. zur Seite konnte ich diesen dann während der Fahrt greifen und auslösen. Dabei sollte natürlich trotzdem die Hauptaufmerksamkeit dem Straßenverkehr gelten, sonst kann das ganze böse enden.

Während der Fahrt habe ich die Kamera dann entweder automatisch eine Belichtung nach der anderen machen lassen oder gezielt in verschiedenen Situationen ausgelöst, die mir besonders interessant erschienen. Letztendlich kann ich empfehlen, für Bilder wie das hier vorgestellte, gerade, relativ lange Streckenabschnitte zu wählen, damit immer die Straße als Bezugspunkt erhalten bleibt. Fahrt durch Kurven ergibt bei längeren Belichtungszeiten völliges Lichter-wirrwarr, was natürlich auch seinen Reiz haben kann. Insgesamt haben ich während der ca. 45-minütigen Fahrt ca. 200 Aufnahmen gemacht.

Technische Daten:
Canon 400D – Canon EF-S 10-22mm f/3,5-4,5 USM
ISO 100 – 10 mm – f/8,0

Daheim angekommen, habe ich erstmal alle Bilder durchgeklickt. Da mehrere viel versprechende Ergebnisse dabei waren, entschied ich mich eine Kombination aus verschiedenen Belichtungen zu erstellen. Zum ausprobieren habe ich mir dazu erstmal die vier interessantesten Bilder genommen und niedrig aufgelöste Versionen davon in Photoshop übereinander gelegt. Mit dem Ebenenmodus „Aufhellen“ lassen sich solche Bilder sehr einfach mit einander verechnen. Nach ca. 30 Minuten ausprobieren, war ich mir sicher, in welche Richtung das Bild gehen sollte. Diese erste Layoutversion sah so aus:

Bild 3

Am nächsten Tag machte ich mich dann an die Feinarbeit.

Zuerst habe ich in Lightroom die neun Bilder ausgewählt die ich kombinieren wollte. Jedes einzelne RAW habe ich dann Lightroom entwickelt und als 16-Bit TIFF exportiert, was insgesamt ca. 40 Minuten in Anspruch genommen hat. In Photoshop habe ich die Bilder dann zusammengesetzt und mich erstmal nach meiner Testversion gerichtet, und immer mehr Feinheiten herausgearbeitet. Diese finale Retusche hat ca. 50 Minuten gedauert.

Hier seht ihr die Ebenenpalette aus dieser ca. 350 MB großen Photoshop Datei.

Bild 4

Zum Abschluss noch einige unbearbeitete Fotos aus dieser Reihe, die nicht im Endergebnis verwendet wurden.

Mehr meiner Fotos findet ihr auf meinem Fotoblog http://pfnphoto.com oder bei Flickr http://www.flickr.com/photos/pfn

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Nylle sagt:

Ahhh sehr cool! Wobei ich sagen muß, daß ich die unbearbeiteten Fotos zum Schluß spannender finde, als die fertige Retouche. Das sind jedes für sich einzigartige Aufnahmen, die für sich allein sehr viel mehr Spannung und Bewegung rüberbringen, als die (zugegebenermaßen ausgezeichnet komponierte) Retouch-Version.
Großartige Idee!

Stieben sagt:

Das fertige Foto ist natürlich super. So ein Projekt wäre jedoch auch als Serie sehr interessant, wie die letzten sechs Fotos zeigen!

Saxi sagt:

…die Fellsitze sind der Hass!!! ;o)

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