19.10.2010 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Planeten, zuckende Finger und Suppe

Kennt ihr das, wenn der Finger weiterhin zuckt, obwohl man die Kamera gar nicht mehr in der Hand hält? Ich meine nicht dieses innere Bedürfnis, nach einer Fototour gleich wieder rausgehen zu wollen, sondern die physische Reaktion, wenn man das ganze Wochenende mit der Kamera unterwegs war und gar nicht mehr weiß, dass es noch etwas anderes gibt, als den Blick durch den Sucher und den Finger am Auslöser. So erging es mir am Wochenende. Ich war wieder einmal für Volkswagen bei der DTM unterwegs, habe dann noch an einem Pilotprojekt für die Deutsche Post mitgearbeitet, bevor ich am Montag zurück in meinen beschaulichen Wohnort Schloß Holte-Stukenbrock reiste, um dort das Ereignis des Jahres zu fotografieren: Pollhans.



Pollhans ist etwas ganz Eigenes für unsere kleine Stadt. Viele kleine Geschäfte haben am Montag nur halbtags geöffnet, andere gar nicht. Wer sich nicht freigenommen hat, feiert krank. Alle wollen am letzten Tag des dreitägigen Treibens dabei sein. Der Pollhans-Platz ist zu dieser Zeit eine eigene kleine Welt, in der sich alles um den Kirmes-Spaß dreht. Was passt also besser, als dieses Treiben durch einen „Little Planet“ darzustellen. Das habe ich dann auch gleich für die Zeitung fotografiert. Stefan Groenvelds und Steffen Böttchers „Little Planets“ lieferten im Vorfeld die Inspiration. Freihand ging es mit einem 17 Millimeter ans Werk. Die 13 Fotos waren dank PTGui schnell zu einem Kugelpanorama fertiggestellt. In Photoshop ließ ich den dunklen Nachthimmel transparent nach außen ins Nichts verlaufen. Die Kollegin packte ihren Text drumherum – fertig war der Aufmacher-Artikel.



In der Freizeit, die mir bleibt, laufe ich momentan mit einem AE 85mm/1.4 von Walimex herum. Das Teil hat zwar nur einen manuellen Fokus, aber das ist für mich, der den Autofokus nur selten benutzt, sowieso nicht wichtig. Die Abbildungsleistung ist super, der Preis unschlagbar. Nachdem ich mir meinen Hochsitz auf einem Waffelwagen gesucht hatte (von dem kam ich im Nachhinein nur durch eine akrobatische Einlage herunter, für die ich bei jeder Olympiade volle 10 Punkte bekommen hätte), hatte ich noch ein bisschen Zeit, bevor das Feuerwerk anfing. Also wurde das Teil auf das Riesenrad gerichtet, 20 Sekunden belichtet und dann schnell gegen das 17 Millimeter eingetauscht, weil der erste Knall am Himmel ertönte.

Der Blick auf den Nachthimmel war nicht perfekt, aber es war der einzige Platz, an dem nichts in der Bildmitte in den Himmel ragte. Normalerweise sind die Lichter des Riesenrads auch während des Feuerwerks ausgeschaltet. Aber die Jungs haben es in den ersten paar Minuten nicht hinbekommen – damit hatte und habe ich das Foto für die morgige Ausgabe der Zeitung auf der Speicherkarte.

Jetzt zuckt mein Finger schon wieder. Es geht gleich raus. Porträts stehen auf dem Plan. Vorher wird sich aber beim Mittagessen gestärkt. Es gibt Suppe. Hoffentlich geht das gut 😉

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Kategorie: Fotogeschichten

Kommentare

toll geschrieben, und klasse fotos wie immer!

Besim, das habe ich am Wochenende auch hinter mich gebracht. Feuerwerk und eine Runde über den Festplatz am Montag, davon konnte ich viele Eindrücke auf den Speicherchip bannen.
Ich mag den Blog Artikel sehr, offen und voller Spannung dazu noch diese Fotos, Genial.
Gruß Frank

Handerson sagt:

Hallo Besim,
gelungener Artikel mit sehr stimmungsvollen Fotos. Mit dem Finger solltest Du aber mal zum Arzt gehen, das wird Chronisch.
Gruß Handerson

Besim sagt:

@Handerson: Danke Dir, auch für den Rat 😉

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