15.02.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Projekt Vier Jahreszeiten: Gastartikel

Ich habe Marco Schmidt gefragt, ob er nicht Lust hat in einem Gastartikel über seine Herangehensweise an das Projekt zu schreiben. Lust hatte er und so entstand dieser interessante Beitrag:

Ein Projekt mit 4 Bilder pro Jahr? Das sollte doch leicht zu schaffen sein, dachte ich mir, also ich von der Idee hier gelesen habe. Ich habe sicher wie so viele auch schon mal ein Projekt365 oder 52 angefangen und noch kurzer Zeit wieder aufgegeben, aber 4 Bilder, das müsste doch möglich sein.
Dass dies aber auch nicht so einfach ist, zeigt sich daran, dass weniger als 10% der Teilnehmer durchgehalten haben. Für alle, die auch 2011 ein 4Jahreszeiten Projekt starten wollen, habe ich deswegen hier ein paar Tipps aufgeschrieben.

Projekt 4Jahreszeiten: Spring

1. Das Motiv:

Um die 4 Jahrezeiten möglichst eindrucksvoll in Szene zu setzen, sind Bäume eigentlich obligatorisch für das Bild. Denn nichts zeigt die Veränderung innerhalb eines Jahres wohl so gut, wie ein Baum, vor allem natürlich im Herbst. Ebenso bieten Korn- oder Rapsfelder mehr Abwechslung als eine einfache Wiese. Ein auffälliges Subjekt im Vordergrund ist für das Bild vermutlich reizvoll, macht es aber auch aufwändiger, 4 möglichst exakte Bilder zu machen, eine weitläufige Landschaft verzeiht dort etwas mehr.
Je nachdem wo man wohnt, kann es natürlich schwierig sein, ein ansprechendes Landschaftsmotiv in der Nähe zu finden, welches zum einen spannend genug ist, und zum anderen die Veränderungen der Jahreszeiten gut repräsentiert. Man sollte aber auch bedenken, dass die 4 Bilder am Ende zusammen wirken müssen, und das einzelne Motiv vielleicht gar nicht so wichtig ist.
Allerdings weiß man beim 1. Bild auch noch nicht unbedingt, wie das Motiv in den anderen 3 Jahreszeiten aussehen wird, aber das macht natürlich auch den Reiz dieses Projektes aus.

Projekt 4Jahreszeiten: Summer

2. Der Standort:

Während das Motiv für das Bild natürlich entscheidend ist, hängt es letztenendes vom Standort ab, ob man das Projekt durchhält oder nicht. Dazu sollte er vor allem nicht allzu weit von zuhause entfernt sein, um an einem perfekten Tag schnell mal dort zu sein, eventuell auch zu verschiedenen Tageszeiten, da sich ja auch der Verlauf der Sonne verändert über’s Jahr. Der Standort selbst sollte dann an einer Stelle sein, die markant und leicht wiederzufinden ist. Dabei muss man aber auch bedenken, dass gerade im Winter eventuelle Bodenmarkierungen vermutlich nicht mehr zu sehen sein werden. Ein Foto mit dem Handy (oder gar Ortsbestimmung per GPS) kann auch dabei helfen, den Standort besser wieder zu finden.
Ebenso sollte der Ort so gewählt werden, dass er möglichst das ganze Jahr frei zugänglich ist. Denn sonst steht man am Ende auf einer Kuhweide, in einem Maisfeld oder in einer Baustelle. 100% kann man das vorher natürlich nie wissen, aber ein Feldweg z.b. bietet sich da dann doch eher an also das Feld daneben.
Meine Aufnahmen übrigens sind hier entstanden.

Projekt 4Jahreszeiten: Autumn

3. Die Ausrüstung:

Ein Stativ ist zwar nicht unbedingt nötig, hilft aber doch enorm. Zum einen kann der Standort und die Aufnahmehöhe leichter bestimmt werden, zum anderen können bei schwierigen Lichtbedingungen Belichtungsreihen aufgenommen werden, um sich später am Rechner das passende Bild auszusuchen, oder auch um ein HDR zu erstellen.
Beim Objektiv bietet es sich an, eine Festbrennweite oder zumindest bei einem Zoom die Brennweite zu benutzen, die sich leicht reproduzieren lässt (also z.b. das untere Ende oder genau auf dem 35mm Strich). Eine feste Brennweite macht es wesentlich einfacher, die gleiche Komposition zu treffen, als wenn man bei jedem Bild den Standort _und_ die Brennweite erneut suchen muss. (Das war übrigens einer der Fehler, den ich gemacht habe ;))
Ausserdem habe ich teilweise noch Polfilter und/oder Grauverlaufsfilter benutzt, 2 Werkzeuge, die gerade bei der Landschaftsfotografie sehr hilfreich sein können.

Projekt 4Jahreszeiten: Winter

Fazit:

Ich kann jedem nur empfehlen, mal ein Projekt 4Jahreszeiten in Angriff zu nehmen. Es zeigt einem sehr schön, wie sich Natur und Landschaft innerhalb eines Jahres verändern, und man nimmt es viel bewusster wahr. Hinzu kommt die spannende Ungewissheit, wie sich der Ort verändern wird (selbst wenn man den Ort schon kennt, wird man überrascht sein), und ein bisschen Glück gehört dann letztenendes auch dazu, gerade im Winter.

Ich bin schon gespannt auf eure Fotos, und möchte mich noch mal bei allen bedanken, die bei der Wahl für mich gestimmt haben.

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