26.01.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Südamerika Reise kurz vor dem Start



Felix Jahn ist versierter Flashprogrammierer und Betreiber des bekannten Berliner Netlabels Mixotic. Seit 9 Jahren wohnt der gebürtige Vogtländer in Berlin. Nun hat ihn das Fernweh gepackt. In einer Woche wird er zu einer sechs monatigen Reise nach Südamerika aufbrechen. Seine Erlebnisse hält er schriftlich und fotografisch in seinem Blog auf www.zerinnerung.de fest. Ich möchte die Chance nutzen, um Felix noch ein paar Fragen zu stellen.

Felix, in wenigen Tagen geht es los. Wo beginnt für dich das Abenteuer Südamerika und welche Meilensteine hast du dir für die 6 Monate gesetzt?
Ich werde von Berlin aus nach Buenos Aires/Argentinien fliegen und mir erstmal etwas Zeit nehmen, diese unglaubliche Stadt zu erkunden, in der ein Drittel aller Argentinier lebt. Von dort aus mache ich eventuell einen Kurztrip nach Uruguay, werde aber so schnell wie möglich Richtung Süden weiterziehen. Ich möchte unbedingt Feuerland sehen und will dort vor Ende Februar aufschlagen, weil’s dort danach schon recht frisch und ungemütlich wird.



Danach geht’s durch Patagonien weiter nach Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien, von wo aus ich am 27. Juli zurück fliegen werde.
Einen detaillierteren Plan habe ich im Moment noch nicht und möchte ich gerade auch nicht haben. Viel wichtiger ist mir, jeden Tag mit einem Gefühl vollkommener Freiheit aufzuwachen und zu wissen, dass ich jederzeit mein Bündel packen kann und hinfahren, wo immer ich gerade will.

Das hört sich ja wirklich spannend an. Mit welchen Fortbewegungsmitteln wirst du dort unterwegs sein?
Ich werde sicher hauptsächlich per Bus unterwegs sein. Das Busnetz ist in Südamerika gut ausgebaut, Zugstrecken gibt es hingegen nur in der Nähe der größten Städte. Wenn ich schnell vorwärts komme, möchte ich noch durch Brasislien bis nach Rio de Janeiro reisen, von dort aus würde ich einen Flug zurück an die Westküste nehmen.

Besonders gespannt bin ich auf die Busfahrt von La Paz nach Coroico in Bolivien. Die Straße hat auf 80 km Länge 3000 m Höhenunterschied und wird als gefährlichste Straße der Welt bezeichnet, weil es dort pro Jahr über 100 tödliche Unfälle gibt. Sie ist schmal, schlammig und rutschig, der Abgrund lauert wenige Zentimeter neben dem Reifen und die Busfahrer sollen echte Freizeitkrieger sein.

Da überlegst du dir bestimmt dreimal, was du mit auf die Reise nimmst. Was wirst du denn, abgesehen von deiner Kleidung, alles in deinem Rucksack packen?
Ich versuche, möglichst wenige Sachen mitzuschleppen, unnötiger Ballast kann unterwegs nämlich ganz schön stressen. An Kleidung werde ich nur das Nötigste einpacken und in Buenos Aires alles kaufen, was ich noch so brauche, denn dort sind die Preise sehr günstig. Außerdem kommen in meinem Rucksack eine kleine Reiseapotheke, der Reiseführer, ein spanisches Wörterbuch, die Kreditkarte, Travelers Cheques, ein paar Dollars für den Notfall, ein Regenschirm, Wanderschuhe und natürlich meine Kamera.

Und mit dieser Kamera möchstest du dann auch die Bilder für die Reiseberichte in deinem Blog www.zerinnerung.de fotografieren. Für welches Modell hast du dich entschieden und warum?
Ich habe mir vor 3 Jahren für eine Australienreise eine Sony Cyershot P100 mit 5 Megapixeln Auflösung gekauft. Die hat mir seitdem gute Dienste geleistet und passt noch dazu in jede Hosentasche. Mehr als 5 Megapixel brauche ich nicht, außerdem habe ich mal gelesen, dass bei einer höheren Auflösung die Qualität bei Kompaktkameras sogar wieder schlechter wird.

Wäre es nicht besser, z.B. eine Spiegelreflexkamera mitzunehmen, um die in Südamerika gesammelten Eindrucke in bestmöglicher Qualität festzuhalten?
Ich finde, die Spiegelreflextechnik wird bei Digitalkameras etwas überbewertet. Mit meiner kleinen Sony Kamera kriege ich fast genauso gute Bilder hin, werde die auch regelmäßig in meinem Blog posten.

In knapp einer Woche wirds losgehen, da musst du wahrscheinlich noch viel organisieren? Was steht dir noch alles bevor, bis du dich im Flieger zurücklehnen kannst?
Das wichtigste ist geregelt. Meine Mietwohnung habe ich untervermietet, die muss ich nächste Woche nur noch leer räumen. Ansonsten werde ich meinen Blog noch ein wenig aufbohren und noch ein paar spanische Vokabeln lernen, dann kann’s endlich losgehn.

Für die Leute, die dich als den Q-Man von mixotic.net kennen. Wird es dort weiter neue Mixes geben?
Ja, definitiv. Für alle, die Mixotic nicht kennen: Ich betreibe ein Netlabel für freie DJ-Sets aus Creative Commons Musik, die auch wieder unter Creative Commons veröffentlicht werden. Ich hatte erst überlegt, Mixotic von Südamerika aus weiter zu pflegen. Dann war mir das allerdings zu unsicher, wer weiß, wie oft ich an eine schnelle Internetleitung komme.
Deshalb habe ich alle Sets für die nächsten 6 Monate vorher in die Datenbank eingepflegt, sie werden sich nun im 1-2-Wochentakt selbst releasen. Wer up to date bleiben will, kann einfach den RSS-Feed mit Podcast abonnieren.

Alles klar. Vielen Dank fürs Interview Felix. Ich wünsche dir eine schöne Zeit in Südamerika und bin schon auf deine Reiseberichte gespannt.

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Kategorie: Allgemein, Fotografie

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