04.11.2010 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Tamron SP70-300mm f4-5.6 Di VC USD




Seit dem Tamron im März ein neues Teleobjektiv mit Bildstabilisator und Ultraschallmotor angekündigt hat, war ich auf diese Linse gespannt. Ich hatte bisher in der xx-300mm Klasse, welche von der Größe unkompliziert in jeden Fotorucksack passt, noch kein Objektiv gefunden, was mir in allen Punkten gefällt. Kurz nach der photokina war es endlich auch für das Bajonett meiner Kamera verfügbar…




Es kommt etwas wuchtiger als sein Vorgänger daher, ist aber mit 8,2cm Durchmesser und 14,2cm Länge noch im angenehmen Bereich. Wie fast immer bei Tamron, erhält man auch bei diesem Objektiv die Streulichtblende gleich mit dazu. Bei der Reihenfolge von Fokusring und Zoomring geht Tamron neue Wege, denn diese sind vertauscht, so dass vom Bajonett aus gesehen erst die Fokussierung und dann der Zoom kommt. Auf den ersten Griff ist das etwas eigenartig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Und da man bei einem Teleobjektiv nicht selten mit maximaler Brennweite arbeitet, beschränkt sich die Bedienung im wesentlichen auf den Fokusring, der durch den Tausch nun besser erreichbar ist. Der Zoomring hat eine angenehme Breite. Das Drehen am Ring geht weder zu leicht noch zu schwer. Allerdings hätte ich mir, wie bei Standard-Brennweiten üblich, eine Fixierung des Zooms gewünscht, damit das Teleobjektiv sich beim Entnehmen aus einer engeren Tasche nicht von alleine ausfährt.


Die Schalter für das Aktivieren bzw. Deaktivieren des Bildstabis und des Autofokus finden sich in der Nähe des Bajonetts und lassen sich gut bedienen. Allerdings braucht man AF-Schalter eh nur selten, da man jederzeit auch bei aktiviertem Autofokus eingreifen kann. Beim Bildstabilisator macht es aber schon Sinn, ihn z.B. für Aufnahmen mit Stativ abzuschalten. Die Stabilisierung, also das Abfangen von kleinen Wacklern gerade im Telebereich, funktioniert sehr gut und ist nach meinem subjektiven Empfinden leistungsfähiger als z.B. der im Canon 70-300mm IS USM*. Ich habe sogar bei 1/40s und 300mm Brennweite noch vernünftige Aufnahmen machen können. Hier ein Beispielfoto:


Das Original (mit VC) könnt ihr euch hier herunterladen. Der Autofokus mit Ultraschallmotor macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Er ist schnell, leise und präzise. Auch von der Verarbeitung her habe ich keine Beanstandungen. Nichts wackelt oder klappert.

Von der Bildqualität bin ich begeistert und wage zu behaupten, dass kein anderes vergleichbares Objektiv mit dem neuen Tamron mithalten kann. Ich habe zwar keine Labortests gemacht, dafür fehlen mir die Geräte, die Erfahrung und auch die Lust. Dafür musste das Objektiv aber im letzten Monat in allen erdenklichen Lagen herhalten und konnte mich mit gut aufgelösten und scharfen Ergebnissen überzeugen. Chromatische Aberationen gab es bei den von mir gemachten Fotos, wenn dann nur gering und unter schwierigen Bedingungen.

Als Beispielfoto habe ich diese eine unbearbeitet Aufnahme von drei Rehen, welche mit Offenblende und leichtem Gegenlicht am Kleinbild entstanden ist. Schwierige Bedingungen also. Wenn ihr aufs Bild klickt, erhaltet ihr eine 100%-Ansicht. Und hier findet sich die Aufnahme in Originalgröße. (Rechtsklick zum Herunterladen)


Kann sich sehen lassen, oder? Auch das Bokeh muss sich nicht verstecken, meine ich. Bei flickr gabs hierzu schon das eine oder andere Kompliment.

Seitdem ich das Objektiv habe, sind schon einige schöne Aufnahmen entstanden, die euch nicht vorenthalten möchte. Diese sind aber bereits bearbeitet.







Ich denke, dass Tamron mit diesem Objektiv ein guter Wurf gelungen ist und ich freue mich, es bei Streifzügen durch die Natur in meinem Fotorucksack zu wissen. Bisher ist es mit Nikon-* und Canon*-Bajonett erhältlich. Für Sony* wird es auch bald verfügbar sein. Mehr Informationen und technische Daten zum Tele findet ihr hier auf der Tamron Webseite.

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Kategorie: Produkte

Kommentare

Christian sagt:

Wenn das Objektiv für Sony-Bajonett verfügbar ist, werde ich es mir definitiv holen. Dein Testbericht hat mich sehr überzeugt. Dankeschön!

toll, danke für deine einschätzung! ich finde solche berichte eigentlich viel interessanter als die test´s in einschlägigen fotozeitungen.

tyce sagt:

Ich bin der Meinung das man nicht ständig schlecht über Tamron und ähnliche Drittanbieter reden muss, wie man es in einigen Foren immer wieder liest. Ich habe das Tamron 17-50/2.8 VC und bin sehr zufrieden damit. Deine Bilder machen einen sehr guten Eindruck. Danke für den Tipp!

Nils sagt:

Danke für die Vorstellung des Objektivs!
Es scheint ja tatsächlich eine tolle Linse zu sein.
Ich denke, spätestens zu Weihnachten wird es mir gehören 🙂

Ronny D. sagt:

Ich habe ein „einfache“ 18-200 von Tamron, das hat immer gute Dienste geleistet.
Auch mein Sigma (30mm) und mein Tokina machen mir viel freude.
Ich denke schon das die Drittanbieter stark an Qualität zugelegt haben und mal ganz ehrlich, wie viele Drucke auf A0+ oder so macht man als Hobby-Foto-Fan denn schon?
Bei normalen Fotodrucken (9×13) sieht kein Mensch einen Unterschied.
Ich denke das die Bilder hier echt schön sind und ich kann mir vorstellen das, dass Objektiv der Weihnachtsmann bringt. 🙂

Besim sagt:

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass sich Objektive von Nikon einfach besser an meiner Kamera machen, vor allem im High-ISO-Bereich. Während Fotos mit Objektiven von Drittherstellern ab ISO1.600 schnell matschig wirken, zeigen sich Nikkore selbst bei ISO6.400 von ihrer besten Seite und trumpfen mit Detailreichtum auf. Und ich fotografiere oft im High-ISO-Bereich. Ich habe keine Ahnung, woran das liegt, aber das hat mir die Erfahrung gezeigt. Trotzdem benutze ich hier auch Tamron-Objektive. Ich denke, dass Dritthersteller auf jeden Fall einen guten Job bei der Entwicklung von neuen Objektiven machen.

zoomyboy sagt:

@Besim, aber dann muss es bei gleicher Blende+Verschlusszeit doch bei den niedrigen ISO Bereichen auch so sein.

Besim sagt:

@zoomyboy: Sollte es eigentlich. Es gibt sicherlich Unterschiede in der Abbildungsleistung, aber dieses Matschige habe ich erst bei einem ISO-Wert um die 1.600 bemerkt.

Matthias sagt:

Für den Preis klingt es nicht schlecht, aber bin in dem Brennweitenbereich mittlerweile ganz gut ausgestattet …

Hat das Objektiv mal jemand an einer Vollformatkamera ausprobiert? Im Magazin NaturFoto wurde es auch schon als sehr gute Optik vorgestellt – aber da auch nur an Nikon DX getestet. Mich würde aber interessieren, wie es sich auch an Nikon FX schlägt.

Steffen sagt:

@Martin: Das Reh-Foto ist mit einer Canon Vollformatkamera gemacht.

Marcel sagt:

Ich habe die Canon-Version des 70-300 VC USD schon vor einigen Tagen einem Test unterzogen –
http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=759887

Deine Meinung teile ich. Es ist auf jeden Fall besser als das Canon 70-300 IS „USM“.

mfG,
Marcel

Steffen sagt:

@Marcel: Sehr interessant. Danke für den Hinweis.

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