14.06.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Vergleich 50mm: Canon 1.4 vs Sigma 1.4

Viele kaufen sich als Einstieg in die Welt der Festbrennweiten ein 50mm F1.8 (siehe Umfrage). Dieses Objektiv ist bei vielen Herstellern (Canon, Nikon, Sony) günstig zu erstehen und gibt einem besser die Möglichkeit mit der Tiefenschärfe zu spielen, als das z.B. bei den meisten Kit-Objektiven der Fall ist. Hat man dann erst mal Blut geleckt, fängt man an nach den etwas besseren und lichtstärkeren Linsen zu schielen.

In meinem speziellen Fall, nämlich bei einer Canon Kamera, muss man sich zwischen dem Canon 50mm F1.4 und dem Sigma 50mm F1.4 entscheiden, was gar nicht so einfach ist (Objektive mit manuellen Fokus mal außen vor gelassen). Das Canon gibt es schon sehr lange und man liest viel Gutes darüber. Durch die allgemeine Verteuerung der Canon Produkte bekommt man das Sigma für einen ähnlichen Preis, vorher war das Canon etwas günstiger. Beim Sigma gehört allerdings zum Lierferumfang auch eine Tasche und eine Sonnenblende.

Das Sigma wurde erst vor ca. einem Jahr auf den Markt gebracht, es hat einen deutlich größeren Filterdurchmesser (77mm) als das Canon (58mm) und es sind darin mehr Linsen (8 statt 7) und Blendenlamellen (9 statt 8 ) verbaut, was mich neugierig auf die Bildqualität machte. Deswegen entschied ich mich dann, das Sigma online zu bestellen und bei Problemen wieder zurückzugeben. Andreas Levers (96dpi.de) war dann so nett mir das Canon auszuborgen, so dass ich mir von beiden Objektiven ein Bild machen konnte.

Wer sich für noch mehr technische Details interessiert schaut am Besten mal bei Sigma bzw. bei Canon vorbei:

Technische Daten Sigma
Technsiche Daten Canon

Der erste Eindruck

Was einem sofort auffällt, ist der Größen- und Gewichtsunterschied. Das Sigma ist mit 505g um 215g schwerer als das Canon. Das kann von Vorteil aber auch von Nachteil sein. Mir persönlich gefällt das etwas höhere Gewicht und der größere Durchmesser des Sigma-Objektivs besser.

Beim Drehen am Fokusring wird das Canon etwas länger, die Frontlinse bzw. der aufgeschraubte Filter, dreht sich dabei aber nicht. Beim Sigma dagegen, hat das Fokussieren keinen Einfluss auf den Filter oder die Länge. Beide Objektive sind ordentlich verarbeitet und liegen gut in der Hand.

Der Fokus arbeitet bei beiden, wie beim Ultraschallmotor gewohnt, leise und schnell. Allerdings sind beim Sigma hin und wieder etwas quietschende Geräusche zu vernehmen, was aber die Funktion nicht beeinträchtigte. Das des Öfteren im Netz geschilderte Problem, dass das Sigma zum Teil fehlfokussieren würde, trat bei mir nicht auf.

Die Bildqualität

Bevor ich nun ein paar Bilder zeige, möchte ich noch auf einen kleinen Unterschied hinweisen. Obwohl beide Objektive eine Brennweite von 50mm haben, ist der Bildwinkel unterschiedlich. Beim Canon beträgt er in der Diagonale 46° und beim Sigma 46,8°. Deswegen wirken die Fotos vom Sigma immer etwas weitwinkliger.

Anfangen möchte ich mit einer Aufnahme (angefertigt mit F1.4) von der Garzauer Pyramide in originaler Größe (21 MP), die nicht weiter bearbeitet wurde. Ihr könnt euch die Fotos mit Rechtsklick herunterladen und vergleichen. Mit einer Ansicht hier auf der Seite (Linksklick), werdet ihr sicher nicht so viel anfangen können.

Pyramide Canon 50mm
Pyramide Sigma 50mm

Was bei dieser Aufnahme auffällt, dass beim Sigma die Unschärfe am Rand deutlich später beginnt. Das sieht man an der Steinreihe am Fuß der Pyramide ganz gut. Beide Objektive verzerren das Bild leicht tonnenförmig. Einen großer Unterschied ist dabei aber nicht zu erkennen.

Fotografiert man mit Blende 1.4 sind bei beiden Objektiven Randabschattungen vorhanden, welche sich dann beim Abblenden verringern. Um diese deutlich zu machen, habe ich mit der Blendenautomatik eine weiße Fläche mit unterschiedlichen Blenden fotografiert.

Vignette beim Canon
Vignette beim Sigma
Vergleich Vignette beim Canon und beim Sigma bei F1.4

Es sieht nicht nur so aus, als ob das Sigma bei dieser Disziplin die Nase vorn hat. Die Vignette ist beim Canon eine Blende stärker.

Bei Aufnahmen mit starkem Gegenlicht können schnell Farbsäume entstehen. Das ist jetzt nichts Dramatisches und lässt sich auch ganz gut in der EBV korrigieren, aber wenn man die Objektive schon vergleicht, kann man ja auch mal darauf schauen. (Klick macht groß)

Wie ihr seht, treten überall Farbsäume auf, allerdings unterscheiden sie sich in der Farbe. Die bläulichen vom Canon fallen weniger auf, als die lila-farbenden vom Sigma.

Für viele Fotografen ist neben der Schärfe des Objektivs das Bokeh ein wichtiger Punkt. Hierfür habe ich mit jedem Objektiv zwei Aufnahmen gemacht. Zum einen offenblendig, also F1.4 und leicht abgeblendet mit Blende 4. (Klick startet Slideshow)

Durch die höhere Anzahl der Lamellen, sowie deren Rundung erzeugt das Sigma bei Blende 4 ein harmonischeres Bokeh als das Canon. Bei Offenblende bilden sich allerdings zum Teil störende Ringe in den Lichtern. Trotz alledem schlägt sich das Sigma hier besser.

Fazit

Ich finde, dass beide Linsen ordentliche Ergebnisse liefern und man sich deswegen jedes der beiden 50mm Objektive ruhig zulegen kann. Die hier aufgezählten Details (Gewicht, Größe, Bokeh, Farbsäume, Lieferumfang usw.) sollten bei euch dann den individuellen Ausschlag geben, für welches Objektiv ihr euch entscheidet.

Abschließend möchte ich mich noch einmal herzlich bei Andreas Levers bedanken, der mir mit Rat und Tat für diesen Objektivvergleich zur Seite stand!

PS: Da ich mein 50mm 1.8 II nun nicht mehr brauche, würde ich es gern verkaufen. Es ist ca. 8 Monate alt und soll für 80 Euro über den Tisch gehen. Bei Interesse schreibt bitte einen kurzen Kommentar, ich melde mich dann bei euch.

Bei Google empfehlen:

Kategorie: Fotografie, Produkte
%d Bloggern gefällt das:
© 2007 - 2017 lens-flare.de – Fotografie Blog is proudly powered by WordPress.