09.06.2009 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Vorsicht Kamera!

Spatz



Kurz nach meinem gestrigen Erlebnis war ich so aufgebracht, dass ich den Artikel erst Spatzenhirn nennen wollte. Da ich aber ein zivilisierter Mensch bin und mich wieder beruhigt habe, verbietet sich das natürlich!

Worum geht es aber. Ich bin mit Fabian zur Mittagspause bei einem Fastfoodrestaurant eingekehrt, dessen Namen hier keine Rolle spielen soll. Beim Essen gesellten sich freche kleine Stadtbewohner (siehe oben) zu uns. Da die Kamera auch nicht fern war, wurde von mir ein Objektiv mit ordentlich Brennweite montiert und damit dann auf die Spatzen geschossen.



Klingt soweit ganz entspannt. Diese Idylle aber wurde jäh unterbrochen von dem  lautem und barschen Ton eines Mannes, der sich gerade auf dem Weg ins Restaurant befand. Er herrschte mich an, was ich da gerade tue.

Ich? Mit ner DSLR in der Hand, das Auge am Sucher… Die Augen aller Gäste waren auf mich gerichtet. Trotz meiner Verwirrung schaffte ich noch eine Antwort zu formulieren und fragte den mittlerweile gemusterten und als Sicherheitsfirmenmitarbeiter identifizierten, wonach es denn nach seiner Meinung aussehe.

Eigentlich rechnete ich jetzt damit, dass er mir erklärt, dass ich aus irgendeinem Grund dort nicht fotografieren dürfte. Aber ich lag falsch. Satt der Standpauke fragte er jetzt deutlich präziser und nicht weniger leise: „Haben Sie soeben das Fahrzeug fotografiert?“. Er deutete auf einen weißen gepanzerten Wagen, der direkt hinter meinem Motiv parkte. Alles blickte in Richtung von seinem Geldtransporter. Ich verneinte ausdrücklich, was ihn aber nicht zu überzeugen schien. Er zögert, wollte fast eine Bestätigung auf meinem Display verlangen (unterstelle ich mal), ging dann aber weiter mit einem Gesichtsausdruck der andeutete: „Das erzähl ich alles meiner Mama“. So kam es dann auch. Er beschwerte sich bei seinem Kollegen im Bus über mich, der dann anfing zu telefonieren und gleichzeitig seinen Hals nach meinem Nummernschild zu verrenken, als wir gerade den Schauplatz verließen.

Ich bin eigentlich ein ruhiger Mensch aber in diesem Moment war mein Puls auf hunderachtzig. Ich weiß nicht wie die Leute bei dieser Sicherheitsfirma ausgebildet werden und ob sie eventuell eine Waffe bei sich führen. Mir wird aber ganz schlecht bei dem Gedanken. Meines Erachtens ist der Mann völlig ungeeignet für den Job. Statt schnell und anauffällig seine Arbeit zu tun, hat er alle Personen in der unmittelbaren Nähe darauf aufmerksam gemacht, dass er gleich eine große Summe aus dem Laden in seinen Werttransporter schaffen wird.

Lieber Sicherheitsmann, schau aufs Bild oben. Nix zu sehen von deinem Auto. Und übrigens. Die bösen Männer warten nicht ab bis du auf ihrer Höhe bist und machen dann Fotos mit einer gut erkennbaren Kamera. Nein, nein. Im richtigen Leben läuft das ganz anders.

So nun ists raus und mir ist wohler. Danke fürs Zuhören! Ist euch auch schon mal was ähnliches passiert?

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Nylle sagt:

Haha, zu hart! Jetzt mal von der grenzenlosen Inkompetenz der Sicherheitsleute abgesehen: Das geht die gar nichts an, ob Du ihren Transporter fotografierst oder nicht. Sag ich jetzt mal.

Steffen sagt:

Ich hatte mir der Firma gesprochen. Die Mitarbeiter sind angewiesen auf so was zu achten. Das Vorgehen des Sicherheitsmanns war aber nicht in Ordnung.

bee sagt:

Das war überhaupt nicht in Ordnung! Da hätte ich mich aber auch aufgeregt!

Und hallo, solange in deiner Kamera kein Flammenwerfer installiert ist, warum sollst du damit dann nicht auf deren Auto zielen?

Steffen sagt:

Hihi, ja genau 🙂

Die Ausführung mit Flammenwerfer war mir zu teuer 😉

Gunnar Ries sagt:

Auch hier macht der Ton die Musik. Ich kann ja verstehen, wenn Sicherheitsleute auch ein wenig paranoid sind und ihre Umgebung beobachten. Aber weder dürfen sie dabei irgendwelche Leute anbrüllen noch unhöflich werden. Auf eine freundlichere Frage hätten sie sicher auch eine ebenso freundliche und umfassende Auskunft bekommen.

Renee sagt:

du böser bube, due *grins*

http://pictureartist.net/2008/02/12/wer-denk/ <- ähnliches passiert 😉

myers sagt:

Das zeigt ja leider wieder einmal deutlich das Pseudo-Uniform und ein gewisser Grad an Intelligenz nicht unbedingt immer zusammengehören.

Habe leider schon ähnliche Erfahrung mit sogenanntem Securitypersonal gemacht, merkwürdiger Schlag Mensch…

Silke sagt:

Das Foto ist schon gut, aber die Frisur des Models ist ein bisschen ….zu hart:) Tolle Bilder, tolle Seite,weiter so!

Andi sagt:

Also ich hätte den Herrn mitsamt seines Wagens dann wirklich fotografiert und hätte die ganze Geschichte postwendend an die Sicherheitsfirma gesendet!

Solche paranoiden Profilneurotiker gehören nicht in einen solchen Job!

Aber ganz abgesehen davon: Sehr schönes Fotos des gefiederten Freunds! 😉

Ylloh sagt:

Und ich dachte schon, dass da jemand prominentes in das nicht genannte FastFood-REstaurant gehen wollte, dabei wars nur ein Sicherheitsmann.

Sei froh, dass er nicht den Film aus der Kamera gerissen hat :D:D:D

Steffen sagt:

Dankeschön Andi!

Innerlich hatte ich mich schon darauf vorbereitet, dass er den Film verlangt Ylloh. 😉

Roonster sagt:

Passiert ist mir so eine Situation zum Glück noch nicht aber was Sicherheitsrichtlinien + Inkonsequenz angeht, hab ich bei uns an der Arbeit auch nicht schlecht gestaunt.

Seit Bestehen der Firma herrscht dort an 365 Tagen im Jahr absolutes Fotografierverbot, selbst Fotohandys sind verboten. Wird man damit erwischt, kassiert man eine abmahnung weil alles super streng geheim ist. Im März war eine Art interne Standortfeier, auf der man als Mitarbeiter alle Bereiche betreten und besichtigen konnte. Und an diesem Tag – auch nur an diesem Tag, wurde das Fotografierverbot vollkommen aufgehoben. Somit konnte man in allen Bereichen, auch die Bereiche in die ich sonst nie im Leben komme, fotografieren, was auch viele Mitarbeiter machten. Irgendwie find ich das ziemlich merkwürdig. Am kommenden Tag war dann wieder alles super geheim und verboten… Hinter die Logik des Ganzen bin ich auch heute noch nicht gestiegen…

Jörg sagt:

Wirklich aufregende Geschichte… Aber es ist ja ein echt supersüßes Foto bei rausgekommen! 🙂

Spielkind sagt:

Wahnsinn, aber ich habe bereits gelernt, das Fotografieren doch ein „intensives“ Hobby ist 😉

Ich finde aber, das sich das Bild gelohnt hat!!!

signumpixel sagt:

Ja, das kenne ich ebenfalls… Aber erst einmal Gratulation zu Deinem Foto. Richtig gutes Bild vom kleinen Spatzen – mit dem Wind in den Ferdern: Klasse!

Mir ist ähnliches in einem Apple-Store passiert. Natürlich weiß ich, dass es eben nicht so gern gesehen wird, wenn man in einem Geschäft eben mal diverse Motive „abschießt“. Trotzdem habe ich es gewagt und der Sicherheitsmensch ließ nicht lange auf sich warten. Meiner war jedoch professioneller: Eine kurze Anfrage was ich denn hier so fotografiere, dann ein Blick auf meine Shots und sofort der Hinweis, dass alles in Ordnung sei. Mir wurde erklärt, dass ich ja durchaus auch Eingänge, Überwachungskameras etc. ablichten könnte um evtl. einen Einstieg o.ä. zu planen… Professionell, diskret und freundlich – für mich damit völlig in Ordnung.

Gruß signumpixel

Steffen sagt:

Freut mich, dass euch das Spätzlein gefällt. Dann hat sich der Ärger wenigstens gelohnt 🙂

Besim sagt:

Ich frage mich gerade, was der Spatz sich während der Geschichte wohl gedacht hat oder wem er das Essen vom Teller geklaut hat.

Ist schon eine interessante Geschichte. Solchen Idioten – ich sage das jetzt einfach mal so – begegnet man leider immer öfter. Scheint, eine Volkskrankheit zu sein…

Ich finde „Spatzenhirn“ als Titel in diesem Fall gar nicht allzu unzivilisiert 😉

Steffen sagt:

Na gut, dann ändere ich noch mal den Titel Besim 😀

Heiko sagt:

Wie geil ist das denn ?
Mir fällt dazu spontan ein Sprüchlein ein: Wahre Intelligenz zeigt sich in der Berufswahl !

Zum Glück ist mir sowas noch nicht passiert, wüßte aber auch nicht wie ich reagieren würde…

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