02.05.2011 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Wie die wilde Gans

Marcel Lütkepicht gehört zu der „Familie“ der schwarzen Avantgarde. Rau und von düsteren Farben geprägt zeigt sich die Mode, die der Student bald in seiner Abschlussarbeit präsentiert. Der Einfluss fällt sofort ins Auge: Ein bisschen Rick Owens und sicherlich auch Ann Demeulemeester zeigen sich in seiner Art, Mode zu schaffen. Ich habe seine Kollektion, die er „The Boy In Grey“ nennt, fotografiert – aus dem Stegreif, ohne Vorbereitung und unter enormen Zeitdruck.



„Bist Du dabei?“, lautete die Frage, die Marcel mir am Telefon stellt, nachdem er mir erklärt hat, was er möchte. Ich überlege nicht lange, sage zu, lege den Hörer auf, verweile einen Moment und bereue meine Zusage bereits wieder. Denn: Das Model ist unerfahren und eigentlich verträgt sich das alles nicht mit meinen anderen Terminen. Aber die Location reizt mich. Der Vogelpark Bad Rothenfelde gehört zu den sogenannten „Rotten Places“ – Orte, an denen der Mensch alles stehen und liegen gelassen hat und die Natur sich daran macht, ihr Territorium zurück zu erobern. Also auf, verschiedene Outfits geshootet, eine dumme und wild umher schnatternde Gans aus einer fiesen Drahtfalle befreit, wofür sie mich während der Befreiungsaktion auch noch beißen wollte, weiter geshootet, verlassene Häuser erkundet, alle möglichen Zeichen von Leben gefunden, wo aber keins mehr ist, vor Blitz und Donner in Deckung gegangen, weiter geshootet, bis nach drei Stunden alles im Kasten war und wir nach Hause gefahren sind.



Die Herausforderung kam aber erst im Nachhinein. Für jedes der ausgewählten 150 Fotos des Shootings hatte ich circa zwei Minuten Bearbeitungszeit zur Verfügung, weil zum einen der Abgabetermin drängte, da Studenten bekanntlich alles auf den letzten Drücker machen (jedenfalls die, die ich kenne), und zum anderen meine Zeit es nicht zuließ, auch nur eine Minute länger in die Bearbeitung zu stecken. Selten hat ein Foto-machen-und-bearbeiten-Marathon aber so viel Spaß gemacht, wie die folgenden Bilder hoffentlich zeigen – auch wenn ich da manchmal wie die wilde Gans in der ZEITfalle gewütet habe.






















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Kategorie: Fotos

Kommentare

Toby sagt:

Ich wäre ja froh ich würde das nach 2 Tagen Bearbeitung und Fotografieren hinbekommen 🙂 Respekt, echt fette Bilder dabei. Mir gefallen besonders 1, 6 und 10.

Sebastian sagt:

Man kann auch mit unerfahrenen Models klasse Bilder machen. Und deine Bilder sind der Beweis! Aber so unerfahren wirkt er gar nicht 😛

Sehr schöne Fast-Bearbeitung! 😉

Robert sagt:

Für so wenig Zeit echt gute Bilder. Das 3., mit dem einfallenden Licht ist wirklich genial.

ThilliMilli sagt:

Sehr gute Bilder – auch wenn man dem Model anmerkt, dass er eben keine Erfahrung hat. Genau ein Gesichtsausdruck – immer melancholischer James Dean 😉

Nr. 7 (im „Gewächshaus“) ist mein Favorit!

Stefan sagt:

Schöne Lifestyle Bilder passend bearbeitet!

Sabine sagt:

Ohja, die wollen mir gefallen. Und das alles Ohne Vorbereitung? Respekt!

Marvin sagt:

Sehr schöne Fotos! Mir gefallen besonders 10,12 und 13!

Besim sagt:

Danke für euer Feedback.

Die Location trägt sehr viel dazu bei, dass die Bilder so gut wirken. Nur deswegen hat das Shooting wahrscheinlich auch ohne Vorbereitung so gut geklappt.

Manu s Webdesign sagt:

Ich find den Lichteinfall auch echt gut, obwohls meiner Meinung nach etwas überbelichtet ist, oder ist mein Monitor zu hell eingestellt?
So hell zumindest aber net!

Besim sagt:

Muss an Deinem Monitor liegen.

Aber: Über- und Unterbelichtungen hier und dort sind auch gewollt. Sehe doch doof aus, wenn alles in einem Einheitsbrei daher kommt.

Manu sagt:

hab grad mit meiner mitbewohnerinn gespreochen und wir waren uns unabhänig von deiner antwort ( die haben wir da noch nicht gesehen) einig das es absicht war und sonst langweilig wäre =)

Manu sagt:

PS: sie war von dem Kerl recht begeistert 🙂

Angelina sagt:

Die Location ist der hammer ich war auch da und hatte 2 Shootings schon da. Zum Glück ist das schwer herauszufinden wie die Gegend da genau heißt!!

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