21.06.2008 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Wie spannend ist ein Sonnenuntergang?



Durch Martins Wettbewerb angestoßen, stellt sich so mancher die Frage, ob Sonnenaufgänge bzw. -untergänge ein spannendes fotografisches Thema sind. Hier ein paar Gedanken von mir dazu.

Ein jeder der Landschaften gerne fotografiert, kommt an diesem Thema nicht vorbei. Die untergehende Sonne verbreitet eine ganz besondere Stimmung. Zum einen durch das ungewöhnliche und warme Licht, zum anderen durch den Wechsel von Tag und Nacht. Morgens machen unzählige Vögel auf die Sonne am Horizont aufmerksam und genießen die ersten warmen Strahlen sichtlich. Von Gewässern steigen Nebelschwaden auf und geben der Tageszeit etwas märchenhaftes. Abends dagegen scheint die Natur förmlich einzuschlafen. Der Wind wird weniger. Alles wird auf einmal still. Am Tag gewellte Gewässer sind abends spiegelglatt. Befinden sich noch ein paar Wolken am Himmel, reflektieren diese die farbigen Strahlen und verstärken die Wirkung. Manchmal kommen die eigentümlichsten Farben zustande. Hat schon mal jemand grünliche Wolken gesehen? Ich durfte diese Beobachtung schon mal in Norwegen machen.



Will man diese Stimmungen mit einer Fotografie einfangen, muss man sich schon ein wenig anstrengen. Nicht nur in der Komposition, sondern auch bei der technischen Durchführung. Soll eine Aufnahme mit der glühenden Sonne darauf entstehen, hat man z.B. mit hohen Kontrastunterschieden zu kämpfen. Bei der Umsetzung sind der Kreativität natürlich keine Grenzen gesetzt. Man kann versuchen mit einem HDR-Bild möglichst viele Details festzuhalten, oder man setzt auf die Wirkung von Silhouetten und konzentriert sich auf das Farbenspiel am Himmel. Mittels eines außergewöhnlich komponierten Bildes, kann es gelingen sich von der Breiten Masse abzuheben.

Als ich die Fotografie für mich entdeckte, habe ich sehr oft die glühende Sonne festgehalten. Und eine ganz normale Folge davon war, dass ich irgendwann dieser Bilder müde war. Dadurch konzentrierte ich mich danach eher auf die ganz besonderen Momente. Und genau hierdrin besteht m.E. die Herausforderung. Nicht die jeden Tag genauso im Meer versinkende Sonne ist gefragt, sondern ein ungewöhnliche Stimmung, die hervorragende technische Umsetzung oder auch die besonders ungewöhnliche Komposition.

Ich liebe die einmalige Stimmung beim Versinken der Sonne und bin jedes mal aufs neue begeistert, wenn ich diesem Ereignis beiwohnen darf. Deswegen freue ich mich schon auf die Einsendungen bei Martins Fotowettbewerb und bin gespannt auf die verschiedenen Interpretationen des Themas.

Und gerade weil die Sonne am Horizont eins der am häufigsten fotografierten Motive ist, finde ich es besonders schwierig sich in einem Wettbewerb gegen andere Teilnehmer durchzusetzen. Was kann spannender sein?

Solltet ihr anderer oder vielleicht auch der gleichen Meinung sein, würde ich mich über euren Diskussionsbeitrag in Form eines Kommentars sehr freuen!

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Uwe Mayer sagt:

Das Spiel der Farben, Wolken oder ein klarer Himmel, Nebel oder Tau am Boden, die Reaktion der Natur auf die Veränderung und der Widerklang in einem selbst – ja, Sonnenauf- und -untergänge sind etwas Besonderes.

Zur bildlichen Umsetzung braucht es bei diesem Motiv neben Idee und Können eben auch den richtigen Moment. Ein seltenes, sehr seltenes Zusammentreffen, aber eben ein lohnendes. Deswegen gibt es immer wieder Fotografen die auf diese ideale Konstellation warten.

In der Zwischenzeit entstehen die meisten Bilder von diesem Motiv zufällig, ungeplant. Das ist OK, einige der schönsten Bilder verdanken wir dem Zufall. Übung macht den Meister.
Vielleicht auch deswegen gibt kein Fotograf dieses Motiv jemals wirklich auf und die Hoffnung auf das perfekte Foto vom Sonnenuntergang hält bis zum allerletzten Druck auf den Auslöser.

Ja, gespannt darf man gewiss auf die Einsendungen zum Wettbewerb sein.

Steffen sagt:

Schöne Worte! Mit dem richtigen Moment hast du recht. Die meisten schönen Sonnenaufgangsfotos sind bei mir entstanden, weil ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war. Der Zufall spielt wohl eine wichtige Rolle. Ich denke keiner der einer nicht selbständigen Arbeit nachgeht, hat die Möglichkeit auf den prefekten Morgen/Abend zu warten. Aber den Moment zu erkennen und zu nutzen, wenn er sich einem zufällig bietet, will auch erst mal gelernt sein 🙂

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