06.04.2009 | Artikel von   Facebook flickr Twitter

Zum Tierfotografen reichts nicht

Am Sonntag lud das Wetter zur Fotosafari ein. Die Landschaft und der Himmel waren nicht so spannend. So marschierte ich mein Lieblingsstrecke durch den Wald. Dort trifft man Rehe, Wildschweine, Eichhörnchen, Spechte, Bussarde und andere Vögel aber auch Füchse. Meist entdecken mich die Tiere bevor ich sie entdecke. Sie sind besser getarnt, passen mehr auf und halten sich meist in der Deckung auf.



Diesmal hatte ich Glück. Ein Rotfuchs suchte auf der Wiese nach Mäusen. Ich stand hinter einem Gebüsch und ging in Deckung um nicht gesehen zu werden. Leise montierte ich das 300mm Objektiv und legte den Rucksack ab. Der Fuchs war ca. 15m entfernt. Als er an mir vorbei war ergab sich die Gelegenheit durch ein Lücke im Busch eine Aufnahme zu machen. Ich stellte mich hin um freie Sicht zu haben, zielte und drückte ab. Wie immer war das Klicken des Verschlusses zu hören.

Fuchs



Dieses Geräusch bemerkte auch der Fuchs und blickt in meine Richtung. Was tun? Wenn ich mich bewegte, z.B. um mich zu ducken, würde er mich bemerken. Also nutze ich die wahrscheinlich letzte Gelegenheit den Fuchs von vorn zu abzulichten und drückte ein zweites Mal den Auslöser.

Fuchs

Nun gab es beim Fuchs kein Halten mehr und er preschte davon. Eine Korrektur der Belichtungszeit oder der Blende um das Optimum aus der Szene herauszuholen war nicht mehr möglich. Der Blick aufs Display war ernüchternd. Ich war frustriert.

Jetzt ist man schon mal Nahe genug an einem Tier ohne entdeckt zu werden, da verrät einen die Kamera. Wie machen die Profis das eigentlich? Sitzen die stundenlang um nur ein einziges Foto zu machen? Egal wie. So wie es aussieht ist für Tierfotografie neben der Ausrüstung die Zeit ein wichtiger Faktor. Ein Grund warum ich wohl nicht in der Lage sein werde, demnächst die Tieraufnahmen machen zu können, die ich gerne machen würde … Schade!

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Kategorie: Fotografie

Kommentare

Renee sagt:

wow wow wow … das zweite ist super geworden! nun mecker mal nicht rum, es ist noch kein meister vom himmel gefallen 😉
wegen der zeit, ich denke mir, oft ist es auch das wissen um das tierverhalten, dass den profis zu gute kommt. um einen Bussard zu knipsen brauch ich erst garnicht in der mittagszeit über’m feld zu spähen, da kann ich höchsten einen Rotmilan entdecken, aber der Bussard wartet gerne im hiesigen Animal-Fastfood-Restaurant, der Landstrasse/Autobahn auf das was da liegt und verendet. Im Gegensatz zum Falken, der in weiten Zügen gern zur blauen Stunde übers Feld segelt …
Fasane lassen sich gern vor dem Frühstück blicken und Enten sind meist dann schon aus’em Teich verschwunden. Zwischen 11 und 13 Uhr sind die Spatzen in ihren Nestern und die Ringeltauben fliegen gern am Nachmittag über die Gärten … das nur ein Auszug aus dem Moritz’chen Garten Kitty-TV Programm 😉

Guido sagt:

«Wie machen die Profis das eigentlich? Sitzen die stundenlang um nur ein einziges Foto zu machen?»

Wenn Du „stundenlang“ noch um tage- und wochenlang erweiterst, dann passt die Aussage 🙂

Ich habe ja ein Faible für Afrika. Die Profis reisen da meistens monatelang durch Afrika und investieren teilweise sogar 2-3 Wochen für ein einziges perfektes Tierfoto. Als Amateur kann man mal rein zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ein Super-Foto schießen, aber insgesamt kann man da nicht konkurrieren. Häufig leisten sich die Profis auch noch gute lokale Guides, die z.B. ein bestimmtes Löwenrudel oder eine Elefantenherde seit Jahren kennen. Dann ist es auch erheblich einfacher, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Ich will im Mai durch Botswana fahren, habe dafür aber nur 2 Wochen Zeit. An den meisten Orten (z.B. bestimmten Wasserlöchern) werde ich nur ein einziges mal und wahrscheinlich höchstens eine halbe Stunde sein. Entweder dann ist gutes Licht und es sind Tiere in interessanter Konstellation da oder eben nicht. Der Profi hockt da eben tagelang, bis er die perfekte Aufnahme hat.

Steffen sagt:

Jaja, ihr habt so recht! Danke fürs Lob Renee! Ich hätte ja auch nix dagegen die Zeit in Weiterbildung und Ansitz zu investieren. Aber leider hab ich sie einfach nicht. Vielleicht wenn die Kinder größer sind…

Bin schon ein wenig neidisch Guido. 😉 Zeigst du dann auch die Fotos? Hast du ne Webseite oder Communityaccount?

mahom sagt:

Ja so schlecht finde ich das Bild jetzt auch wieder nicht. Also das 2. 😉
Sei doch mal lieber froh das du nen Fuchs vor die Linse gekriegt hast.

Gunnar Ries sagt:

Ich finde die Bilder klasse! Ist doch schön zu sehen, dass auch der Zufall und Glück gute Tierfotos produzieren kann.

Guido sagt:

Hallo Steffen,

solche Reisen kann man auch (oder gerade) mit kleinen Kindern machen. Wir nehmen auch unseren dann 1jährigen Sohn mit. Bei Botswana bin ich selbst ein bisschen nervös, weil da nix eingezäunt ist und nachts u.U. die Löwen unmittelbar an Deinem Zelt vorbeilaufen. Aber Namibia (insbesondere den Süden und bis hoch zum Etosha-Nationalpark) würde ich bedenkenlos jedermann mit Kindern empfehlen. Man muss mit Kindern nur mehr planen, als ohne Kinder. Z.B. Nachtflüge buchen, damit man die Kinder nicht 9 Stunden im Flugzeug bespaßen muss, nicht so lange Tagestouren, keine Malariagebiete, usw.

Ich werfe an der Stelle mal mein Lieblinszitat ein.
Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover. (Mark Twain)

Hier gibt es Reiseberichte aus dem südlichen Afrika mit Kleinkindern (nicht von mir):
http://www.oribi.de/Seiten/reiseberichte.html

Uwe Mayer sagt:

Schau Steffen, in der Unterwasserfotogafie gibt es zwei Arten von „Schüssen“: a) der Zufallstreffer im Vorbeigehen oder b) konzentriert auf ein einzelnes Foto hinarbeiten.

Bei a) ist das ein bißchen wie mit den „low hanging fruits“. Teilweise sind tolle Schüsse dabei und egl wie hoch Deine Ausschußquote ist, bei einer ausreichenden Anzahl Photos ist auch ein Hingucker dabei.
Im Falle von b) willst Du DEN Schuss haben, der später jeden Fotowettbewerb gewinnt. Beim Tauchen ist das damit verbunden das Du das Verhalten des Tieres genau kennst, Teil der Umgebung wirst und Du konzentrierst Dich auf dieses eine Motiv. Dabei vergehen dann auch mal mehrere Tauchgänge hintereinander ohne jedes Bild.

In beiden Fällen findest Du nachher reichlich Leute die sagen „Wow, tolles Foto“. Wieviel Zeit Du in ein Bild investiert hast, oder wieviel Glück Du hattest – beides ist den meisten Leuten nicht bewusst. Den Unterschied sehen nur einige wenige Kenner … und Du.

Martin sagt:

Ja, sehr schade, aber das zweite Foto ist ja gar nicht so schlecht. Vielleicht einen engeren Ausschnitt um es interessanter zu machen. Fürs Web wirst du da ja sicherlich noch einiges croppen können, oder?
Dann noch bisschen fetzige Post Production, dann wird es doch bestimmt noch interessanter.

Danke für deinen kleinen Fototourbericht! 🙂

Beate sagt:

Also ich find die beiden „Schüsse“ auch nicht übel. Und für die gegebenen Verhältnisse sind sie sehr gut. Überleg mal: 15 m! Das ist alleine schon der Hammer. Wenn ich in der Situation gewesen wäre, ich weiß gar nicht wer da mehr Angst gehabt hätte, der Fuchs vor mir oder ich vor ihm *g*.

Wie alle schon geschrieben haben, da ist Zeit und das Wissen um das Verhalten des Tieres wirklich immer das A und O und dann gehört auch noch ein Portiönchen Glück dazu.

Absolut kein Grund zum frustriert sein.

LG Beate

P.S.: Ich hab immer noch keine Post?

Steffen sagt:

Bei mir sinds halt definitiv Zufallstreffer Uwe. Und ich würde gern etwas daran ändern, doch dafür fehlt mir die Zeit. Geduld hätte ich …

@all: Das ist ganz lieb, dass ihr die Aufnahme lobt. Da ist aber auf jeden Fall noch Verbesserungspotential.

Mir ist durch dieses Erlebnis erst richtig bewusst geworden was es bedeutet ernsthaft Tiere fotografieren zu wollen. Und ich will ja auch. Es wird aber demnächst wahrscheinlich bei den „low hanging fruits“ (wie Uwe es so schön nannte) bleiben. Hoffentlich bin ich dann beim nächsten Mal bei der Umsetzung etwas perfekter.

Hannes sagt:

Siehste, deswegen fotografier ich Frauen. Die rennen nicht weg, wenns mal klackt! 😉

Aber im Ernst: Ich find das Fuchsbild sehr gut, vor allem durch das in die Kamera schauen kann das was. Das ganze hat natürlich noch Potential für Aufhübschen am Rechner – das trifft zwar wohl auf jedes Bild zu, aber hier lohnt sichs glaub‘ ich 😉

Und wie schon in den Kommentaren gesehen: Dass jemand der Wochenlang auf der Lauer liegt mehr tolle Chancen hat als jemand der nach Feierabend fotografieren geht, ist wohl klar. Und doch kann man was lernen. Was ich jetzt aus dem Bild gelernt hätte, wäre dass ich an Lichtungen / Feldern immer so vorbeigehen würde, dass ich „im Schatten“ bin. Das heißt nämlich, dass das Licht auf dem freien Platz immer von meiner Seite kommt, und ein ggf. auftauchendes Tier von meiner Seite aus beleuchtet. Das ist zwar nichts, was man nicht auch nachher im PS richten könnte, aber es spart zumindest Arbeit 😉

Steffen sagt:

Genau genommen war das auch eine Füchsin Hannes 😉

Juergen sagt:

Das Bild ist doch wirklich nicht schlecht. Bei uns hier in Jena und Umgebung gibt es momentan sehr viele Füchse, aber ich habe noch kein gutes Foto hinbekommen. Ich werde mich mal am Wochenende auf die Pirsch machen. Und du wirst sicher auch noch genug andere Gelegenheiten haben, um einem Fuchs in die Augen zu schauen.

Dino sagt:

Mir gefallen auch beide Aufnahmen ziemlich gut, Verbesserungspotenzial gibt es natürlich immer, aber dass ist doch gerade der Ansporn weiterzumachen! 😉
Ich für meinen Teil wäre schon froh überhaupt einem Wolf oder anderen Wildtieren so nahe zu kommen und sie mal in freier Wildbahn beobachten zu dürfen…

POV sagt:

Tolle Leistung, einen Fuchs so zu erwischen. Ist eigentlich in freier Wildbahn nur mit Geduld und entsprechender Ortskenntnis möglich. Ich habe in meinem Fotoblog auch ein paar Fuchs-Aufnahmen drin, im vergangenen Jahr aufgenommen. Aber ich kenne den Fuchs schon drei Jahre, und er kennt mich auch. So ist es nicht so schwierig, gute Aufnahmen zu erstellen.

Bernd sagt:

Geräuschlos fotografieren ist in freier Wildbahn Pflicht. Das geht m.E. nur mit einer Messucherkamera. Digitale gibt’s da wohl nur von Leica :-(. Analoge Messsucherkameas gibt es dafür aber halbwegs preiswert.

Pascal sagt:

trotzdem hübsch geworden. das du so ein glück hattest einen zu sehen, warum passiert mir das nie???

Steffen sagt:

Danke Pascal. Es war in dem Fall wirklich ein Glück ihn so zu erwischen.

Ich finde das zweite Foto auch klasse, natürlich nicht ganz optimal, aber für die angespannte Situation immer noch herausragend. Also nicht rummeckern!

Fotodepp sagt:

Man sollte sich auch auf eine Richtung der Fotografie spezialisieren und alle Richtungen ausprobieren. Und Tierfotografie ist nie so wirklich ein leichtes Thema, da die Kommunikation mit dem „Model“ fehlt.

Aber auch ich finde das 2. Bild toll – ja Belichtung ist nicht ganz optimal aber ausreichend – gibt wesentlich schlechtere Bilder.

Nur eine Frage: In welchem Modus hast du fotografiert? Weils ja schnell gehen musste, nahm ich an evtl. AV,TV oder doch die Programmautomatik?

Gruß,
Fotodepp 🙂

Steffen sagt:

Ich hab im Modus AV fotografiert. Glaube ich zumindest. Nehm ich meist. In dem Moment hab ich aber auch gar nicht großartig auf die Kamera geachtet, weil ich so aufgeregt war 🙂

Roman sagt:

WOW! Ich finde das Bild super toll. Würde auch gerne mal eines der Rehe ablichten, oder einen Fuchs. Aber so nah war ich noch nie an einem dran, oder ich wurde wie gesagt vorher entdeckt.
Ich würde trotzdem ziemlich stolz sein auf das Bild!! 😀
Außerdem ist es eine tolle Erfahrung einem Tier in seiner freien Wildbahn so nahe zu kommen.

Steffen sagt:

Danke für die netten Worte Roman!

Thilo sagt:

Das Foto ist doch astrein!

Und um auf die Frage einzugehen: Ich hab mal erlebt wie zwei Profis mit Sack und Pack und Klappstühlen in nem Tierpark bei mir in der Nähe das Luchsgehege „belauerten“. Da wartet man dann halt zwei Stunden, sucht sich nen Bildausschnitt wo das Gehege schön wild aussieht und kein Zaun drauf ist und hat ein paar schöne Fotos die total nach Freiwild aussehen.

Brauch ich zum Glück nicht, unser Wolfhund sorgt immer dafür dass meine Lieblingsluchse zu mir an den Zaun kommen. 10 Zentimeter Abstand von Auge zu Auge hat was… 😉

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